Stand: 25.05.2018 11:42 Uhr

VfL Wolfsburg: Tränen statt Triple

Tränen flossen bei fast allen Spielerinnen des VfL Wolfsburg, doch niemand war derart untröstlich wie Alexandra Popp. Ihr Platzverweis in der Verlängerung des Champions-League-Endspiels leitete die 1:4-Niederlage gegen Olympique Lyon ein. Und so endete in Kiew eine großartige Saison der VfL-Fußballerinnen nicht mit dem Triple, sondern mit einer ganz bitteren Enttäuschung. "Es tut mir unglaublich leid für die Mannschaft, dass ich sie mit dieser Aktion im Stich gelassen und so wahrscheinlich das Spiel verloren habe", sagte Popp.

Platzverweis besiegelt Wolfsburger Niederlage

Nach dem anstrengenden Pokalfinale fehlt die Kraft

Innerhalb von zehn Minuten wurde aus einer 1:0-Führung für Wolfsburg ein 1:3-Rückstand. "Zu zehnt gegen eine solche Weltklasse-Mannschaft, das hat uns das Genick gebrochen. Wir haben dann zu schnell die Tore bekommen. Wir wurden überrollt", bilanzierte Lena Goeßling. Auch Keeperin Almuth Schult sah in Popps Platzverweis die entscheidende Aktion der Partie: "Eine blöde Aktion kann der Mannschaft schaden. Ich will Alexandra gar nicht anklagen. So etwas kann passieren, aber das hat das Spiel verändert." Nachdem die VfL-Frauen schon im DFB-Pokalfinale gegen Bayern München ins Elfmeterschießen mussten, fehlte einfach die Kraft, um das französische Topteam in Schach zu halten. "Wir hatten schwere Spiele in den letzten zwei Wochen", betonte auch VfL-Coach Stephan Lerch.

VfL in Deutschland das Maß der Dinge

Die Krönung blieb Lerch in seiner Premieren-Saison als Trainer der Wolfsburger Frauen versagt. Den Gesamteindruck der Spielzeit schmälert die Niederlage jedoch nur marginal. Festzuhalten ist: Der Wechsel vom langjährigen Coach Ralf Kellermann zu dessen ehemaligem Assistenten hat reibungslos funktioniert. Der VfL ist in Deutschland noch immer das Maß der Dinge und auch europäisch voll konkurrenzfähig. Kellermanns Fazit fiel deshalb trotz der Final-Enttäuschung auch positiv aus: "Es tut weh im Moment, weil wir mit Lyon komplett auf Augenhöhe waren. In ein, zwei Tagen werden wir realisieren, dass wir eine Top-Saison gespielt haben", sagte Wolfsburgs Sportlicher Leiter.

2019 soll die Revanche gelingen

Gleichzeitig blickte Kellermann bereits auf die kommende Saison: "Wir werden im nächsten Jahr mit dem aktuellen Kader wieder die Chance haben, die Champions League zu gewinnen." Auch Schult hofft auf Revanche: "Die Champions League bleibt das Ziel. Wir haben in den letzten drei Jahren zweimal Lyon beim Jubeln zusehen müssen. Das soll nicht noch einmal passieren. Wir wollen sie einfach packen."

Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 25.05.2018 | 14:00 Uhr

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