Stand: 03.04.2018 11:09 Uhr

VfL Osnabrück: "Gegen Rechts" und von Storch

Der VfL Osnabrück hat am Osterwochenende ein klares Zeichen "Gegen Rechts" gesetzt.

Die Aktion hat sich verselbstständigt. "Sämtliche Postfächer quellen über - mit überragendem Feedback", berichtet Pressesprecher Sebastian Rüther vom VfL Osnabrück dem NDR. Der Drittligist hatte das Heimspiel gegen Hansa Rostock am Karsamstag dazu genutzt, ein Zeichen zu setzen: Unter dem Motto "Gegen Rechts" lasen Vereins- und Fanvertreter vor dem Anpfiff eine Erklärung gegen Vorurteile, Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus, Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass, Gewalt und Homophobie oder kurz für Toleranz, Vielfalt und ein faires Miteinander. "Das sind die Werte, die in unserer Satzung stehen", betont Rüther. So weit so gut. Doch ausgerechnet eine der negativen Rückmeldungen hat der Aktion sogar bundesweite Beachtung beschert: Dafür gesorgt hat Beatrix von Storch, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag.

VfL bietet von Storch ein Aktions-Trikot

"Liebe Honks vom @VfL_1899 Könnt Ihr etwas präzisieren? Wer o was genau ist "rechts"?", schrieb die 46-Jährige im sozialen Netzwerk Twitter und weiter: "Und: Wann steht Ihr auf gegen 'Links'? Wenn Hamburg wieder brennt? Oder wenn die nächsten 100 kg Chemikalien zum schmutzige Bomben bauen bei Linksextremisten gefunden werden?" Der Lübeckerin folgen bei Twitter über 35.000 andere Accounts.

Die Antwort der Osnabrücker ließ nicht lange auf sich warten. Unter anderem texteten die Niedersachsen: "Wir werten ihre Beleidigung und den Inhalt Ihres Tweets als Kompliment und fühlen uns in unserer Haltung bestätigt. Wofür 'Gegen Rechts' steht, finden Sie auf unserer Website. Wenn Sie sich darin wiederfinden, senden wir Ihnen gern ein Trikot der Aktion zu - signiert vom gesamten multikulturellen Kader des VfL Osnabrück."

"Wir sind gegen Extremismus an sich"

Eine Antwort hat die Politikerin bisher nicht gegeben. "Und mir fehlt auch die Fantasie, was sie schreiben könnte, um uns den Ball jetzt wieder zuzuspielen", sagt Rüther schmunzelnd. Von Storchs Nachfrage findet er "sachlich berechtigt" und legt Wert auf die Feststellung, "dass wir gegen Extremismus an sich sind". Das geht auch aus dem im Stadion verlesenen Text hervor.

Andere Aktionen, an denen sich der VfL beteiligt, wie "Schule gegen Rassismus", erhalten längst nicht so viel Aufmerksamkeit. Und wahrscheinlich wäre es bei "Gegen Rechts" bei dem beabsichtigten "eindeutigen Zeichen" geblieben. Nicht zuletzt dank der AfD-Politikerin "zieht 'Gegen Rechts' nun aber bundesweite Kreise", freut sich Rüther. "Das war so gar nicht gedacht, aber ist jetzt ein Selbstläufer." Davon hoffen die Osnabrücker auch weiter zu profitieren. Die mittlerweile unterschriebenen Trikots sollen demnächst alle für einen guten Zweck versteigert werden. Nur Beatrix von Storch könnte noch eines gratis haben...

Die Geschichte des VfL Osnabrück

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