Stand: 20.04.2018 22:18 Uhr

VfL Wolfsburg im Stile eines Direktabsteigers

von Christian Görtzen, NDR.de
Der frustrierte VfL-Keeper Koen Casteels holt ein weiteres Mal den Ball aus dem Netz.

Der VfL Wolfsburg ist am Freitagabend hart auf dem Boden der Realität aufgeschlagen. Hatten sich die Niedersachsen nach vier Spielen in Folge ohne Niederlage schon auf einem guten Weg in Richtung Klassenerhalt in der Bundesliga gewähnt, so gab es im Spiel bei Borussia Mönchengladbach einen heftigen Rückschlag. Die Mannschaft von VfL-Coach Bruno Labbadia unterlag vor 47.797 Zuschauern aufgrund einer desaströsen Leistung in der ersten Hälfte völlig verdient mit 0:3 (0:3). "Wir waren in der ersten Halbzeit katastrophal, und dafür gibt es keine Entschuldigung", sagte Wolfsburgs Maximilian Arnold NDR 2. Das Hinspiel hatte Wolfsburg noch mit 3:0 gewonnen. All jene VfL-Fans, die schon davon ausgegangen waren, dass das Acht-Punkte-Polster auf den Vorletzten Hamburger SV zumindest die Gefahr des direkten Abstiegs bannen würde, werden nach dem desaströsen Auftritt im Borussia-Park alarmiert sein.

Stindl schockt Wolfsburg früh

Im Vergleich zum vergangenen Heimspiel gegen den FC Augsburg (0:0) hatte Labbadia nur eine Veränderung an seiner Startelf vorgenommen: Der von einer Entzündung im Knie genesene John Anthony Brooks ersetzte Felix Uduokhai (Gelb-Rote Karte). Die Niedersachsen hatten sich in der Defensive kaum aufeinander abgestimmt, da zappelte der Ball auch schon im eigenen Netz. Riechedly Bazoer war die Kugel unkontrolliert zu Gladbachs Lars Stindl gesprungen. Und der Nationalspieler machte es herausragend: Er jagte den Ball aus rechter Strafraumposition zum 1:0 (8.) mit Innenpfosten-Kontakt in den vorderen Torwinkel. Die Gastgeber setzten den überforderten Grün-Weißen mit schnell vorgetragenem Offensiv-Fußball gewaltig zu. Nico Elvedi spielte den Ball schön in die Tiefe auf Denis Zakaria, der zuerst Paul Jaeckel narrte und dann per Außenrist schön auf Stindl ablegte. Dessen Vollspannschuss wehrte Koen Casteels mit dem Fuß ab (26.).

Erschütternder Auftritt

Kurz darauf erlöste Labbadia den schon verwarnten Brooks. Für den US-Nationalspieler kam Marcel Tisserand. Wolfsburgs Coach stellte von Dreier- auf Viererkette um (29.), davor nun mit einer Doppel-Sechs. Die Gladbacher fanden dennoch die Lücken in der Deckung des Gegners. Casteels rettete noch gegen Jonas Hofmann, doch Raffael setzte den Nachschuss zum 2:0 (35.) in die Maschen. Erschütternd wurde es in der 44. Minute bei einem Freistoß für die Borussia: Die VfL-Spieler reagierten nur allzu behäbig auf die Anweisungen ihres Torhüters, eine Mauer zu bilden. Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) gab schließlich den Freistoß frei - und Christoph Kramer schlenzte den Ball durch die "Mauer" zum 3:0 ins Netz. Mit dem Ergebnis ging es in die Pause.

VfL gelingt Schadensbegrenzung

Zu Beginn des zweiten Abschnitts sah es dann etwas besser aus für die Norddeutschen. Dies lag aber auch nur daran, dass die Borussen ihre Führung verwalteten. Zu echten Torchancen reicht es es für das Labbadia-Team indes nicht. Grundsätzlich änderte sich wenig: Zogen die Gastgeber wieder etwas an, drohte den Grün-Weißen sofort weiteres Ungemach. Casteels verhinderte mit einer starken Parade einen Treffer von Hofmann (66.), Matthias Ginter verpasste knapp per Kopf das 4:0 (71.). Die Borussen, bei denen Raffael nach einer Tätlichkeit gegen Maximilian Arnold nicht einmal Gelb gesehen hatte (62.), zeigten sich letztlich gnädig und beließen es beim 3:0.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.04.2018 | 22:40 Uhr

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