St. Paulis Guido Burgstaller ist enttäuscht. © WITTERS Foto: ValeriaWitters

St. Pauli: Abschied von Burgstaller nach Nürnberg deutet sich an

Stand: 19.05.2022 15:38 Uhr

Mit 18 Toren war Guido Burgstaller in der abgelaufenen Saison der Top-Torjäger bei Fußball-Zweitligist FC St. Pauli. Nun bahnt sich offenbar ein Wechsel des Österreichers zu seinem Ex-Club 1. FC Nürnberg an.

"Der Stand bei Burgi ist, dass er Vertrag hat", sagte St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann zu den Gerüchten um einen möglichen Abgang des "Fußballgotts", wie er von den Fans gerufen wird. Aber es gäbe laut Bornemann "Dinge im Leben, die muss man respektieren und akzeptieren und nach Lösungen suchen".

Damit spielte der Sportchef auf den Wunsch des 33-Jährigen an, wieder näher bei seiner Familie zu sein, die in Österreich lebt. Und öffnete gleichzeitig die Tür für mögliche Verhandlungspartner. Burgstaller, der seit 2020 das braun-weiße Trikot trägt und insgesamt 31 Tore für die Kiezkicker erzielte, besitzt bei den Hamburgern noch einen Vertrag bis zum Sommer 2023. Es müsste entsprechend eine Ablöse für den Torjäger gezahlt werden.

"Nürnberg liegt im Süden von Hamburg. Wenn er das gemeint hat, dann wird vielleicht auch mal ein Anruf kommen." Nürnberrgs Sportvorstand Dieter Hecking

Medial wurde zuletzt über eine Rückkehr Burgstallers zum 1. FC Nürnberg spekuliert. Damit konfrontiert wiegelte der Nürnberger Sportvorstand Dieter Hecking allerdings ab: "Was ich dazu sagen kann, ist, dass wir natürlich auch mitbekommen haben, dass er sich aufgrund von familiären Gründen wohl Richtung Süden verabschieden will", sagte Hecking dem TV-Sender "Sky".

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Und der ehemalige Trainer des VfL Wolfsburg, des HSV und von Hannover 96 legte noch einmal nach: "Nürnberg liegt im Süden von Hamburg. Wenn er das gemeint hat, dann wird vielleicht auch mal ein Anruf kommen", so Hecking, der sich aber nicht komplett in die Karten schauen lassen wollte: "Wir werden im Moment erstmal für uns unsere Liste abarbeiten. Und ob da Burgstaller draufsteht oder nicht, kann ich nicht sagen."

Burgstaller würde große Lücke hinterlassen

Burgstaller spielte von Januar 2015 bis Januar 2017 schon einmal erfolgreich für den "Club", ehe er zu Schalke 04 und später dann zu St. Pauli wechselte. Ein Abgang des Stürmers wäre für die Braun-Weißen ein schwer zu kompensierender Verlust, die abhängig von seinen Treffern sind. Mit seinen 13 Toren in der Hinrunde hatte der Österreicher maßgeblichen Anteil am Herbstmeistertitel, sein Leistungsabfall in der Rückrunde war einer der Gründe für den Einbruch des Hamburger und den verspielten Bundesliga-Aufstieg.

Kommt Daferner als Ersatz von Dynamo Dresden?

In Dresdner Medien wurde jüngst spekuliert, dass St. Pauli sich mit einer Verpflichtung von Christoph Daferner beschäftige. Der 24-Jährige hat bei Dynamo Dresden noch einen Vertrag bis 2023, auch für ihn wäre eine Ablöse fällig. Die dürfte sich allerdings an der Ligazugehörigkeit der Sachsen orientieren: Steigt Dynamo in den anstehenden Relegationsspielen gegen den 1. FC Kaiserlautern in die Dritte Liga ab, wäre Daferner für St. Pauli günstiger.

Was wird aus Kyereh und Paqarada?

Doch an Geld dürfte es zukünftig bei den Kiezkickern nicht mangeln - wenn auch unfreiwillig. Mit Daniel-Kofi Kyereh steht ein weiterer Abgang so gut wie fest, der Millionen in die Kasse der Braun-Weißen spülen wird. Lediglich das Ziel des ghanaischen Nationalspielers ist noch unbekannt. SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach, Union Berlin - "Ich werde nicht verraten, wer mich alles anruft", hielt sich Bornemann bedeckt. Auch bei Leart Paqarada sei laut dem 50-Jährigen "Bewegung drin", vom Verbleib des Linksverteidigers bis hin zum Verkauf sei alles möglich.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.05.2022 | 19:30 Uhr

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