Stand: 22.09.2018 10:40 Uhr

St. Paulis Befreiungssschlag dank Miyaichi

von Sebastian Ragoß, NDR.de
Der Matchwinner: Ryo Miyaichi.

Der FC St. Pauli hat seine Negativserie in der Zweiten Bundesliga am Freitagabend gestoppt und beim FC Ingolstadt mit 1:0 (0:0) gewonnen. Mann des Tages war Ryo Miyaichi, der in der 82. Minute das entscheidende Tor köpfte. Ausgerechnet Miyaichi, der sich im April dieses Jahres zum dritten Mal das Kreuzband gerissen hatte und dem nicht wenige Experten das Karriereende prophezeit hatten. Nun sorgte er dafür, dass die Hamburger deutlich entspannter auf die kommenden Aufgaben blicken können. "Es ist irgendwie wie ein Märchen", sagte der überglückliche Miyaichi: "Bei meinem Comeback den Siegtreffer zu erzielen - ein überragendes Gefühl. Für Ingolstadts Coach Stefan Leitl hatte die erneute Niederlage Konsequenzen: Er wurde am Sonnabend beurlaubt.

Bloß nicht in Rückstand geraten

6.Spieltag, 21.09.2018 18:30 Uhr

FC Ingolstadt

0

FC St. Pauli

1

Tore:

  • 0:1 Miyaichi (82.)

FC Ingolstadt: Knaller - Ananou, Matip, Gimber, Otavio Rosa da Silva - T. Schröck, Kerschbaumer - Pledl (75. Benschop), Röcher (65. Osawe), Kittel - Lezcano (79. Krauße)
FC St. Pauli: Himmelmann - Dudziak, Ziereis, Avevor, Buballa - Flum (73. Zehir), Knoll - C. Sahin (70. Miyaichi), Buchtmann (90.+4 Carstens), Möller Daehli - Veerman
Zuschauer: 10164

Weitere Daten zum Spiel

St. Pauli war mit der Hypothek von vier Pflichtspielniederlagen in Folge in die Begegnung gegangen. Auch die Ingolstädter schleppten nach dem 0:6-Debakel in Bochum am vergangenen Wochenende eine Menge Ballast mit. Das Resultat: eine schwache Partie, in der es beiden Teams vor allem darum ging, keine Fehler zu machen und nicht in Rückstand zu geraten. St. Pauli war in der Anfangsviertelstunde leicht feldüberlegen, ehe die Bayern mehr Kontrolle bekamen. Echte Torchancen gab es allerdings für beide Mannschaften bis zur 40. Minute nicht. Dann zog Jeremy Dudziak aus halbrechter Position ab und verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter. "Man hat uns angemerkt, dass uns die letzte Zeit in den Knochen steckte. Wir haben Zeit gebraucht, um reinzukommen", sagte St. Paulis Coach Markus Kauczinski.

Was der Trainer zufrieden festgestellt haben dürfte: Die defensive Grundordnung seiner Elf stimmte, mit dem wieder fitten Christopher Avevor hatte die Innenverteidigung deutlich mehr Stabilität als zuletzt. Warum also nicht ein wenig mehr riskieren? St. Pauli erhöhte den Druck und hatte durch Marvin Knoll erneut eine gute Distanzschuss-Gelegenheit (57.). Doch etwas übertrieben es die Hamburger. Ingolstadt bekam Platz für Konter und hatte durch Thomas Pledl (60.) und Osayamen Osawe (67.) seinerseits Chancen.

Gelb-Rot für Kerschbaumer bringt St. Pauli Überzahl

Es blieb jedoch bei diesem kurzen Aufflackern von Offensiv-Inspiration. Der übermotivierte Konstantin Kerschbaumer handelte sich eine vollkommen berechtigte Gelb-Rote Karte ein und bescherte St. Pauli Überzahl (77.). Und die Gäste wussten diese zu nutzen. Der eingewechselte Ersin Zehir schickte Miyaichi, der die totale Konfusion in der FCI-Abwehr nutzte und das entscheidende Tor markierte. Wer hätte damit im April gerechnet? Nach Miyaichis drittem Kreuzbandriss hatten fast alle mit einer weiteren monatelangen Pause gerechnet. Doch der Japaner ließ sich nicht operieren, sondern stärkte stattdessen die Muskulatur um das lädierte Knie herum und feierte nun ein fantastisches Comeback.

Weitere Informationen

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Sport aktuell | 17.09.2018 | 17:25 Uhr

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