Stand: 16.05.2020 17:25 Uhr

Ginczek bringt Wolfsburg spät zum Jubeln

von Johannes Freytag, NDR.de
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Torjubel in Corona-Zeiten: Die Wolfsburger Renato Steffen (M.) und Paulo Otavio.

Perfekter Re-Start für den VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga. Die Niedersachsen gewannen ihr erstes Geisterspiel nach der Corona-bedingten Zwangspause beim Kellerkind FC Augsburg am Sonnabend mit 2:1 (1:0). Daniel Ginczek erzielte das Siegtor in der Nachspielzeit. Zuvor hatte Renato Steffen für die "Wölfe" getroffen und ein Eigentor von John Anthony Brooks für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. Dank des Erfolges kletterte Wolfsburg auf den sechsten Tabellenplatz.

"Wir sind sehr glücklich, dass wir nach dieser langen Phase mit einem Sieg starten konnten. Dass wir in der Nachspielzeit getroffen haben, war natürlich etwas glücklich. Wir waren aber aus meiner Sicht über 90 Minuten die gefährlichere Mannschaft", resümierte VfL--Trainer Oliver Glasner.

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Joao Victor als Sturmspitze, Steffen trifft

Bei den Augsburgern fehlte Trainer Heiko Herrlich nach seinem Quarantäne-Verstoß. Ein erster Corona-Test ist bei dem FCA-Coach negativ ausgefallen. Bringt ein zweiter Test dasselbe Ergebnis, darf er wieder zurück zum Team. Die Partie gegen Wolfsburg beobachtete der 48-Jährige von einer Tribünen-Loge aus.

Herrlich dürfte eine Personal-Entscheidung seines Amtskollegen Glasner ebenso überrascht zur Kenntnis genommen haben wie die meisten anderen der knapp 300 Anwesenden im ansonsten leeren Stadion. Denn nicht Ginczek ersetzte beim VfL von Beginn an den gelbgesperrten Top-Torjäger Wout Weghorst (elf Treffer), sondern Joao Victor - eigentlich auf der Außenbahn zu Hause und mit bislang lediglich einem Bundesligator nicht gerade ein Strafraumschreck. Wolfsburger Angriffswirbel war zunächst kaum zu sehen, wie überhaupt beide Teams erst einmal um Ballkontrolle bemüht waren und nur selten im gegnerischen Sechzehner auftauchten. Die erste gute Gelegenheit der Partie bot sich den Hausherren: Den Distanzschuss von Ruben Vargas hatte VfL-Keeper Koen Casteels erst im Nachfassen sicher (16.).

Aber die Wolfsburger bekamen das Geschehen auf dem Rasen mehr und mehr in den Griff, ließen sich auch nicht von einem verweigerten Elfmeter (FCA-Profi Tin Jedvaj schoss sich selbst an die Hand) entmutigen. Kurz vor der Pause gelang Steffen der Führungstreffer: Eine Hereingabe von Paulo Otavio wuchtete der Schweizer aus gut 14 Metern per Kopf ins Netz (43.).

Brooks trifft ins eigene Tor

26.Spieltag, 16.05.2020 15:30 Uhr

FC Augsburg

1

VfL Wolfsburg

2

Tore:

  • 0:1 Steffen (43.)
  • 1:1 Jedvaj (54.)
  • 1:2 Ginczek (90. +1)

FC Augsburg: Luthe - Framberger, Jedvaj, Suchy (65. Uduokhai), Max - R. Khedira, Baier - M. Richter (87. Sarenren-Bazee), Löwen (87. Cordova), Vargas (79. Iago) - Niederlechner
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Paulo Otavio (87. Roussillon) - Schlager, Arnold - Steffen, Brekalo (61. Ginczek) - Victor (74. Klaus), Mehmedi
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Die Augsburger begannen den zweiten Durchgang deutlich schwungvoller. Eduard Löwen wurde von Xaver Schlager geblockt (48.), einen Schuss von Marco Richter parierte Casteels (49.). Und knapp fünf Minuten später lag der Ball im Wolfsburger Tor: Philipp Max servierte einen Freistoß scharf in den Strafraum, wo VfL-Verteidiger John Anthony Brooks am höchsten stieg und wuchtig aufs eigene Tor köpfte. Casteels flutschte der Ball durch die Finger, bei Jedvajs Nachsetzen war das Spielgerät bereits hinter der Linie - 1:1 (54.).

Und es wäre beinahe noch schlimmer für die "Wölfe" gekommen: Nach einem erneuten Freistoß von Max erzielte Felix Uduokhai - Wolfsburger Leihgabe an die Augsburger - per Kopf die vermeintliche Führung der Hausherren. Doch der im Abseits stehende Florian Niederlechner hatte Casteels irritiert, nach Studium der Videobilder nahm Schiedsrichter Felix Brych den Treffer zurück (67.).

Ginczek im zweiten Anlauf mit dem Schussglück

Der VfL berappelte sich aber und drängte auf die erneute Führung. Admir Mehmedi traf aus kurzer Distanz nur den Pfosten (71.). Inzwischen hatte Glasner auch Ginczek und Felix Klaus gebracht, um der Offensive mehr Schwung zu geben. Ginczek hatte nach Otavio-Hereingabe die große Gelegenheit zum 2:1 - FCA-Keeper Andreas Luthe wehrte mit dem Fuß ab (81.). In der Nachspielzeit machte es der VfL-Stürmer dann besser: Die Flanke von Kevin Mbabu schob er am zweiten Pfosten stehend zum Wolfsburger Sieg in die Maschen (90.+1). "An die Jokerrolle will ich mich jetzt nicht unbedingt gewöhnen. Aber natürlich war das Tor wichtig, ich wollte der Mannschaft helfen. Wenn du reinkommst und das entscheidende Tor schießt, ist es natürlich immer gut. Aber wichtig ist, dass wir das Spiel gewonnen haben", sagte Ginczek im Interview mit dem NDR Hörfunk.

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 16.05.2020 | 15:00 Uhr