Lübecks Patrick Hobsch (r.) und Halles Julian Guttau kämpfen um den Ball. © imago images / Agentur 54 Grad

VfB Lübeck: Positiver Corona-Test in schwieriger Gesamtlage

Stand: 29.12.2020 15:01 Uhr

Vor dem Trainingsstart des Fußball-Drittligisten VfB Lübeck hat sich Angreifer Patrick Hobsch in häusliche Quarantäne begeben müssen. Es sind herausfordernde Zeiten für den Club.

Ursprünglich hatte VfB-Trainer Rolf Landerl bereits am Montag nach Weihnachten wieder loslegen wollen. Doch der Plan wurde - nach Rücksprache mit Sportdirektor Rocco Leeser - noch einmal verändert. Erst müssten sich die Spieler noch einer Testreihe auf das Coronavirus unterziehen, bevor am Dienstag das erste Teamtraining stattfinden könne, hieß es. Das sei eine Sicherheitsmaßnahme.

Die griff offenbar. Am Dienstagmittag verkündete der Aufsteiger, dass Angreifer Patrick Hobsch positiv getestet worden sei. Weiter hieß es, dass der Sohn von Bernd Hobsch symptomfrei sei und sich in häuslicher Quarantäne fit halte.

Lübeck auf Abstiegsrang abgerutscht

Der erneute Corona-Fall passt zur schwierigen Gesamtlage, in welcher sich der Verein befindet. Die Travestädter verbringen die Winterpause dort, wo sie am Saisonende keinesfalls stehen möchten - auf einem Abstiegsplatz. Nach fünf sieglosen Spielen in Serie rutschte der VfB auf Tabellenplatz 17 ab.

VIDEO: Fußballreporter im leeren Stadion beim VfB Lübeck (3 Min)

Dabei hat die Mannschaft schon bewiesen, dass sie in der neuen Umgebung bestehen kann. Vom achten bis zum elften Spieltag wurden vier Spiele in Serie gewonnen. Das Problem: Es waren die bislang einzigen Siege. "Wir haben es oft nicht hinbekommen, über die kompletten 90 Minuten zu funktionieren", bemängelte Torwart Lukas Raeder.

Für Verstärkungen fehlt das Geld

Verstärkungen soll es in der Winterpause voraussichtlich nicht geben. Im Gegenteil: Leeser strebt eher eine Verkleinerung des Kaders an. "Wir haben derzeit 29 Vertragsspieler. Es könnte sein, dass noch ein oder zwei Spieler zu anderen Vereinen abgegeben werden. Aber wir werden uns wohl nicht verstärken." Der Verein muss in Zeiten von Corona und Geisterspielen die Finanzen im Blick behalten. "Die wirtschaftliche Situation ist schwierig", sagte Leeser.

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Negativer Bescheid bei Corona-Hilfe

Dementsprechend groß war die Enttäuschung, als dem Verein Anfang Dezember mitgeteilt wurde, dass man nicht von dem Hilfsprogramm der Bundesregierung "Corona-Hilfe für den Profisport" profitieren würde. Hintergrund der Entscheidung ist, dass der VfB im Vergleich zum Jahr 2019, als der Verein noch in der Regionalliga spielte, keine Mindereinnahmen hatte.

"Ich sehe das als eine Wettbewerbsverzerrung, wenn andere Vereine ein Recht auf Hilfsgelder haben und bei einem Aufsteiger die Zahlen mit denen aus der Vierten Liga verglichen werden", sagte Leeser. Der Verein kündigte an, gegen diese Entscheidung vorgehen zu wollen.

Jahresauftakt gegen Zwickau

Während die Verantwortlichen im Hintergrund um die wirtschaftliche Existenz kämpfen, blickt die Mannschaft den bevorstehenden Aufgaben in der Dritten Liga entgegen. Am 10. Januar steht der Jahresauftakt beim FSV Zwickau an. Drei Tage später folgt das Nachholspiel gegen den SV Waldhof Mannheim. Der Spielplan ist eng getaktet: Allein zwischen dem 10. und dem 31. Januar sind sechs Ligaspiele zu bestreiten. 

Leeser glaubt an seine Mannschaft: "Die Mentalität unserer Jungs ist top. Daher bin ich mir sicher, dass wir im neuen Jahr wieder punkten und in der Tabelle nach oben klettern."

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 29.12.2020 | 19:30 Uhr

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