Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, hält ein Trikot des Fußballvereins FC Hansa Rostock mit ihrem Namen und der Rückennummer 1. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Schwesig gratuliert Hansa Rostock - und kritisiert Ausschreitungen

Stand: 26.05.2021 05:16 Uhr

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat die Aufstiegshelden von Hansa Rostock bei einem Empfang vor der Staatskanzlei in Schwerin beglückwünscht. Von den Geschehnissen nach dem Spiel zeigte sie sich allerdings "echt enttäuscht".

Eine Abordnung des Zweitliga-Aufsteigers war am Dienstag in die Landeshauptstadt gefahren und überreichte der SPD-Politikerin ein Ehrentrikot mit der Rückennummer eins. Der Club dankte der Regierungschefin für die Ausnahmegenehmigung, durch die die Mecklenburger die Rückkehr in die Zweite Liga mit 7.500 Fans im Stadion feiern durften. "Wir hatten die meisten Zuschauer in ganz Deutschland im Stadion. Das war keine Selbstverständlichkeit und ein großes Privileg", sagte Vorstandschef Robert Marien. Auch Kapitän Markus Kolke, der normalerweise die Eins auf dem Rücken trägt, richtete ein paar Worte an Schwesig.

Die 47-Jährige gratulierte zunächst den Rostockern: "Viele, viele Fans in Mecklenburg-Vorpommern haben dem seit über neun Jahren entgegengefiebert." Mit dem Aufstieg habe sich die Treue der Fans zu ihrem Verein auch über schwierige Jahre hinweg nun bezahlt gemacht.

"Das hat beim Fußball null zu suchen"

Schwesig sparte allerdings auch nicht mit Kritik an den Ausschreitungen nach dem Spiel gegen den VfB Lübeck (1:1). Mannschaft, Verein und auch die Landesregierung seien "echt enttäuscht", dass es immer wieder Leute gebe, die Fußballspiele als Anlass für Randale missbrauchten. "Das hat beim Fußball, beim Sport null zu suchen. Wir alle freuen uns auf viel Kampf auf dem Platz, aber natürlich auch auf friedliche Zuschauer. Da müssen alle zusammenarbeiten, dass das dann in der Zweiten Liga gut funktioniert", betonte die Ministerpräsidentin. Auch Marien verurteilte noch einmal die Fan-Randale: "Das war der letzte Scheiß. Dafür entschuldigen wir uns auch."

In der Nacht zum Sonntag hatten Hansa-Anhänger in der Rostocker Innenstadt Barrikaden aus Mülltonnen errichtet und angezündet. Wie die Polizei weiter berichtete, waren dabei Beamte und Feuerwehrleute mit Pyrotechnik und Flaschenwürfen angegriffen worden. Es werde unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Wirken sich Feierlichkeiten auf Pandemielage aus?

Nach Ansicht des Rostocker Infektiologen Emil Reisinger werden auch die weitgehend friedlichen Aufstiegsfeiern nicht ohne Folgen bleiben: Er rechnet mit einer steigenden Zahl von Neuinfektionen. Grund dafür sei der enge Körperkontakt von vielen Tausend Menschen, bei denen die Träger von Schutzmasken die absolute Minderheit darstellten, sagte Reisinger. Zudem dürften die meisten dieser Fans wegen ihres Alters noch nicht geimpft sein. Er bezeichnete diese Art eines Festes als "eine hoffentlich einmalige Outlaw-Veranstaltung".

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Nordmagazin | 25.05.2021 | 19:30 Uhr

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