SWerder Bremens Ex-Trainer Markus Anfang schaut ernst. © IMAGO / Comsport

Staatsanwaltschaft: Fälschungs-Verdacht gegen Anfang erhärtet

Stand: 22.11.2021 19:39 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Bremen hat neue Erkenntnisse im Fall Markus Anfang veröffentlicht, die den Verdacht der Fälschung seines Impfausweises erhärten. Weder sei der 47-Jährige wie angegeben in Köln geimpft worden noch passen die Chargennummern.

Demnach sind in dem Dokument, das Werder Bremens Ex-Trainer vorgelegt hat, zwei Impftermine in einem Kölner Impfzentrum dokumentiert. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung, die dieses Impfzentrum betreibt, sei Anfang jedoch an keinem der beiden Termine von der EDV des Zentrums erfasst worden. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass der Impfausweis gefälscht ist.

Die Ermittlungen haben außerdem ergeben, dass die bei Anfangs erstem Termin angegebene Chargennummer des Impfstoffes nie verimpft wurde. Die Chargennummer des zweiten Termins wurde nach Angaben des Oberstaatsanwalts Frank Passade zwar verimpft - jedoch nicht an dem in Anfangs Dokument angegebenen Tag.

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Am 11. November bei Karnevalsfeier in Köln

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Anzeige vom Bremer Gesundheitsamt

Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass gegen Anfang wegen der angeblichen Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats ermittelt wird. Das Bremer Gesundheitsamt hatte ihn bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, weil der Behörde mehrere Unregelmäßigkeiten in dem Zertifikat aufgefallen waren. Wegen der Ermittlungen war Anfang dann am Sonnabend wenige Stunden vor dem Bremer Heimspiel gegen Schalke 04 (1:1) als Werder-Trainer zurückgetreten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich Anfang mittlerweile einen Anwalt genommen, aber noch keine Aussage zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen gemacht. "Sein Anwalt wird erst einmal Akteneinsicht fordern", sagte Passade. Anfang hatte zunächst versichert, dass er geimpft sei und die Vorwürfe zurückgewiesen.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.11.2021 | 17:25 Uhr

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