Stand: 01.12.2018 14:56 Uhr

St. Pauli: Drittes 1:1 in Folge

von Johannes Freytag, NDR.de
Henk Veerman blieb gegen Dynamo Dresden torlos.

Der FC St. Pauli hat in der Zweiten Liga zum dritten Mal in Folge remis gespielt. Die Hamburger kamen am Samstagnachmittag gegen Dynamo Dresden nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Nach einer tristen ersten Spielhälfte, geprägt vom Stimmungsboykott beider Fanlager, sorgte Jeremy Dudziak kurz nach Wiederanpfiff für die Führung der Kiezkicker, vier Minuten vor dem Ende glich Jannik Müller für die Gäste aus. "Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht", gab St. Paulis Keeper Robin Himmelmann im NDR Hörfunk zu, "dennoch ist es bitter, dass wir nach einem Standard die Punkte verlieren." In der Tabelle ist das Team von Trainer Markus Kauczinski weiter Vierter, hat aber nun schon fünf Punkte Rückstand auf einen direkten Aufstiegsrang. Für Sorgenfalten dürften zudem die Verletzungen von Mats Möller Daehli und Marvin Knoll sorgen. Abseits des Rasens kam es darüber hinaus zu dramatischen und unschönen Szenen.

45-minütiger Stimmungsboykott der Fans

15.Spieltag, 01.12.2018 13:00 Uhr

FC St. Pauli

1

Dyn. Dresden

1

Tore:

  • 1:0 Dudziak (47.)
  • 1:1 J. Müller (86.)

FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, Ziereis, Avevor, Buballa - Dudziak, Knoll (24. Zehir) - Miyaichi (74. C. Sahin), Möller Daehli (36. Veerman), Sobota - Allagui
Dyn. Dresden: M. Schubert - J. Müller, Dumic, Hamalainen - Berko (80. Duljevic), Benatelli (71. Ebert), Nikolaou, Heise - Aosman, Kone, Atik (80. Kreuzer)
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Die verletzten Christopher Buchtmann (Muskelfaserriss) und Richard Neudecker (Außenbandriss) ersetzte Kauczinski durch Ryo Miyaichi und Waldemar Sobota. Auf der rechten Verteidigerposition begann Luca Zander, dafür rückte Dudziak ins defensive Mittelfeld. Im Sturm lief Sami Allagui (als Kapitän) auf, Henk Veerman saß zunächst nur auf der Bank. Auf dem Rasen tat sich zunächst ebensowenig wie auf den Rängen, wo die Zuschauer aus Protest gegen fanunfreundliche Anstoßzeiten 45 Minuten auf Gesänge und Anfeuerungen verzichteten. Anlass für Begeisterung - etwa durch Torraumszenen - gab es auch im gesamten ersten Durchgang praktisch nicht. Beide Mannschaften agierten vorsichtig und waren um Spielkontrolle bemüht, Offensivaktionen verpufften meist schon weit vor dem gegnerischen Strafraum. Erst in der 19. Minute brandete erstmals Applaus auf, als Sobota zum vermeintlichen 1:0 getroffen hatte, das Tor wurde jedoch zu Recht wegen einer Abseitsposition des Polen nicht gegeben.

Knoll und Möller-Daehli verletzt

Für ein Raunen im Stadionrund sorgten lediglich St. Paulis frühe Auswechslungen: Als Möller Daehli nach einem Schlag aufs Knie länger behandelt werden musste und auszufallen drohte, machte sich Ersin Zehir zur Einwechslung bereit. Es ging dann aber Knoll, der Oberschenkel-Probleme hatte (24.). Zwölf Minuten später musste Möller Daehli doch runter - Veerman kam in die Partie. Aber auch dem Niederländer, der beim 1:1 in Regensburg und auch beim 1:1 gegen Heidenheim jeweils den Hamburger Treffer erzielt hatte, gelang vor der Pause kein Torschuss mehr. Dennoch gab es unmittelbar vor Beginn der Nachspielzeit Stimmung am Millerntor: Die Fans hatten ihren Boykott beendet.

Dudziak trifft früh, Müller spät

Kaum war die gewohnte Kulisse zurück, da sorgte St. Pauli für Torgefahr. Allagui drosch 50 Sekunden nach Wiederanpfiff den Ball knapp über die Querlatte. Wenig später machte es Dudziak besser: Ein Schussversuch von Allagui prallte dem Defensivmann vor die Füße, und der 23-Jährige schob zur 1:0-Führung für die Gastgeber ein (47). Dresden war sichtlich um eine schnelle Antwort bemüht, hatte aber gegen die tief und gut stehende Hamburger Defensive Mühe. Die Kiezkicker beschränkten sich ihrerseits auf Konterfußball: Einmal bekam Allagui den Ball nicht unter Kontrolle (54.), einmal stand Veerman im Abseits (63.), und schließlich scheiterte Dudziak an Dresdens Keeper Markus Schubert (68.). Auf der Gegenseite hatte Robin Himmelmann keine Schwierigkeiten mit einem Drehschuss von Dynamo-Stürmer Moussa Koné (75.).

Dresden erhöhte aber den Druck immer mehr und belohnte sich kurz vor dem Ende: Nach einem Eckball stieg Jannik Müller am höchsten und köpfte zum verdienten Ausgleich ein (86.). Veerman hatte in der 90. Minute noch die Chance zum 2:1 für die Hamburger, brachte aber in Bedrängnis keinen richtigen Torschuss zustande. Auch Allagui hatte noch eine Gelegenheit, scheiterte jedoch an Schubert (90.+3). Ein Sieg wäre allerdings auch zu viel des Guten für St. Pauli gewesen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 01.12.2018 | 19:30 Uhr

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