Stand: 06.06.2019 10:09 Uhr

Schmerzvolle Abgänge: Meppen vor Herausforderung

Jovan Vidovic (2. v.l) und Marius Kleinsorge feiern einen Meppener Treffer.

Den Klassenerhalt souverän erreicht, und dies schon am drittletzten Spieltag - Fußball-Drittligist SV Meppen hätte gute Gründe gehabt, das Vollbrachte noch merklich über das Saisonende hinaus zu genießen. Daraus aber wurde nichts. Fünf Tage nach der 2:4-Niederlage im letzten Saisonspiel beim 1. FC Kaiserslautern musste der emsländische Traditionsverein den Abgang seines Leistungsträgers Nico Granatowski bekanntgeben. Der 27 Jahre alte Außenbahnspieler, der in der vergangenen Saison 34 Drittligaspiele (drei Tore) für den SVM bestritt, wechselt ablösefrei zum Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück.

Nach Granatowski geht auch Proschwitz

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War dies schon schwer genug zu verdauen für die Meppener Fans, so kam es nur sechs Tage darauf noch schlimmer. Wieder musste die Presseabteilung den Verlust einer zentralen Figur des Teams vermelden - und dieser Abgang wirkte wie ein Schlag ins Kontor: Der 32 Jahre alte Top-Stürmer Nick Proschwitz schloss sich Liga-Konkurrent Eintracht Braunschweig an. Es ist bereits die 16. Station in der Karriere des wechselfreudigen Profis, der mit 14 Toren einen großen Anteil an Meppens Klassenerhalt hatte. Der SVM war auf dem Transfermarkt zum Handeln gezwungen - und das tat er auch.

Vorschusslorbeeren für neuen Stürmer Düker

Die Niedersachsen gaben am Dienstag die Verpflichtung von Julius Düker bekannt. Der 23 Jahre alte Angreifer des Bundesliga-Aufsteigers SC Paderborn, der zuletzt auf Leihbasis für Braunschweig (drei Tore bei zehn Einsätzen) spielte, unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021. "Die Verhandlungen waren angenehm unkompliziert. Wir freuen uns, dass sich Julius trotz anderer Angebote für den SV Meppen entschieden hat", sagte Finanzvorstand Stefan Gette. Trainer Christian Neidhart urteilte: "Als junger und hungriger Stürmer kann er absolut in die Fußstapfen von Nick Proschwitz treten."

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Auf Letzteren sind sie beim Emsland-Club nicht gut zu sprechen. Sie hatten ihm, den Vereinslosen, im Oktober 2018 doch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 gegeben - und mussten nun schmerzhaft erkennen, dass sich dadurch keine Treue besiegeln ließ. Es zeigte sich zudem, dass Meppen auch nach zwei Jahren in der Dritten Liga noch immer keine guten Karten hat, wenn ein anderer Club anklopft. "Natürlich ist das ärgerlich", kommentierte Vorstandssprecher Andreas Kremer in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" den Weggang von Proschwitz. "Der Stürmer hat uns im Oktober gesagt, wie die Rahmenbedingungen sein sollen, damit er bei uns spielt. Wir haben auf sein Bestreben einen Vertrag bis 2021 geschlossen."

Kremer: "Dann hat man sich verzockt"

Und nun habe ihm Proschwitz mitgeteilt, dass er dann eben mit dem Fußball aufhören würde, wenn er nicht nach Braunschweig wechseln dürfe. Geld habe er genug verdient, habe er zu hören bekommen, so Kremer. "Ich frage mich, welche Möglichkeiten ein Verein dann noch hat", sagte der Vorstandssprecher und gab selbst die Antwort: "Keine... Man kann es nicht drauf ankommen lassen und sagen 'Du hast einen Vertrag' und sitzt es aus. Am Ende des Tages ist er nachher krank oder verletzt, und der Verein hat ihn auf der Payroll. Dann hat man sich verzockt."

Der Ex-Braunschweiger Düker ist der vierte Zugang nach den Defensivspielern Yannick Osée (FK Pirmasens) und Florian Egerer (Hertha BSC II) sowie Mittelfeldspieler Willi Evseev (Hansa Rostock). Sieben Abgänge stehen dem gegenüber, auch Kapitän Martin Wagner (Hannover 96 II) hat den Verein verlassen. Nach aktuellem Stand dürfte der SV Meppen in der kommenden Saison im Kampf um den Klassenerhalt vor einer großen Herausforderung stehen.

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Sportclub | 19.03.2019 | 14:00 Uhr