Nico Rieble vom VfB Lübeck ist enttäuscht nach dem 3:4 bei Türkgücü München. © picture alliance/Fotostand Foto: Fotostand/Wagner

VfB Lübeck: Kein Happyend im Tor-Spektakel von München

Stand: 20.10.2020 20:53 Uhr

Fußball-Drittligist VfB Lübeck hat am Dienstagabend das Aufsteigerduell bei Türkgücü München mit 3:4 (1:2) verloren. Die Travestädter sind nach sechs Spieltagen weiterhin sieglos.

von Christian Görtzen

München, immer wieder München! Die bayerische Landeshaupstadt ist aus Sicht von VfB-Trainer Rolf Landerl und seiner Mannschaft einfach keine Reise wert. Die ersten drei Auswärtsfahrten der neuen Saison führten den VfB in die Metropolregion an der Isar, stets ging es ohne Punkte wieder zurück in den Norden. Nach dem 0:1 bei der SpVgg Unterhaching und dem 1:4 beim TSV 1860 München nun das 3:4 beim Mitaufsteiger. Es war vor leeren Rängen ein packendes, wildes Spiel, das Lübeck unglücklich verlor. Der VfB ist weiterhin Tabellenletzter.

Lübeck durch Foulelfmeter im Rückstand

Lübeck war in den ersten zehn Minuten die engagiertere, bessere Mannschaft. Aber das war alles Makulatur, nachdem München erstmals den gegnerischen Strafraum betreten hatte. VfB-Mittelfeldspieler Osarenren Okungbowa brachte Petar Sliskovic auf derart ungestüme Art zu Fall, dass es nur eine Entscheidung geben konnte: Foulelfmeter. Diesen verwandelte Tom Boere sicher zum 1:0 (11.) für Türkgücü. Die Travestädter zeigten sich davon aber nicht sonderlich beeindruckt. Zunächst bot sich Nico Rieble eine Topchance - sein Kopfball aus fünf Metern sprang aber per Aufsetzer über das Tor (14.).

VfB erzwingt Ausgleich - und kassiert gleich das nächste Tor

Zwei Minuten später erhielt auch Lübeck einen Foulelfmeter zugesprochen. Münchens Keeper René Vollath hatte Martin Röser mit den Händen zu Fall gebracht. Der Gefoulte trat selbst an und scheiterte zweimal an Vollath - zuerst mit einem halbhohen Schuss auf die linke Seite, dann per Vollspann im Nachschuss.

Es ging rasant weiter vor leeren Rängen. Pascal Steinwender trieb den Ball über die rechte Außenbahn nach vorne, setzte sich durch, passte scharf zur Mitte - und erzwang damit den Ausgleich. Alexander Sorge lenkte die Kugel mit gestrecktem Fuß zum 1:1 (27.) ins eigene Tor. Allein: Die Freude darüber währte keine drei Minuten. Philipp Erhardt nutzte eine weitere große Lücke in der VfB-Defensive zum 2:1 (29.) aus. Steinwender hätte fast noch für den erneuten Ausgleich gesorgt, doch sein Schuss von der Außenbahn ging im Rücken von Vollath am leeren Tor vorbei (43.). So lag Lübeck zur Pause knapp hinten.

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Lübeck trifft zweimal innerhalb von drei Minuten

Kurz nach Wiederanpfiff wurde die Sache deutlicher. Im Anschluss an einen Eckstoß von Sercan Sararer erwies sich die VfB-Defensive ein weiteres Mal als nicht drittligareif. Petar Sliskovic bedankte sich, schraubte sich hoch und nickte ohne jede Gegenwehr zum 3:1 (51.) ein. Wer glaubte, damit sei alles klar, irrte gewaltig. Lübeck benötigte nur sechs Minuten, um zu egalisieren.

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Marvin Thiel (l.) vom VfB Lübeck wird im Spiel bei Türkgücu München von Kilian Fischer bedrängt. © picture alliance/Fotostand Foto: Fotostand/Wagner

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Die Höhepunkte der Drittliga-Partie Türkgücü München - VfB Lübeck. Video des Bayerischen Rundfunks. extern

Zuerst erinnerte sich Steinwender seines Versuchs in Hälfte eins, beförderte den Ball in Richtung Türkgücü-Gehäuse und jubelte kurz darauf über ein Eigentor der Gastgeber - dieses Mal lenkte Azur Velagic das Spielgerät ins eigene Netz (55.). Und kurz darauf nutzte Röser eine gelungene Ablage per Brust von Thorben Deters zu einem Vollspannschuss in den linken oberen Torwinkel - 3:3 (57.). Alles war wieder offen.

Dritter Strafstoß der Partie sorgt für Entscheidung

Das Aufsteiger-Duell ging wild weiter. Nur Sekunden nach einem Lattenknaller von Benedikt Kirsch entschied Schiedsrichter Nicolas Winter (Hagenbach) nach einem Schuss von Boere auf Handelfmeter für die Gastgeber. Seiner Ansicht nach hatte Florian Riedel den Ball mit dem Arm geblockt. Daniele Gabriele traf zum 4:3 (69.). Lübeck gab nicht auf, drängte auf den Ausgleich, doch dieser fiel nicht mehr. VfB-Keeper Lukas Raeder verhinderte noch das 3:5 gegen Sararer (90.+3).

6.Spieltag, 20.10.2020 19:00 Uhr

Türkgücü

4

VfB Lübeck

3

Tore:

  • 1:0 Boere (10., Foulelfmeter)
  • 1:1 Sorge (26., Eigentor)
  • 2:1 Erhardt (28.)
  • 3:1 P. Sliskovic (50.)
  • 3:2 Velagic (54., Eigentor)
  • 3:3 M. Röser (56.)
  • 4:3 Gabriele (67., Handelfmeter)

Türkgücü: Vollath - Fischer, Sorge (46. Velagic), Berzel, B. Barry (43. Y.-Y. Park) - Kirsch, Sararer, Erhardt - Boere, P. Sliskovic, Gabriele (74. Sijaric)
VfB Lübeck: Raeder - Riedel, Okungbowa, Rieble - Steinwender (70. Hobsch), Deters, Boland, Zehir, Thiel - Y. Deichmann, M. Röser (75. Benyamina)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.10.2020 | 23:03 Uhr

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