Stand: 06.10.2019 19:22 Uhr

St. Pauli gibt Führung in Nürnberg her

von Martin Schneider, NDR.de
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Freuten sich über die zwischenzeitliche Führung: Torschütze Viktor Gyökeres (l.) und Daniel Buballa.

Die Erfolgsserie des FC St. Pauli in der zweiten Fußball-Bundesliga hält an. Die Kiezkicker spielten am Sonntag bei Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg 1:1 (1:0) und sind damit seit sechs Spielen ungeschlagen. Im Frankenland wäre für die Hamburger auch mehr drin gewesen, doch die Norddeutschen überließen nach dem eigenen Führungstreffer den Gastgebern zu sehr die Initiative auf dem Platz. "Nach der Führung waren wir ein bisschen zu passiv und haben versucht zu verwalten. Wir haben Nürnberg quasi eingeladen, ins Spiel zurückzukommen. Beide Mannschaften hatten Chancen, das Spiel zu gewinnen. Mit ein bisschen Glück wären wir das gewesen, aber wir müssen mit einem Punkt auswärts in Nürnberg zufrieden sein", sagte Kapitän Daniel Buballa nach dem Spiel.

Gyökeres lässt St. Pauli jubeln

Die Anfangsphase der Partie war etwas für Taktik-Fanatiker, weniger für Fußball-Enthusiasten. Der "Club" und die Kiezkicker neutralisierten sich auf dem Platz, da beide Mannschaften der gleichen Spielidee folgten. Beide standen kompakt, beide warteten ab, beide wollten über das Umschaltspiel zum Erfolg kommen. Das Resultat waren Ballstafetten ohne nennenswerten Raumgewinn und harmlose Fernschüsse.

9.Spieltag, 06.10.2019 13:30 Uhr

1.FC Nürnberg

1

FC St. Pauli

1

Tore:

  • 0:1 Gyökeres (23.)
  • 1:1 Behrens (51.)

1.FC Nürnberg: Mathenia - Sorg, Sörensen, Margreitter, Handwerker (88. Valentini) - Jäger - Behrens, Geis (70. Medeiros) - Dovedan (84. Kerk), Frey, Hack
FC St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson, Östigard, Buballa, Penney - Becker (90.+1 Carstens), Knoll - Miyaichi, Möller Daehli, Sobota (87. Buchtmann) - Gyökeres (71. Taschtschi)
Zuschauer: 32117

Weitere Daten zum Spiel

Mit der ersten gefährlichen Aktion der Partie gelang den Hamburgern prompt die Führung - der Treffer fiel nach einer kuriosen Situation. Bei einem Angriff der St. Paulianer über den rechten Flügel hob der Linienrichter beim Zuspiel auf Sebastian Ohlsson die Fahne, Schiedsrichter Lasse Koslowski unterbrach die Partie aber nicht. Ohlssons Flanke bekamen die Nürnberger nicht geklärt, Viktor Gyökeres stand im Zentrum richtig und erzielte das 1:0 (23.). Die Gastgeber beschwerten sich, waren durch die Fahne des Assistenten irritiert. Der Videoschiedsrichter überprüfte anschließend die Situation und bestätigte die Regularität des Treffers. Mit Wut im Bauch drängte der "Club" auf den raschen Ausgleich, doch die Schüsse von Hanno Behrens und Robin Hack (31.) konnte die Defensive der Braun-Weißen blocken. Und in Torwart Robin Himmelmann hatten die Gäste einen starken Rückhalt. Der 30-Jährige rettete unmittelbar vor der Pause mit einer Glanzparade gegen Hack die Führung in die Kabine. Den Schuss des Nürnbergers lenkte er auf die Latte.

Sobota legt unfreiwillig den Ausgleich auf

Die Passivität, die die Kiezkicker vor der Pause zeigten, setzte sich auch im zweiten Durchgang fort. Diesmal mit Konsequenzen. In der 51. Minute wollte Nikola Dovedan den Ball auf die rechte Angriffsseite passen. St. Paulis Waldemar Sobota ging dazwischen, der Ball versprang ihm und er wurde so unfreiwillig zum Passgeber für Behrens. Der FCN-Kapitän zog direkt ab und sein leicht abgefälschter Schuss flog in die Maschen.

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Der gebürtige Elmshorner Hanno Behrens (l.) traf zum 1:1 für Nürnberg.

Die postwendende Antwort hatte Gyökeres auf dem Fuß. Der Schwede wurde von Ryo Miyaichi in Szene gesetzt, Nürnbergs Oliver Sorg warf sich in den Versuch des Stürmers und verhinderte damit die erneute Führung der Hamburger. In der 66. Minute dachten die mitgereisten Fans der Braun-Weißen, es wäre soweit, doch sie jubelten zu früh. Schiedsrichter Koslowski kassierte den Treffer von Mats Möller-Daehli aufgrund einer Abseitsstellung von Matthew Penney wieder ein.

Chancen auf beiden Seiten in der Schlussphase

Den längeren Atem hatten die Franken, die in den Schlussminuten den Sieg erzwingen wollten. In der 81. Minute köpfte Hack knapp am rechten Pfosten vorbei. In der 86. Minute traf Hack besagtes Alumium, jedoch den linken Innenpfosten, von dem sein Ball zurückprallte. Der Schlussakkord gehörte dennoch den Hamburgern: Miyaichi spielte dem eingewechselten Borys Tashchy den Ball von der rechten Seite mustergültig in den Lauf, doch der Ukrainer brachte das Leder nicht im Gehäuse unter, sondern traf nur Christian Mathenia im "Club"-Tor. So blieb es beim leistungsgerechten 1:1.

Wenige Stunden nach der Partie gaben die Nürnberger den Tod eines Zuschauers bekannt. "Wir sind bestürzt und schockiert, dass der Mann, der in der Südkurve zusammengebrochen ist, leider verstorben ist. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Angehörigen", teilte der FCN mit.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.10.2019 | 23:00 Uhr

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