Die Spieler des 1. FC phönix Lübeck feiern einen Treffer. © Imago Foto: Lobeca

SHFV-Pokal: 1. FC Phönix Lübeck erstmals seit 45 Jahren im Finale

Stand: 27.06.2021 10:31 Uhr

Vor einem Jahr gewann der SV Todesfelde als Außenseiter den schleswig-holsteinischen Fußball-Landespokal und zog in den DFB-Pokal ein. Heute will der 1. FC Phönix Lübeck im Finale gegen den SC Weiche Flensburg 08 überraschen.

Sie sind die, die den Adler tragen - und sie können am Sonntag zu Helden ihres Vereins werden. Nach 45 Jahren steht der aktuelle Fußball-Regionalligist 1. FC Phönix Lübeck erstmalig wieder im Finale um den schleswig-holsteinischen Landespokal. Damals gelang im Endspiel ein Sieg gegen den Itzehoer SV, wodurch der 1903 gegründete Club erst- und bisher einmalig 1976/1977 in die erste Runde des DFB-Pokals einzog. In dem Wettbewerb war es aber seinerzeit ein kurzes Vergnügen. Nach dem ersten Spiel und einem 0:2 gegen Eintracht Bad Kreuznach war schnell wieder alles vorbei.

Nun aber, viereinhalb Jahrzehnte später, bietet sich dem traditionsreichen Verein die große Chance zur Rückkehr auf die nationale Bühne. Und dann wäre der Gegner auch um einiges attraktiver als damals, als noch 128 Vereine an der ersten Runde teilnahmen und es demzufolge auch zu Aufeinandertreffen von Amateurclubs kam. Es bietet sich die Aussicht auf ein Duell mit einem der ganz Großen, mit Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig oder Borussia Mönchengladbach - oder auf ein Spiel gegen einen Nordclub wie den VfL Wolfsburg, Werder Bremen, den HSV, Hannover 96, Holstein Kiel oder den FC St. Pauli.

Lübeck und Weiche mit 2:1-Siegen im Halbfinale

Ein 2:1 am Mittwochabend im Halbfinalspiel beim Oberligisten TSB Flensburg hat den Travestädtern diese Perspektive beschert. Zweifacher Torschütze der Lübecker war Haris Hyseni (20., 77.). "Für das erste Pflichtspiel haben wir es richtig gut gemacht. Wir waren abgezockter, und Haris ist dafür da, um die Tore zu machen", sagte Phönix-Trainer Daniel Safadi dem "Sportzbuzzer".

Damit war das Ticket gebucht für eine Reise nach Malente, zum Endspiel im Uwe-Seeler-Fußballpark heute um 16 Uhr. Der Gegner ist wieder ein Team aus der Stadt an der deutsch-dänischen Grenze. Der SC Weiche Flensburg 08 warf in seinem Halbfinale mit einem 2:1 Titelverteidiger SV Todesfelde aus dem Rennen. Dominic Hartmann (22.) und Christoph Kramer (45.) trafen für den SC Weiche, der nun als Favorit in das Endspiel geht.

1. FC Phönix mit bewegter Geschichte

Immerhin gilt das Team von SC-Trainer Thomas Seeliger seit einigen Jahren schon als Kandidat auf den Sprung in die Dritte Liga, während Phönix erst im vergangenen Sommer zum ersten Mal seit 1998 in die Viertklassigkeit zurückgekehrt ist. Mit dem Aufstieg verzeichnete der 1. FC Phönix (einschließlich Vorgängervereine) den insgesamt 30. Spielklassenwechsel. Der Club, für den einst auch HSV-Profi Peter "Eiche" Nogly spielte, verfügt dabei über eine ordentliche Bandbreite - von der einst erstklassigen Oberliga bis zur siebtklassigen Kreisliga Lübeck war alles dabei. Mit einem Sieg am Sonntag würden sie gar in den bundesweiten Fokus rücken - erstmals seit 45 Jahren.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.06.2021 | 19:30 Uhr

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