Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner (l.) bedankt sich bei Josip Brekalo. © IMAGO / regios24

VfL Wolfsburg: Brekalo begeistert, Glasner mauert

Stand: 09.05.2021 17:26 Uhr

Dank Dreierpacker Josip Brekalo ist der VfL Wolfsburg weiter auf Champions-League-Kurs. Alles im grünen Bereich also - wenn da nicht die weiter offene Frage nach der Zukunft von Trainer Oliver Glasner wäre.

Ehre, wem Ehre gebührt: Nach dem Abpfiff des Wolfsburger Heimspiels gegen Union Berlin (3:0) überreichte Maxence Lacroix einen von allen Mitspielern unterschriebenen Ball an den dreifachen Torschützen Brekalo - der Kroate strahlte: "Das war mein erster Hattrick und sowieso ein besonderes Spiel für mich, weil es das 100. für Wolfsburg in der Bundesliga war. Ich bin einfach sehr stolz, weil ich in so einem wichtigen Spiel drei Tore erzielen konnte." 

Erster 90-Minuten-Einsatz seit Anfang Dezember

Sieben Treffer hat Brekalo nun auf dem Konto - seine bisher beste Saisonbilanz bei den ""Wölfen", für die er seit Januar 2018 spielt. Auch das dürfte Balsam auf die Seele des 22-Jährigen sein, der in dieser Saison schon viele Höhen und Tiefen erlebt hat. Einem guten Start folgte die Corona-Infektion und der Verlust des Stammplatzes. Gegen Union stand Brekalo das erste Mal seit dem 5. Dezember wieder über die volle Distanz auf dem Platz.

"Er hat schon unter der Woche im Training viele Tore erzielt. Daran hat er nahtlos angeschlossen, das freut mich für ihn", lobte Trainer Oliver Glasner. Dass Yannick Gerhardt zudem auch noch leichte Rückenprobleme hatte, habe die - am Ende goldrichtige - Entscheidung für Brekalo zusätzlich erleichtert. Ein Detail machte den VfL-Coach besonders froh: Der Schnittstellenpass von Lacroix in die Tiefe, der den zweiten Treffer einleitete. "Du kannst eben nicht immer quer spielen", befand der Österreicher mit einem Schmunzeln, "denn das könnte ich heutzutage auch noch..."

"Leistung stimmt zuversichtlich"

"Rundum zufrieden" sei er mit seinem Team gewesen, das Union mit ansehnlichen Kombinationen nach Belieben dominierte. Der Qualifikation für die Champions League blickt Glasner optimistisch entgegen: "Wir müssen bis zum Schluss dranbleiben, aber wenn ich heute die Leistung sehe, stimmt mich das sehr zuversichtlich", sagte der 46-Jährige. Mit 60 Punkten haben die Wolfsburger drei Punkte Vorsprung auf Eintracht Frankfurt, zwei sind es auf Borussia Dortmund. Von einer "Drucksituation" will Glasner nichts wissen: "Du kannst im Leben nichts erzwingen. Was wir können, ist sehr hart für unser Ziel zu arbeiten und dann wirst du auch belohnt dafür."

Frage nach Glasner-Zukunft als "Stimmungsbrecher"

Ganz ungetrübt war die Freude des VfL-Coachs dann aber auch nicht. Wieder wurde der Österreicher, bei dem offen ist, ob er seinen bis 2022 laufenden Vertrag in Wolfsburg erfüllt, nach seiner Zukunft befragt und reagierte leicht genervt: "Ach, ich bitte euch. Jetzt nach diesem tollen Spiel habt ihr mich gerade so euphorisch erlebt. Und jetzt kommt ein Stimmungsbrecher. Die Spieler haben heute verdient, im Mittelpunkt zu stehen und nicht ich."

Ganz unrecht hatte er damit nicht. Allerdings ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass sich der Österreicher mit seiner seit Wochen andauernden Mauertaktik selbst in diese Lage gebracht hat. Die Klarheit, die die "Wölfe" gegen Union Berlin auf dem Rasen gezeigt haben, wäre auch auf der Trainerbank des VfL wünschenswert.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.05.2021 | 22:50 Uhr

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