Stand: 05.05.2019 21:10 Uhr

VfL-Frauen zum fünften Mal deutscher Meister

von Hanno Bode, NDR.de

Der VfL Wolfsburg ist zum fünften Mal deutscher Frauenfußball-Meister. Die Niedersächsinnen gewannen am Sonntagnachmittag bei der TSG Hoffenheim mit 1:0 (1:0) und machten damit am 21. Bundesliga-Spieltag vorzeitig den Titelgewinn perfekt. Verfolger FC Bayern München, der eine Partie weniger ausgetragen hat, kann die "Wölfinnen" nicht mehr einholen. Damit ist auch das dritte Double der VfL-Frauen in Serie unter Dach und Fach. "Das ist megacool, der Lohn für die ganze Saison. Dafür bin ich hierhergekommen", sagte Siegtorschützin Pia-Sophie Wolter, die im vergangenen Sommer von Werder Bremen nach Wolfsburg gewechselt war, dem NDR.

Am vergangenen Mittwoch hatte das Team von Trainer Stephan Lerch in Köln zum fünften Mal in Folge den DFB-Pokal gewonnen. Die Meisterschaftsschale bekommen die Norddeutschen am kommenden Sonntag nach ihrem letzten Saisonspiel vor heimischer Kulisse gegen Turbine Potsdam überreicht.

"Wir feiern jetzt jeden Tag"

Einen kräftigen Vorschuss bei den Feierlichkeiten gönnten sich die VfL-Frauen aber schon in Hoffenheim. Bei Kapitänin Nilla Fischer war allerdings auch Wehmut dabei. Die 34-Jährige kehrt nach der Saison in ihre schwedische Heimat zurück. "Ich habe schon ein paar Tränen in meinen Augen - aber auch gleichzeitig glückliche Tränen", sagte Fischer dem NDR. Ihr Motto nach dem Erreichen des großen Zieles: "Wir feiern jetzt jeden Tag." Auch Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs war mächtig stolz auf den Seriensieger aus seiner Stadt: "Kein Superlativ kann dieser Mannschaft gerecht werden. Auf den fünften Pokalsieg in Serie folgt die dritte Meisterschaft in Folge. Die Leistungen der VfL-Frauen kann man nicht genug würdigen."

Wolter bringt "Wölfinnen" in Front

Vier Tage nach dem Pokal-Triumph am Rhein taten sich die Wolfsburgerinnen zunächst allerdings schwer, ins Spiel zu finden. Zwar besaßen die Gäste durch Pokalheldin Ewa Pajor (13.) und Pernille Harder (16.) gute Chancen zum 1:0. Ansonsten blieb beim Lerch-Team in der Vorwärtsbewegung aber vieles Stückwerk. Erst in der Schlussphase des ersten Abschnitts wurden die Aktionen des VfL zwingender. Eine feine Kombination über die rechte Seite führte schließlich zum 1:0 durch Wolter. Die 21-Jährige verwertete einen präzisen Pass von Caroline Graham Hansen (42.) mit einem platzierten Flachschuss. Für die Norwegerin war es bereits die 25. Torvorlage in dieser Saison. Ihr Abgang im Sommer in (noch) unbekannte Richtung wird bei den "Wölfinnen" eine riesengroße Lücke hinterlassen. Die 24-Jährige hatte sich bereits vor geraumer Zeit dazu entschlossen, ihren Vertrag beim Werksclub nicht zu verlängern. Sie ist Medienberichten zufolge beim FC Barcelona und Paris Saint-Germain im Gespräch.

Harder vergibt höhere Pausenführung

Diese Clubs hätten gewiss auch gerne Graham Hansens Noch-Teamkameradin Harder in ihren Reihen, auch wenn die Dänin kurz vor der Halbzeit eine ausgezeichnete Möglichkeit aus wenigen Metern kläglich vergab (43.). Auf der Gegenseite kamen die zuvor neun Mal in Serie ungeschlagenen Sinsheimerinnen in den ersten 45 Minuten zu keinem gefährlichen Abschluss, sodass die Pausenführung der Lerch-Equipe verdient war.

Auch nach dem Seitenwechsel vermochten es die Gastgeberinnen nicht, im Angriff nachhaltig Durchschlagskraft zu entwickeln. Der VfL blieb das etwas gefährlichere Team, ließ in vorderster Front aber auch die letzte Entschlossenheit vermissen. Hansen (54.) und Zsanett Jakabfi (90.+2) besaßen die einzigen nennenswerten Möglichkeiten der Wolfsburgerinnen im zweiten Durchgang. Das war im Vergleich zu so manchem Offensiv-Spektakel, das die "Wölfinnen" in dieser Serie gezeigt haben, wenig. Eher biedere Hausmannskost. Doch es genügte am Ende eben, um vorzeitig die fünfte Meisterschaft perfekt zu machen.

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Sportclub | 05.05.2019 | 22:50 Uhr