Stand: 12.09.2020 10:10 Uhr

VfL Wolfsburg: Bereit machen für den nächsten Schritt

von Christian Görtzen, NDR.de

Beim VfL Wolfsburg ist ein Verjüngungsprozess im Gange. Die Ziele sind die alten: erneute Qualifikation für den Europapokal. Dies gelang zuletzt zweimal in Folge. Der Teamcheck.

So lief die vergangene Saison

Mit dem Österreicher Oliver Glasner als neuen Cheftrainer wollten die "Wölfe" jenen Weg weitergehen, den sie unter Bruno Labbadia in der Saison zuvor mit der Qualifikation für die Europa League eingeschlagen hatten. Es ließ sich auch gut an. Durch Siege gegen den 1. FC Köln (2:1) und bei Hertha BSC (3:0) gelang ein Auftakt nach Maß. Die erste Niederlage gab es erst am zehnten Spieltag in Dortmund (0:3). Drei Tage zuvor hatte es im DFB-Pokal in der zweiten Runde zu Hause bereits ein 1:6 gegen RB Leipzig gesetzt.

In der Folgezeit ging es in der Bundesliga wechselhaft weiter für den VfL, der nach der Hinrunde mit 24 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz stand. Als Tabellensiebter gingen die Nordddeutschen in die Corona-bedingte Pause. Mit diesem Platz schloss der VfL dann auch die Saison ab, wodurch die Teilnahme an der 2. Qualifikationsrunde der Europa League gesichert wurde. In der laufenden Saison der Europa League erwies sich im Achtelfinale Schachtjor Donezk (Ukraine) als zu stark.

Wer kommt, wer geht?

Geht er oder bleibt er? Diese Frage beschäftigte die VfL-Fans während der kurzen Ruhephase zwischen den beiden Spielzeiten. Die Rede ist von Torjäger Wout Weghorst, der in den vergangenen beiden Serien insgesamt 33 Tore für die Wolfsburger erzielte und deshalb unter anderem mit den englischen Premier-League-Clubs FC Arsenal und Newcastle United in Verbindung gebracht wurde. "Dass ich nach zwei Jahren unbedingt weg muss: Das ist nicht so", sagte der Niederländer nun. Sollte der 28-Jährige bleiben, könnte er in der kommenden Saison auch mal mit einem sehr jungen Mann das Duo im Angriff bilden. Der VfL hat den 18 Jahre alten polnischen Nachwuchsnationalspieler Bartosz Bialek (Zaglebie Lubin) unter Vertrag genommen.

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Die angestrebte Verjüngung des Teams untermauerten die Niedersachsen dadurch, dass sie den 20 Jahre alten, 1,90 Meter großen Innenverteidiger Maxence Lacroix vom französischen Zweitligisten FC Sochaux-Montbeliard verpflichteten. Damit soll es nicht enden. "Wir sind weiter bestrebt, die Mannschaft sinnvoll zu ergänzen", sagte Sportdirektor Marcel Schäfer. Für die Position im Abwehrzentrum ist den "Wölfen" auch ein Spieler abhanden gekommen: Gegangen ist Innenverteidiger Robin Knoche, der zum Liga-Konkurrenten Union Berlin wechselt. Der zuvor an den FC Augsburg verliehene Felix Uduokhai bleibt dauerhauft bei den Schwaben.

Der Trainer

Glasner geht recht gefestigt in seine zweite Saison als VfL-Trainer. Dies liegt vor allem daran, dass die Norddeutschen sich nach dem Re-Start als so stabil erwiesen haben, dass sie sich die Teilnahme an der 2. Qualifikationsrunde in der Europa League sicherten. Der gebürtige Salzburger ist der Fußballlehrer-Typ "akbrischer Arbeiter", der offenbar eine klare Vorstellung davon hat, in welchen einzelnen Schritten die Entwicklung des Teams voranzuschreiten hat. In der Öffentlichkeit wählt er seine Worte zumeist mit Bedacht.

Allerdings kann der 46-Jährige auch ganz anders, wenn sich seine Spieler nicht so einbringen, wie er es von ihnen erwartet. Als die "Wölfe" Anfang Dezember in der Bundesliga nur noch Mittelmaß repräsentierten und sich auch die Kritik am Trainer und dessen vorsichtiger Spielweise mehrte, gab Glasner eine Kostprobe davon. Er hielt seinen Spielern "quasi Dienst nach Vorschrift" vor, der eine oder andere lege "die Beine hoch, ist ein bisschen bequemer, macht vielleicht ein bisschen weniger im Training". Nach dem 34. Spieltag zog er gleichwohl ein positives Fazit: "Es war eine erfolgreiche Saison."

Ausblick auf die Saison

Die Wolfsburger sind in den kommenden Tagen gleich in drei Wettbewerben gefragt: am Sonnabend im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten FSV Union Fürstenwalde, am 17. September in der Europa-League-Qualifikation bei FK Kukesiin Albanien und am 20. September mit dem Bundesliga-Heimauftakt gegen Bayer Leverkusen. "Ich bin der Meinung, dass wir sehr gut gerüstet sind für eine sehr intensive Saison, die es so noch nie gab", sagte Sportdirektor Schäfer. Der VfL geht fraglos als ein Kandidat auf einen Europa-League-Platz in die Saison. Für mehr, eine Qualifikation für die Champions League, müsste aber schon alles perfekt zusammenpassen.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 13.09.2020 | 22:30 Uhr

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