Stand: 20.07.2018 17:40 Uhr

Verrückte Transfer-Geschichte: Drexler nach Köln

Ex-Holstein-Regisseur Dominick Drexler geht zum 1. FC Köln.

Beim trostlosen 0:0 des FC Midtjylland am vergangenen Sonnabend zum Saisonstart der Superligaen gegen Aarhus GF saß Dominick Drexler auf der Tribüne. Der zweitteuerste Einkauf in der Vereinsgeschichte des dänischen Fußball-Meisters sei derzeit angeschlagen - so lautete die offizielle Begründung des Vereins aus Herning für das Fehlen des 28-Jährigen. Möglicherweise wollte der Club aber auch einfach kein Verletzungsrisiko beim von Holstein Kiel verpflichteten Offensivmann eingehen. Schließlich war es seit Tagen ein offenes Geheimnis, dass der vormalige KSV-Regisseur beim FCM vor dem Absprung steht, ohne ein Spiel für ihn bestritten zu haben. Seit Freitag ist es nun auch offiziell: Der Ex-Holstein-Star wechselt zu Kiels Zweitliga-Konkurrenten 1. FC Köln.

Wiedersehen mit Anfang und Czichos

Der gebürtige Bonner erhält in der Domstadt einen Vertrag bis 2022. Dort gibt es für Drexler ein Wiedersehen mit Verteidiger Rafael Czichos und Markus Anfang. Dem Trainer, unter dem er in der vergangenen Saison für Kiel in 31 Partien zwölf Tore erzielt hat. "Ich bin 30 Kilometer von Köln entfernt aufgewachsen - und mit dem FC schon immer verbunden. Es war ein Kindheitstraum von mir, für diesen Verein zu spielen. Dass dieser jetzt in Erfüllung geht, ist etwas ganz Besonderes für mich", sagte der 28-Jährige. Die Ablösesumme liegt Medienberichten zufolge bei etwa 4,5 Millionen Euro. Midtjylland hatte zuvor 2,5 Millionen Euro an Kiel überwiesen.

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Dominick Drexler war einer der Garanten für Holstein Kiels Höhenflug. Der FC Midtjylland verpflichtete den Regisseur bis 2022. Doch spielen wird der 28-Jährige für die Dänen wohl nie. (Vom 08.07.2018) mehr

Ende einer verrückten Transfer-Geschichte

Damit hat die vielleicht verrückteste Transfer-Geschichte dieses Sommers ein Ende gefunden. Denn Drexler war erst am 30. Mai offiziell als Zugang beim dänischen Meister vorgestellt worden. Ausgestattet mit einem Vertrag bis 2022, stürzte er sich voller Vorfreude in das erste Auslands-Engagement seiner Karriere. "Der FC Midtjylland ist ein Spitzenverein in der Superligaen, was für mich ein wichtiges Kriterium war, da ich gerne um Titel mitspielen würde", sagte er: "Ich verspreche, jedes Mal 100 Prozent für den Club zu geben." Klang nach dem Beginn einer langen Liebesbeziehung, zumal auch FCM-Sportchef Svend Graversen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus kam: "Er ist ein wahnsinnig talentierter und reifer Spieler, der in einem Team durch seine Tore und Vorlagen den Unterschied ausmacht."

Ex-Kieler für Dänen nur ein Investitions-Objekt?

Regelkonform?

Der Wechsel ist nach den Regularien des Weltverbands FIFA trotz der ungewöhnlichen Umstände legitim. Im Absatz 5.3 ist festgehalten: "Ein Spieler kann in einer Spielzeit bei maximal drei Vereinen registriert werden. In dieser Zeit ist der Spieler für offizielle Spiele von lediglich zwei Vereinen spielberechtigt." Da Drexler nach dem 30. Juni nicht mehr bei Kiel angestellt war und für die Dänen nicht gespielt hat, wäre theoretisch sogar noch ein weiterer Vereinswechsel in dieser Saison möglich.

Warme Worte, die ein rasches Abkühlen der Beziehung nicht verhindern konnten. Die Liaison Drexler/Midtjylland ist geschieden und war somit nichts anderes als ein kurzer, heftiger Sommerflirt inklusive Ehe-Vertrags. Ob nun der Spieler oder der Verein zuerst Trennungsabsichten hatten, ist unklar. Der Ex-KSV-Profi schwieg. Und von Clubseite war lediglich zu erfahren, dass man zwar mit dem 28-Jährige plane, aber letztlich alles eine Frage des Preises sei. Hernach wurde spekuliert, dass der Meister den Mittelfeldmann von Beginn an nur als Investitions-Objekt gesehen habe, zumal Graversen im "Herning Folkeblad" zugab, "dass wir einen sehr erfahrenen Spieler zu einem Preis unter dem Marktwert gekauft haben". Rund zwei Millionen Euro dürfte der Gewinn der Dänen nun betragen. "Alles, was der FC Midtjylland anrührt, wird im Moment zu Gold", schrieb die dänische Zeitung "Ekstrabladet".

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