Schock für den VfB Lübeck: Antrag auf Corona-Hilfe abgelehnt

Stand: 07.12.2020 19:57 Uhr

Fußball-Drittligist VfB Lübeck erhält zumindest vorerst keine Mittel aus dem von der Bundesregierung aufgelegten Förderprogramm "Corona-Hilfe für den Profisport". Ein Antrag des Aufsteigers wurde abgelehnt.

Das teilte der schleswig-holsteinische Traditionsclub am Montagabend mit, nachdem er einen Bescheid vom zuständigen Bundesverwaltungsamt erhalten hatte. Der VfB kündigte an, gegen die Ablehnung des im Oktober gestellten Antrags "voraussichtlich" Widerspruch einzulegen. Mit Geld aus dem im Juli vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags beschlossenen Corona-Überbrückungshilfen für Sportvereine und Unternehmen im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb wollte der VfB seine Einnahmeausfälle durch die wegen der Corona-Krise von der Politik verordneten Geisterspiele abfedern.

VfB kritisiert Berechnungs-Grundlagen

Doch nach Ansicht des Bundesverwaltungsamtes erfüllte der Regionalliga-Meister dafür nicht die Voraussetzungen. Der VfB habe im Vergleich zum Jahr 2019 keine Mindereinnahmen gehabt, so die Begründung - sehr zum Unverständnis der Lübecker Verantwortlichen. "Das ist schlicht und einfach der Tatsache geschuldet, dass es für einen Aufsteiger kein geeigneter Vergleichsmaßstab ist, die Zahlen des Vorjahres, in dem wir noch Regionalligist waren, als einzige Berechnungsgrundlage heranzuziehen", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Schikorra.

"Die Berechnung etwaiger Hilfszahlungen, die für alle Profisportvereine außerhalb der Ersten und zweiten Fußball-Bundesliga 80 Prozent der Einnahmeausfälle bis zu einer Maximalsumme von 800.000 Euro betragen sollen, ist nach Auffassung des VfB-Vorstandes nicht geeignet, um gleiche Maßstäbe anzulegen. Der VfB Lübeck hatte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum keine Mindereinnahmen zu verbuchen." Mitteilung des VfB Lübeck

Realistisch sei, dass der Club pro Geisterspiel mindestens ein Minus von 60.000 Euro macht. "Wir fordern von der Politik keine Sonderrechte, sondern nur, dass wir genauso behandelt werden wie andere Drittligisten auch und man die tatsächlichen Einnahmeverluste auf einer realistischen Grundlage ermittelt", so Schikorra.

Dem VfB droht im Worst Case - Geisterspielen bis zum Saisonende - ein Minus von 1,3 Millionen Euro.

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