Stand: 23.12.2019 12:15 Uhr

VfL Osnabrück blickt mit Stolz aufs Jahr 2019

von Florian Neuhauss, NDR.de
Trainer Daniel Thioune (l.) feiert mit den Spielern vom VfL Osnabrück © imago images/pmk
Erfolgsverwöhnt: Trainer Daniel Thioune (l.) feiert mit den Spielern vom VfL Osnabrück.

Was für ein Jahr! Für den VfL Osnabrück verlief 2019 wie im Rausch. "Wir haben wahrscheinlich eines der besten Jahre der Vereinsgeschichte gespielt", sagte Daniel Thioune, der seinem Job als Fußballlehrer wahrlich gerecht geworden ist. Der 45 Jahre alte Ex-Profi hat aus einem Abstiegskandidaten in der Dritten Liga ein Zweitliga-Topteam gemacht. Oder um es mit den Worten der Fans zu sagen, die trotz der 1:3-Niederlage zum Jahresabschluss in Heidenheim feierten und ihre Gefühlslage auf einem Plakat zusammenfassten: "2019: Die Sauferei war... Guttt!"

VfL mit schwerem Start in die Thioune-Ära

Rückblick: Eigentlich war die Zeit von Thioune als Cheftrainer des VfL schon abgelaufen, bevor sie überhaupt begonnen hatte.

Als er in der Spielzeit 2017/2018 die Nachfolge seines Kumpels Joe Enochs antrat, schien er das Team mit seinen Ideen nicht zu erreichen. Osnabrück stolperte weiter durch die Saison und hielt als Tabellen-17. eigentlich nur die Klasse, weil sich drei Clubs fanden, die noch schlechter waren und erst im Anschluss auf vier Regelabsteiger umgestellt wurde.

Man muss das wissen, um zu verstehen, was Thioune meint, wenn er immer wieder davon spricht, dass "wir nie vergessen dürfen, wo wir herkommen". Trotz des schlechten "Starts" in seine Profitrainer-Karriere schenkte Sportchef Benjamin Schmedes dem Neuling das Vertrauen. Und Thioune zahlte doppelt und dreifach zurück.

Thioune kennt "nach oben keine Grenzen"

Zusammen mit seinem Co-Trainer Merlin Polzin, den Thioune schon in der Jugendarbeit als Spielanalysten entdeckte, drehte er die VfL-Profis auf links.

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Britt Bongaerts und Tessa Polder vom SSC Schwerin, Spieler von Osnabrück mit Trainer Daniel Thioune und die Beach-Volleyballer Julius Thole und Clemens Wickler. (Montage) © picture alliance /Eibner-Pressefoto, picture alliance/dpa Foto: Alexander Neis, Friso Gentsch, Christian Charisius

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Statt in der Saison 2018/2019 erwartungsgemäß ein Übergangsjahr hinzulegen, gehörten die Osnabrücker schnell zu den Topteams - und machten im Frühjahr 2019 alles klar: Nach acht Jahren Abstinenz gelang die Rückkehr in die Zweite Liga.

Und wieder dachten nicht wenige, den Lila-Weißen stünde ein schweres Jahr bevor. Doch Thioune ("Ich setze mir nach oben keine Grenzen") hatte seinen Mannen längst seine eigene Philosophie implantiert. Die Osnabrücker lassen sich von niemandem sagen, dass sie etwas nicht schaffen können.

VfL Osnabrück mit Kampfansage für 2020

Mittelfeldspieler Bryan Henning stellte nach der Niederlage gegen Heidenheim fest: "Natürlich wollten wir gewinnen, das ist normal. Aber es war trotzdem eine grandiose Hinserie von uns." Und auch bei Thioune "überwiegt die Freude über eine brutale Entwicklung" und eine große Portion Stolz. Rang sechs in der Zweiten Liga statt Abstiegskampf in Liga drei - und das in gerade einmal eineinhalb Jahren. Doch Thioune wäre nicht Thioune, wenn er nicht noch eine Kampfansage fürs neue Jahr hinterherschieben würde: "Im nächsten Jahr dürfen die Spieler gern noch ein bisschen weitermachen. Wir wollen 2020 ja nicht weniger machen. Es liegt in unser eigenen Macht. Wenn wir ähnlich viel investieren wie im abgelaufenen Jahr, werden noch viele Menschen Freude an uns haben." Zumindest, wenn sie es mit dem VfL Osnabrück halten.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.12.2019 | 23:05 Uhr

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