Stand: 14.08.2020 17:25 Uhr

Trotz Corona-Zeit: Viele Fans kaufen Dauerkarten

Spielszene einer Partie aus der zweiten Fußball-Bundesliga im Stadion des FC St. Pauli in Hamburg. © dpa picture alliance Foto: Stuart Franklin
Der FC St. Pauli hat 15.500 Dauerkarten verkauft - ins Stadion dürfen die Fans aber weiter nicht.

Eine Dauerkarte beim FC St. Pauli ist sehr begehrt - auch in Corona-Zeiten. Obwohl noch lange nicht absehbar ist, wann überhaupt wieder Fans ins Stadion dürfen, haben die Kiezkicker den Verkauf der Saisontickets für die Zweite Liga bereits abgeschlossen: 15.500 Anhänger haben bis zum Fristende am 30. Juni ihre Verlängerungsoption gezogen und dabei sogar deutlich erhöhte Ticketpreise in Kauf genommen. Besonders kreativ ist einmal mehr Hansa Rostock geworden. Der Drittligist setzt auf sogenannte Soli- und Flex-Tarife und einmal mehr auf das große Herz der Fans der "Kogge" - offenbar mit Erfolg.

Die meisten Proficlubs im Norden gehen mit dem Thema bisher deutlich defensiver um. Zumal sicher sein dürfte, dass die Clubs nach grünem Licht von den Behörden zunächst mit begrenzten Kartenkontingenten arbeiten müssen. Doch die treusten Fans können aufatmen, denn bisherige Dauerkarten-Inhaber sollen bei den meisten Vereinen bevorzugt werden. NDR.de gibt einen Überblick, wie die Proficlubs in Sachen Dauerkarten planen:

Bundesliga: Geld zurück oder spätere Abbuchung

Der VfL Wolfsburg hat seinen Dauerkartenverkauf wie gewohnt schon vor einiger Zeit gestartet. Allerdings mit einem genau auf die anspruchsvollen Zeiten abgestimmten Konzept. Denn eine Abbuchung vom Konto der Fans erfolgt erst, wenn "wieder vollständig vor Zuschauern gespielt werden kann und damit die Plätze der Dauerkarten-Inhaber ohne Einschränkung genutzt werden können". Mittlerweile seien alle Verkaufsphasen abgeschlossen und der Dauerkartenverkauf beendet.

Auch die Anhänger von Werder Bremen konnten Dauerkarten erwerben. Allerdings heißt das nicht, dass alle Käufer auch ein Spiel vor Ort zu sehen bekommen, wenn im Laufe der Saison im Weserstadion wieder vor Zuschauern gespielt werden kann. Denn vor den Spielen sollen die tatsächlich zur Verfügung stehenden Tickets jeweils zwischen den Dauerkarteninhabern verlost werden. Wer leer ausgeht, erhält anteilig sein Geld zurück.

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Transparent "Fussball lebt durch seine Fans" im Millerntor-Stadion in St. Pauli. © Groothuis/Witters/Pool/Witters Foto: TimGroothuis

DFL akzeptiert vorläufige Entscheidung der Politik

Die DFL hat die Absage der Politik für eine schnelle Zulassung von Fans akzeptiert. St. Pauli verschickte bereits 15.500 Dauerkarten. Werder will mit den Spielern über Gehaltsverzicht reden. mehr

2. Liga: Clubs arbeiten an Lösungen

Während der FC St. Pauli bereits Fakten geschaffen hat, und nur noch 100 Dauerkarten-Rückläufer an Fans auf der Warteliste verteilen will, sobald klar ist, wann wieder Fans ins Stadion dürfen, tun sich die übrigen Zweitligisten aus dem Norden noch schwer. Der HSV verweist auf seiner Homepage darauf, dass die "Bekanntgabe der Informationen voraussichtlich Mitte August erfolgen wird". Bei Hannover 96 heißt es online schlicht: "Aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen Spiele ohne Zuschauer sind aktuell keine Tickets im Verkauf."

Blick in das menschenleere Stadion des VfL Osnabrück. © imago
Auch die Bremer Brücke in Osnabrück bleibt für Fans vorerst weiter geschlossen.

Holstein Kiel erarbeitet nach eigener Aussage "sorgfältig praktikable Konzepte für verschiedene mögliche Szenarien". Die Rahmenbedingungen in Corona-Zeiten seien schlicht "kaum kalkulierbar". Aus demselben Grund hat auch der Dauerkartenverkauf bei Ligakonkurrent VfL Osnabrück noch nicht begonnen. Der Club befinde sich "in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden". So sollen "mit der gebotenen Sorgfalt", einerseits Zuschauer nicht gefährdet, aber andererseits "das Maximum an vertretbarer Kapazität" definiert werden. Mehrere Konzepte seien für den Tag X bereits erarbeitet, aber noch keines verabschiedet worden. Liga-Neuling Eintracht Braunschweig stellte am Freitag sein Konzept vor - das mehr oder minder dem von Hansa entspricht (siehe unten). Der Dauerkartenverkauf, der sich zunächst nur an die bisherigen Karteninhaber richtet, startet am kommenden Dienstag.

3. Liga: Hansa Rostock beschreitet Sonderweg

Normalerweise malen die Mühlen in der Dritten Liga ein bisschen langsamer. Und so haben wie an vielen anderen Orten auch beim SV Meppen und bei Aufsteiger VfB Lübeck die Dauerkartenverkäufe noch nicht begonnen. Die Emsländer teilten auf Nachfrage von NDR.de mit, weitere Entscheidungen der Politik abwarten zu wollen und dann konkrete Pläne zu schmieden.

Ganz anders Hansa Rostock: Der Vorjahressechste machte gerade mit dem Konzept "Besondere Zeiten - besondere Varianten" Schlagzeilen. Die Fans können beim Dauerkartenverkauf zwischen den Tarifen Soli und Flex wählen. Bei der ersten Variante, die zunächst nur den bereits registrierten Dauerkarteninhabern angeboten wird, erklären sich die Käufer bereits beim Kauf damit einverstanden, auf etwaige Rückerstattungen bei Spielausfällen zu verzichten. Die zweite Variante sieht eine Erstattung in Form von Ticketgutscheinen vor - ist allerdings erst ab Anfang September erhältlich. Schon jetzt steht fest, dass sich die Hanseaten einmal mehr auf ihre Fans verlassen können. Innerhalb von gerade mal zwei Wochen wurden bereits mehr als 2.500 Karten verkauft.

VIDEO: Corona: Hansa Rostock erarbeitet Hygienekonzept (3 Min)

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 12.08.2020 | 19:30 Uhr

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