Lübecks Soufian Benyamina (l.) im Spiel beim SV Meppen. © IMAGO / Agentur 54 Grad

VfB Lübeck besiegt SV Meppen und ergreift letzten Strohhalm

Stand: 09.05.2021 16:34 Uhr

Drittligist VfB Lübeck hat den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen. Die Schleswig-Holsteiner gewannen das Nord-Duell beim SV Meppen mit 2:0 (0:0) und verhinderten damit vorerst den Abstieg in die Regionalliga.

von Martin Schneider

Zwei Spieltage vor Saisonende haben die Schleswig-Holsteiner als Tabellen-19. vier Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Den belegt Meppen. Die Emsländer profitieren aktuell nur davon, dass die Konkurrenten Uerdingen (1:4 gegen Kaiserslautern) und Bayern München II (1:2 gegen Unterhaching) nicht punkten. Sportlich sind die Leistungen des SVM mehr als dürftig. Unter dem neuen Trainer Rico Schmitt gelang in vier Partien kein einziger Sieg, stattdessen setzte es drei Niederlagen bei einem Remis. Wie angesichts einer weiteren schwachen Vorstellung der Klassenerhalt gelingen soll, ist nach der Pleite im Nord-Duell fraglich.

Stürmischer Beginn beider Teams

Die Lübecker überraschten zu Beginn mit einer offensiven Spielanlage und hatten die erste Chance der Partie. Soufian Benyamina köpfte, SVM-Keeper Erik Domaschke streckte sich und lenkte den Ball um den Pfosten (4.). Dies war ein Weckruf für die Hausherren. Meppens Dejan Bozic (9.) und Luka Tankulic (10.) zwangen Lukas Raeder im VfB-Tor anschließend ebenfalls zu Glanzparaden.

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Die Emsländer gingen in der ersten Viertelstunde früh drauf, die Lübecker überstanden die Drangphase allerdings unbeschadet. Danach verlor die Partie bei sommerlichen Temperaturen an Tempo und Intensität. Beide Teams mussten erst einmal durchschnaufen, leisteten sich viele leichte Ballverluste. Kurz vor dem Pausenpfiff bekamen die Nord-Clubs die zweite Luft: Erst prüfte Meppens Markus Piossek erneut Raeder (38.), dann traf Lübecks Sebastian Hertner den Außenpfosten (42.).

Deters trifft gegen die alte Liebe

Nach Wiederbeginn traf dann ein gebürtiger Meppener die Emsländer mitten ins Herz. Lübecks Thorben Deters, Sohn von Meppens Rekordspieler Bernd Deters, stand nach Vorlage von Hertner mutterseelenallein vor Domaschke und erzielte gegen seinen Jugendclub die etwas überraschende, aber nicht unverdiente 1:0-Führung für die Gäste (55.). Elf Minuten später setzte der 25-Jährige den Ball an der Strafraumgrenze stehend an die Latte - die Niedersachsen hatten großes Glück, nicht noch höher zurückzuliegen.

Wer angesichts der tabellarischen Situation mit einem Sturmlauf der Gastgeber gerechnet hatte, der wurde enttäuscht. Die Meppener liefen nur hinterher, waren im Kopf und in den Füßen langsamer als die Lübecker und hatten offensiv keine zündende Idee. Die Emsländer konnten sich im zweiten Durchgang keine einzige klare Torchance erspielen - für eine Mannschaft im Abstiegskampf, die die Trendwende schaffen wollte, war dies viel zu wenig.

Röser entscheidet das Spiel vom Punkt

Für die Entscheidung sorgte Lübecks Martin Röser. Nach einem Foulspiel an Mannschaftskollege Tim Kircher verwandelte Röser den fälligen Straßstoß sicher zum 2:0 und verlud Domaschke ins andere Eck (84.). Mit dem ersten Sieg seit April (3:2 gegen Bayern München II) haben die Schleswig-Holsteiner nach wie vor die rechnerische Chance auf den Verbleib in der Dritten Liga, die nächsten Gegner heißen Zwickau und Rostock (auswärts). Gleiches gilt für Meppen, die sich in Saarbrücken und gegen Duisburg aber deutlich steigern müssen.

36.Spieltag, 09.05.2021 13:00 Uhr

SV Meppen

0

VfB Lübeck

2

Tore:

  • 0:1 Deters (55.)
  • 0:2 M. Röser (84., Foulelfmeter)

SV Meppen: Domaschke - Ballmert, Al-Hazaimeh, Bünning, Jesgarzewski - Egerer - Piossek (59. Evseev), Tankulic (69. Düker) - Krüger (59. Guder), Bozic (69. Boere), Hemlein (81. Tattermusch)
VfB Lübeck: Raeder - Malone (70. Okungbowa), Grupe, Rieble - Thiel (78. Kircher), Mende (78. M. Röser), Boland, Hertner (65. Ramaj) - Y. Deichmann, Deters (78. Wolf) - Benyamina
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 09.05.2021 | 22:50 Uhr

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