Stand: 10.03.2019 09:04 Uhr

St. Pauli - HSV: Vorabend des Derbys bleibt ruhig

Am Vorabend des Zweitliga-Derbys zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV (13.30 Uhr/im NDR Livecenter) hat es keine Zwischenfälle zwischen den Fanlagern in Hamburg gegeben. "Es ist ruhig geblieben", bestätigte ein Sprecher der Hamburger Polizei.

Polizisten hatten erste mögliche Auseinandersetzungen von Fangruppen bereits am Freitag verhindert. Nach Polizeiangaben hatten sich am Freitagabend auf der Budapester Straße etwa 200 mit roten Tüchern vermummte Menschen versammelt, die der St.-Pauli-Fanszene zuzuordnen sind. Gleichzeitig hatten sich im Stadtteil Eimsbüttel rund 300 Anhänger des HSV getroffen, die vereinzelt Pyrotechnik abbrannten. Beide Gruppen hatten offenbar die Absicht, sich aufeinander zuzubewegen.

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Das Stadt-Derby elektrisiert Hamburg, aufgrund der Rivalität zwischen den Fanlagern hat die Polizei die Partie als Risikospiel eingestuft. Vor und nach der Begegnung sowie im Stadion wird eine strikte Trennung der Anhänger erfolgen, mindestens 1.800 Polizisten sind im Einsatz. Erwartet werden heute zwischen 700 und 1.000 gewaltbereite Fans.

Gastgeber FC St. Pauli hat sich gerüstet und das Millerntorstadion derbyfest gemacht. Im Stehplatzbereich auf der Nordtribüne sorgen ein mobiler Zaun und ein Trennnetz dafür, dass die Fanlager nicht aufeinandertreffen und sich auch nicht mit Gegenständen bewerfen können. Auch zwischen den Sitzplatzbereichen gibt es eine Pufferzone, durch die rund 300 Plätze wegfallen. Zudem wurden weitere Kameras in den Umläufen installiert. "Da ist richtig was passiert", stellte St. Paulis Sicherheitschef Sven Brux im NDR Interview fest. Um zu verhindern, dass Anhänger vorab Gegenstände und besonders Pyrotechnik ins Stadion schmuggeln können, wurde das Stadion auch nachts beleuchtet und von Nachtwachen gesichert.

Kiez eine besondere Herausforderung

Auch wenn es im Hinspiel rund um das Derby (0:0) erstaunlich ruhig geblieben ist, wollen sich die Clubs und auch die Polizei nicht in falscher Sicherheit wähnen. "Wir bereiten uns noch gewissenhafter vor als sonst", versicherte Brux. Dass die Polizei wieder "mit sehr starken Kräften vor Ort" sein werde, wie Sprecher Timo Zill erklärte, findet Cornelius Göbel gut. Das große Polizei-Aufgebot beim Hinspiel - rund 1.700 Beamte waren im Einsatz - "hat Eindruck hinterlassen", ist der Leiter der HSV-Fanbetreuung überzeugt.

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Auch diesmal kommen wieder eine Hunde- und Reiterstaffel, Wasserwerfer sowie verstärkende Kräfte aus anderen Bundesländern zum Einsatz. "Die Polizei hat ganz klar signalisiert, dass es keine Toleranzschwelle gibt. Wenn etwas passiert, dann wird da auch ganz klar gegen vorgegangen. Das haben alle gespürt", erklärte Göbel. Im Gegensatz zum Hinspiel im Volksparkstadion muss die Polizei allerdings diesmal in einem wesentlich kleineren und damit unübersichtlichen Einsatzraum für Sicherheit sorgen, dem Kiez - eine besondere Herausforderung.

Vorglühen auf dem Kiez und "Derbymarsch" zum Stadion

Bereits am Vorabend des Spiels hatten sich HSV-Fans zum Vorglühen am Hans-Albers-Platz auf dem Kiez verabredet. Schon um 9 Uhr morgens trafen sich die HSV-Anhänger wieder auf der Moorweide am Dammtorbahnhof, wo der Verein früher seine Erfolge gefeiert hat, um von dort ihren "Derbymarsch" zum Millerntorstadion zu starten.

Göbel geht davon aus, dass alles ruhig bleiben wird: "Die HSVer sind sehr darauf fokussiert, supporttechnisch einen guten Auftritt hinzulegen und die Mannschaft maximal zu unterstützen. Alle sind extrem heiß auf diesen Derbysieg. Es ist ein Spiel, in dem es um wahnsinnig viel geht. Da musst du einfach ab der ersten Minute hinter der Mannschaft stehen." Der Polizei ist der offiziell angemeldete Zug Richtung St. Pauli, auf den sich die Einsatzkräfte ein Stück weit konzentrieren werden, durchaus recht. "Dadurch gibt es eine natürliche Sortierung", meinte Sprecher Zill.

Die Reeperbahn als Grenze zwischen den Fans

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Damit es am Stadion vor dem Spiel nicht zu Problemen kommt, haben die St. Paulianer ihre Hausaufgaben gemacht. "Am Spieltag werden alle Eingänge neu besetzt. Die Scanner sind alle neu gewartet worden, damit wir keine Verzögerungen haben, keine Schlangenbildung", erklärte Sicherheitschef Brux. Ab 12.30 Uhr öffnet zudem der HSV das Volksparkstadion, in dem ein kostenloses Public Viewing für die Fans ohne Karte angeboten wird.

Zill sprach für die Zeit nach dem Spiel von "einer besonderen Herausforderung, wenn beide Fanlager auf den Kiez strömen". Die Polizei setzt auf "das natürliche Fanverhalten". In der Vergangenheit hätte sich gezeigt, dass die HSV-Fans eher südlich der Reeperbahn um den Hans-Albers-Platz Lokale aufgesucht haben, die St.-Pauli-Anhänger nördlich. Nun wird Hamburgs Amüsiermeile zum ersten Mal zur Trennlinie für die Anhänger: Die jeweiligen Fanlager dürfen die Straßenseite nicht wechseln. "Wir werden die Reeperbahn als imaginäre Grenze nutzen und da die Problemfans trennen. Um die geht es uns im Kern", so Zill. Göbel von der HSV-Fanbetreuung: "Wir sind guter Dinge, dass wir ein spannendes schönes Derby erleben werden."

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