Stand: 07.06.2020 15:23 Uhr

"Wölfe"-Stürmer Weghorst schockt Werder

von Sebastian Ragoß, NDR.de
Zeichen gegen Rassismus: Die Spieler von Werder Bremen und Wolfsburg knien vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie am Mittelkreis. © Witters Foto: Valeria Witters
Zeichen gegen Rassismus: Die Spieler von Werder Bremen und Wolfsburg knien vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie am Mittelkreis.

Der VfL Wolfsburg hat einen großen Schritt Richtung Europa-Pokal gemacht, Werder Bremen einen ebenso großen Richtung Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Die "Wölfe" gewannen am Sonntag dank eines späten Treffers von Wout Weghorst das Nordduell im Weserstadion mit 1:0 (0:0). "Wir sind auf einem sehr guten Weg", freute sich der Niederländer. "Das ist ein Erfolg für unsere Defensivabteilung, die klar heraus gestochen hat. Unsere Leistungen in den vergangenen Wochen war ziemlich konstant, deshalb können wir mit einem Lächeln nach Wolfsburg zurückfahren", sagte VfL-Trainer Oliver Glasner

Kohfeldt gibt sich weiter kämpferisch

Werder hat als Tabellen-17. nun bereits sechs Zähler Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz und drei auf Relegationsrang 16. "Die Enttäuschung ist sehr groß, aber der Kampfeswille ist ungebrochen", sagte Coach Florian Kohfeldt. Sollten die Hanseaten tatsächlich absteigen, ist dies vor allem der eklatanten Heimschwäche geschuldet: Erst eine Partie haben die Bremer in dieser Saison zu Hause gewonnen und bereits elf verloren. "Wir kämpfen um den Relegationsplatz, das ist unser erstes Ziel. Und wenn wir das schaffen sollten, haben wir noch zwei Spiele", so Kohfeldt.

Starkes Zeichen gegen Rassismus

Beide Teams setzten vor der Begegnung ein starkes Signal gegen Rassismus, als sie gemeinsam am Mittelkreis knieten. Werder hatte bereits beim Aufwärmen Shirts mit der Aufschrift "Klare Kante gegen Rassismus" getragen. Sie reagierten damit auf die weltweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem Polizeieinsatz in den USA. Auch bei anderen Bundesliga-Partien hatte es am Wochenende Proteste gegen Rassismus und Gewalt gegeben.

Die Partie entwickelte sich zu einem klassischen Kampfspiel, in dem Werder und Wolfsburg in Sachen Einsatz überzeugten, fußballerisch allerdings nicht. Vieles blieb Stückwerk, die turbulenten Strafraumszenen waren an einer Hand abzuzählen. Weghorst hatte nach einer knappen Viertelstunde die beste Chance vor der Pause. Er scheiterte aber an Werder-Schlusmann Jiri Pavlenka (14.).

Die Gastgeber hatten etwas mehr Ballbesitz, der ihnen allerdings auch nur zwei gute Gelegenheiten vor dem Wechsel bescherte. Beide Male stand Josh Sargent im Blickpunkt, der in die Startelf gerückt war, weil Milot Rashica (Sprunggelenksverletzung) kurzfristig passen musste. Sargent wurde zunächst beim Schuss in letzter Sekunde von Maximilian Arnord geblockt (24.), dann zwang er Keeper Koen Casteels zu einer Flugeinlage (31.).

Weghorst köpft den Siegtreffer

Die "Wölfe" gingen mit deutlich mehr Tempo in den zweiten Durchgang und forcierten das Spiel über die Flügel.

30.Spieltag, 07.06.2020 13:30 Uhr

Werder Bremen

0

VfL Wolfsburg

1

Tore:

  • 0:1 Weghorst (82.)

Werder Bremen: Pavlenka - Moisander, Vogt, Veljkovic - Gebre Selassie, Bargfrede (61. Bartels), Augustinsson - M. Eggestein, Klaassen (85. Woltemade) - Sargent (76. Bittencourt), Osako (85. Selke)
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon (88. Tisserand) - Schlager (83. Gerhardt), Arnold (88. Guilavogui) - Victor (64. Klaus), Mehmedi (64. Ginczek) - Brekalo - Weghorst
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Einige Male rauschte der Ball durchaus gefährlich in den Bremer Strafraum, doch die Werder-Defensive ließ sich zunächst nicht überrumpeln. Offensiv kam von den Gastgebern hingegen nichts mehr. Bei strömendem Regen gab es kaum mehr gelungene Aktionen. "Was natürlich schlecht ist, ist unser Verhalten im letzten Drittel. Wir kommen nicht zum Abschluss", bemängelte Kohfeldt. Werder ging aber auch nicht ins letzte Risiko, obwohl ein Sieg eigentlich Pflicht gewesen wäre.

Und es kam wie so oft in dieser Saison: Einen entscheidenden Moment war die Bremer Abwehr nicht auf der Höhe, Weghorst lief sich frei und köpfte eine Flanke von Felix Klaus ungehindert ein (82.). Ein schwerer Nackenschlag für Werder, möglicherweise ein vorentscheidender im Abstiegskampf. Die Partie am kommenden Wochenende beim Tabellenschlusslicht SC Paderborn wird für die Bremer ein "Endspiel", glaubt auch Kapitän Niklas Moisander: "Da müssen wir gewinnen."

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 07.06.2020 | 23:05 Uhr

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