Robin Meißner vom HSV II (r.) umkurvt Torhüter Eric Gründemann vom VfB Lübeck © imago images/Lobeca Foto: Andreas Knothe

VfB Lübeck - HSV II: "Möchte jedes Spiel gewinnen, aber nicht so"

Stand: 23.09.2021 13:44 Uhr

Die Spieler des VfB Lübeck haben ihren Gegner HSV II in der Fußball-Regionalliga Nord ohne Gegenwehr ein Tor schießen lassen. Warum? Es war eine Fairplay-Geste - nach einer "unglücklichen Aktion".

von Florian Neuhauss

In der 61. Minute der Partie an der Lübecker Lohmühle erzielte Mirko Boland das 2:1 für die Hausherren, drehte ab und rutschte auf den Knien jubelnd Richtung Eckfahne. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Was Boland nicht wusste: Eigentlich hatte VfB-Kapitän Tommy Grupe den Ball zu den Hamburgern zurückspielen wollen.

"Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein fairer Sportsmann bin." VfB-Torschütze Mirko Boland

Boland war zuvor gefoult worden, nachdem er den Ball selbst schon weiter gepasst hatte. Schiedsrichter Jost Steenken aus Nordhorn hatte zwar auf Weiterspielen entschieden, die Gäste hatten den Ball ins Aus geschossen. "Aber das hatte ich nicht mitbekommen. Ich lag erst am Boden und habe mich dann noch beim Schiedsrichter beschwert", erklärte Boland im Gespräch mit NDR.de. Und so erlief der ehemalige Bundesliga-Spieler Boland den langen "Pass" von Grupe und tunnelte HSV-Torhüter Leo Oppermann.

"Das Komische war, dass sich alles so normal angefühlt hat. Ich hatte das Gefühl, dass meine Mitspieler und auch die Gegenspieler hinter mir hergelaufen sind", berichtete Boland. "Auch der Torhüter kam raus. Und erst mal haben auch einige mit mir gejubelt. Ich dachte, alles sei tuti. Aber dann kamen die Hamburger und ich habe mitbekommen, was war."

Gewinnen contra Sportsgeist = klare Entscheidung

Mirko Boland vom VfB Lübeck © imago images/Lobeca Foto: Andreas Knothe
Geknickter Torschütze: Lübecks Mirko Boland.

Zunächst einmal war es ein reguläres Tor. Eines allerdings, das den Lübeckern nicht behagte. Auf der Bank des VfB wurde kurz diskutiert und dann entschieden, den HSV wieder ausgleichen zu lassen. "Ich möchte jedes Spiel gewinnen, aber nicht so", betonte Lübecks Trainer Lukas Pfeiffer.

Auf der Homepage der Schleswig-Holsteiner war hinterher die Rede von einer "unglücklichen Aktion" und dass der Treffer zur 2:1-Führung "nicht dem Geiste des Sports entsprach". Deshalb ließen die Spieler in den dunkelgrünen Trikots HSV-Angreifer Robin Meißner gewähren, als dieser auf ihr Tor zulief, Keeper Eric Gründemann umkurvte und zum erneuten Ausgleich einschob. "Das war richtig so, auch wenn ich bisher noch kein Gegentor in der Form miterlebt habe", sagte Boland lachend, um noch hinzuzufügen: "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein fairer Sportsmann bin."

Der 34-Jährige haderte, auch wenn es beim 2:2 und dem Rückschlag im Kampf um die vorderen Plätze blieb, nicht mit seinem Tor und dem geschenkten Ausgleich. "Eigentlich hätten wir nach den Toren noch einen Elfmeter bekommen müssen. Uns fehlt momentan aber leider das Matchglück", sagte Boland.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.09.2021 | 23:03 Uhr

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