Stand: 22.02.2020 14:58 Uhr

Braun-Weiß jubelt im Volkspark: St. Pauli schlägt HSV

von Sebastian Ragoß, NDR.de
Die Spieler des FC St. Pauli jubeln nach einem Tor im Volksparkstadion im Spiel gegen den HSV. © picture alliance / dpa Foto: Axel Heimken
Braun-weißer Jubel: St. Pauli feiert den Sieg beim HSV.

Dem FC St. Pauli ist am Sonnabend im Volksparkstadion Historisches gelungen: Die Kiezkicker siegten in der zweiten Fußball-Bundesliga im Derby beim HSV wie bereits in der Hinrunde mit 2:0 (2:0). Damit gewann St. Pauli erstmals seit der Saison 1953/1954 (damals in der Oberliga Nord) beide Stadtduelle innerhalb einer Spielzeit. "Etwas Schöneres gibt es nicht", freute sich St. Paulis Marvin Knoll. Insgesamt war der Erfolg verdient, auch wenn er sich zunächst überhaupt nicht angedeutet hatte.

HSV dominiert, doch Veerman trifft

Denn der HSV bestürmte zu Beginn das Gäste-Tor und hatte in den ersten zehn Minuten drei Riesenchancen zur Führung. Aaron Hunt verzog freistehend aus 14 Metern (7.), Sonny Kittel drosch den Ball an die Latte (7.) und Joel Pohjanpalo stocherte die Kugel an den Außenpfosten (10.).

23.Spieltag, 22.02.2020 13:00 Uhr

Hamburger SV

0

FC St. Pauli

2

Tore:

  • 0:1 Veerman (20.)
  • 0:2 Penney (29.)

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Beyer, Letschert, van Drongelen, Leibold - Schaub, G. Jung, Hunt (62. Kinsombi) - Jatta (71. Hinterseer), Pohjanpalo, Kittel (62. Harnik)
FC St. Pauli: Himmelmann - Penney, Östigard, Buballa, Ohlsson - Benatelli - Becker (34. Knoll), Miyaichi, Sobota (90.+1 Flum) - Veerman, Diamantakos (87. Taschtschi)
Zuschauer: 57000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

"Wir müssen in Führung gehen und machen das Tor nicht", ärgerte sich HSV-Trainer Dieter Hecking, der selbstkritisch analysierte: "Die Niederlage nehme ich auf meine Kappe. Ich muss mich auch hinterfragen, was wir hätten besser machen können. Ich nehme meine Jungs heute bewusst raus."

St. Paulis Auftritt in der Anfangsphase war grausam, sowohl defensiv als auch in der Offensive. Doch wen stört das, wenn es trotzdem zur Führung reicht? Louis Schaub lud die Gäste mit einem katastrophalen Querpass zum Konter ein. Henk Veerman ließ Rick van Drongelen wie einen Anfänger stehen, schüttelte auch Hunt ab und lupfte den Ball mit Übersicht ins Tor (20.).

Der Gegentreffer war ein schwerer Nackenschlag für den HSV, der komplett seine Linie verlor. St. Pauli wurde mutiger und markierte sogar das 2:0 - Matthew Penney zog aus 25 Metern ab und ließ Keeper Daniel Heuer Fernandes keine Chance. Fin Ole Becker (34.) und Dimitrios Diamantakos (44.) hätten beinahe noch vor der Pause das dritte Tor für den Außenseiter markiert, der auch nach dem Wechsel sofort eine große Gelegenheit ungenutzt ließ: Marvin Knoll köpfte, Heuer Fernandes parierte mit einem tollen Reflex (51.).

St. Pauli behält die Kontrolle

Eine seltsame Stille machte sich breit im Volksparkstadion. Wann würde der HSV einen Gang höher schalten und sich gegen die Niederlage stemmen? Es passierte verblüffend wenig beim Favoriten.

Es fehlten Tempo, Genauigkeit und eine gute Raumaufteilung. St. Pauli behielt die Kontrolle und bejubelte nach Rico Benatellis Kopfball bereits das vermeintliche 3:0. Doch der Videoschiedsrichter entschied zu Recht, dass Ryo Miyaichi bei der Aktion im Abseits gestanden hatte (67.). Auch Lukas Hinterseer bugsierte den Ball ins Netz und wurde zurückgepfiffen, weil Pohjanpalo zuvor mit der Hand am Ball war (82.).

Es war der letzte Aufreger der Begegnung, an deren Ende St. Pauli den ersten Sieg im Jahr 2020 feierte und der HSV deprimiert vom Platz ging. Es wird interessant, wie der Aufstiegskandidat, der hinter Stuttgart auf Rang drei zurückfiel, den Rückschlag verkraftet und ob St. Pauli nun nachhaltig Aufwind im Kampf um den Klassenerhalt bekommt.

Weitere Informationen
St. Paulis Daniel Buballa, Leo Östigard und Dimitrios Diamantakos (v.r.) bejubeln den Sieg gegen den HSV. © picture alliance/Axel Heimken/dpa Foto: Axel Heimken

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 22.02.2020 | 13:00 Uhr

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