Das Wolfsburger Team jubelt © Ibing/Firo/Witters Foto: RalfIbing

Turbulent und glücklich - VfL Wolfsburg weiter ungeschlagen

Stand: 08.11.2020 17:29 Uhr

Der VfL Wolfsburg ist in der Bundesliga auch nach sieben Spielen unbesiegt. Durch das turbulente 2:1 (2:0) gegen die TSG Hoffenheim haben die Niedersachsen nun Tuchfühlung zu den oberen Tabellenplätzen.

von Johannes Freytag

Renato Steffen und Wout Weghorst trafen für die "Wölfe", die am Sonntag lange wie der sichere Sieger aussahen, am Ende einer turbulenten Partie aber noch zittern mussten. Keeper Koen Casteels avancierte in der Nachspielzeit mit einem gehaltenen Elfmeter zum Matchwinner. Der Erfolg könnte sich auch versöhnlich auf den öffentlichen Wirbel um Glasners öffentliche Kritik an der Wolfsburger Transferpolitik auswirken. Der Österreicher hatte bereits vor der Partie seine Worte in Richtung Geschäftsführer Jörg Schmadtke relativiert und von einer "überraschenden" Resonanz auf seine Aussagen gesprochen. Dennoch wird es in der Länderspielpause Klärungsebedarf mit Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer geben.

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Steffens Treffer zählt mit Verzögerung

Schon die Anfangsphase in Wolfsburg hatte es in sich. Bereits in der ersten Minute boxte VfL-Keeper Casteels in höchster Not den Ball aus der Gefahrenzone, dann klärte auf der Gegenseite Hoffenheims Kevin Vogt kurz vor der Linie gegen Josip Brekalo (3.). Kurz darauf gingen im Wolfsburger Strafraum zwei Hoffenheimer zu Boden, der Pfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski blieb aus und Steffen vollendete den Konter mit einem Schuss ins Tor (5.). Jablonski entschied zunächst auf Abseits, wurde aber vom Video-Assistenten korrigiert. Wiederum nur vier Minuten später wurde Weghorst im Fünfmeterraum angespielt, der Niederländer bekam den Ball aber nicht unter Kontrolle (9.).

Weghorst holt Bas Dost ein

Die Glasner-Elf hielt den Druck hoch, zeigte zeitweise überragendes Umschaltspiel und belohnte sich schnell mit dem zweiten Treffer: Steffen scheiterte an TSG-Torwart Oliver Baumann, Weghorsts Nachschuss wehrte Kevin Akpoguma ab - doch den Abpraller passte Steffen erneut zum Niederländer, der wuchtig zum 2:0 traf (26.). Mit seinem 36. Tor im VfL-Trikot holte Weghorst in der Liste der Wolfsburger Bundesliga-Rekordtorschützen Bas Dost auf Platz fünf ein.

Mit der 2:0-Führung ging es in die Pause, weil Ishak Belfodil (40.) und Christoph Baumgartner (45.+1) gute Hoffenheimer Gelegenheiten ausließen.

Elfmeterkiller Casteels hält den Sieg fest

Nach dem Seitenwechsel zeigten die "Wölfe" zunächst weiter eine ansprechende Offensivleistung. Brekalo (51.) und Jérôme Roussillon (55.) hatten Möglichkeiten. Aber auch die TSG Hoffenheim kam zu guten Gelegenheiten. Baumgartner vergab nach einem kapitalen Fehlpass von Steffen im Sechzehner - Casteels war aber auf dem Posten (64.). Auch den Schuss von Munas Dabbur parierte der Belgier (72.).

Und während die Kraichgauer immer stärker wurden, konnte der VfL in der Schlussphase der intensiven Partie nicht mehr zulegen. Weghorst verpasste die Entscheidung, als er einen Foulelfmeter am Tor vorbeisetzte (84.). Wenig später traf Sargis Adamyan nach einem Fehler von John Anthony Brooks (87.). In der Nachspielzeit gab es dann einen Handelfmeter für Hoffenheim - Maximilian Arnold hatte im Kopfballduell mit Hoffenheims Baumann den Ball mit der Faust getroffen. Casteels hielt aber mit seiner Parade gegen Dabbur den zweiten Wolfsburger Saisonsieg fest (90.+4).

7.Spieltag, 08.11.2020 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg

2

Hoffenheim

1

Tore:

  • 1:0 Steffen (5.)
  • 2:0 Weghorst (26.)
  • 2:1 Adamjan (87.)

VfL Wolfsburg: Casteels - R. Baku, Lacroix, Brooks, Roussillon - Schlager (90. Pongracic), Arnold - Steffen (71. Victor), Philipp (62. Mehmedi), Brekalo (71. Gerhardt) - Weghorst
Hoffenheim: Baumann - Bogarde (86. Klauss), Vogt, Akpoguma - Rudy, Samassékou (74. Bebou), Sessegnon - Baumgartner, Grillitsch (59. Adamjan) - Dabbur, Belfodil (59. Gacinovic)
Zuschauer:

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Sportclub | 08.11.2020 | 22:50 Uhr

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