Pascal Eggert vom FC Teutonia 05 jubelt © imago images/Claus Bergmann

Regionalliga: Teutonia 05 überrascht den Fußball-Norden

Stand: 08.10.2020 13:10 Uhr

Nicht Altona 93 mit seinen prominenten Namen, sondern der kleine Nachbar im Hamburger Westen ist das Regionalliga-Team der Stunde: Aufsteiger FC Teutonia 05 Ottensen.

Nach sechs Spieltagen in der Nordgruppe schlagen fünf Siege und ein Unentschieden bei 15:4 Toren zu Buche. Ex-Profi Achim Hollerieth, der erst seit März dieses Jahres Teutonia trainiert, hat ganze Arbeit geleistet - die Teutonen sind seit Mittwochabend Tabellenführer. Auch in der vermeintlich stärkeren Südstaffel ist niemand so gut gestartet.

"Dass wir an der Tabellenspitze stehen, ist das i-Tüpfelchen. Wer hätte das gedacht. Das ist für den Verein natürlich eine große Sache", sagte Kapitän Nick Brisevac dem Internet-Portal "Amateur Fußball Hamburg". Der 27-Jährige hatte im Sommer die Möglichkeit in den Wind geschlagen, mit seinem Club Eintracht Norderstedt im DFB-Pokal zu spielen und war zu Teutonia gewechselt.

Aufstieg am Grünen Tisch folgt super Saison-Start

Der Verein aus dem Hamburger Stadtteil Ottensen war als Tabellen-Zweiter aus der Hamburger Oberliga am Grünen Tisch in die Viertklassigkeit aufgestiegen. "Wir wollen uns nicht verstecken, sondern attraktiven Fußball spielen", hatte Club-Präsident Liborio Mazzagatti nach der Entscheidung des Norddeutschen Fußball-Verbands (NFV) gesagt. Spitzenreiter TuS Dassendorf hatte einmal mehr auf einen Aufstieg verzichtet.

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Und die Mannschaft hielt sich an die Vorgabe ihres Chefs. Lediglich gegen die U23 des Hamburger SV gab es ein Unentschieden (2:2). Die Partien gegen Drochtersen/Assel (2:1), Mitaufsteiger Phönix Lübeck (2:0), Holstein Kiel II (1:0), den Lüneburger SK Hansa (4:0) und am Mittwochabend Altona 93 gewann Teutonia.

Läuft Teutonia Altona 93 den Rang ab?

Der Sieg beim Lokalrivalen, dessen Adolf-Jäger-Kampfbahn nur einen knappen Kilometer von der eigenen Heimat entfernt liegt, bildet den bisherigen Höhepunkt eines überraschend guten Saisonstarts.

Trainer Andreas Bergmann (M.) und Manager Richard Golz (r.) von Altona 93 © imago images/Claus Bergmann
Beim AFC läuft es auch unter Andreas Bergmann (M.) und Richard Golz (r.) noch nicht rund.

Auch wenn die Teutonen nicht zuletzt dank ihres potenten Geldgebers schon seit Jahren im Hamburger Amateurfußball für Schlagzeilen gesorgt haben, war Altona 93 bisher die unangefochtene Nummer drei der Stadt. Und als vor der Saison Andreas Bergmann (ehemals 96- und St.-Pauli-Trainer) sowie Richard Golz (langjähriger Bundesliga-Torhüter, unter anderem beim HSV) die Verantwortung für die sportlichen Geschicke übernahmen, schien der AFC zu neuen Ufern aufzubrechen. Doch der 16. der abgebrochenen Vorsaison tut sich auch in diesem Jahr weiter schwer. Mit drei Punkten ist Altona aktuell Vorletzter.

Ziel: Bloß nicht in die Abstiegsrunde

"Ich kann unseren Jungs nur ein Riesenkompliment machen. Sie haben sich in jeden Ball reingehauen, haben richtig schöne Tore gemacht", lobte Hollerieth seine Spieler nach dem deutlichen Erfolg gegen den Lokalrivalen.

Jubel beim FC Teutonia 05 und Trainer Achim Hollerieth © imago images/Claus Bergmann
05-Trainer Achim Hollerieth feierte den Sieg beim AFC mit seinen Spielern.

Der 47-Jährige spielte früher in der Ersten und Zweiten Liga als Torwart unter anderem für den FC St. Pauli, VfB Stuttgart, Waldhof Mannheim und den KFC Uerdingen. Trotz des Höhenflugs bleiben die Ottenser bescheiden. "Unser Ziel sollte es sein, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um nicht in die Abstiegsrunde zu kommen. Dann haben wir die Erwartung schon übertroffen", sagte Brisevac. In der aufgestockten Liga werden nach der Vorrunde aus beiden Staffeln zwei neue Ligen gebildet: Die eine kämpft um den Aufstieg, die andere gegen den Abstieg.

Brisevac setzt auf den Teamgeist seiner Mannschaft: "Man hat gesehen, was für ein eingeschworener Haufen wir sind. Wir haben einfach einen tollen Charakter in der Truppe. Das müssen wir so lange wie möglich aufrechterhalten."

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