Stand: 26.11.2019 12:10 Uhr

Pyro: St. Pauli und HSV vor Rekordstrafen

Während des Hamburger Fußball-Derbys zündeten Fans verbotene Pyrotechnik.

Das jüngste Hamburger Fußballderby wird für die beteiligten Zweitligisten FC St. Pauli und Hamburger SV wohl ein teures Nachspiel haben. Beiden Clubs liegt für das verbotene Abbrennen von Pyrotechnik der Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses vor. St. Pauli soll demnach 180.000 Euro zahlen, der HSV sogar 250.000 Euro. Ein endgültiges Urteil wird es jedoch nicht vor Weihnachten geben. Es ist das erste Mal, dass der DFB Strafen in dieser Größenordnung verhängt - beide Clubs, beziehungsweise Teile ihrer Anhänger, gelten jedoch als Wiederholungstäter. Der HSV will nach Informationen von NDR 90,3 Einspruch einlegen, die Kiezkicker befinden sich noch "in intensiven Überlegungen". Beide Clubs tauschen sich über das Vorgehen aus.

Hohe Strafen schon beim Derby im März

Beim 2:0-Heimsieg der Kiezkicker am 16. September pfiff Schiedsrichter Sven Jablonski den zweiten Durchgang verspätet an, weil Fans beider Teams kurz vor dem Ende der Halbzeitpause Feuerwerk und Leuchtfackeln angezündet hatten. Das Hamburg-Derby im März im Millerntor-Stadion, das der HSV 4:0 gewonnen hatte, musste wegen Rauchschwaden und Raketen auf den Rängen mehrmals unterbrochen werden. Damals hatte das DFB-Gericht dem HSV eine Strafe von 150.000 Euro auferlegt. St. Pauli musste 100.000 Euro zahlen.

HSV will legale Pyrotechnik testen

Für den HSV werden die Pyro-Aktionen seiner Anhänger immer mehr zum Problem. Schon in der Vorsaison musste der Zweitligist mit insgesamt 294.000 Euro mehr Geld für Pyro-Strafen aufwenden als alle anderen Proficlubs in Deutschland. Der Verein testet daher den Einsatz legaler Feuerwerkskörper wie sogenannte "kalte Pyrotechnik“ und Theaterrauch. "Unser Ziel ist es, so eine Aktion noch in dieser Saison hinzubekommen“, sagte der HSV-Fanbeauftragte Cornelius Göbel dem "Hamburger Abendblatt". Auch HSV-Boss Bernd Hoffmann hatte jüngst angekündigt, Pyrotechnik als "Stilmittel und Teil der Fankultur" zu akzeptieren.

Weitere Informationen

Derby-Pyro: 150.000 Euro Geldstrafe für HSV

Die Vorkommnisse beim Derby am Hamburger Millerntor kommen nun auch den HSV teuer zu stehen. 150.000 Euro Geldstrafe bekamen die Hanseaten für das Fehlverhalten ihrer Fans aufgebrummt. mehr

Pyro beim Derby: Hohe Geldstrafe für St. Pauli

Die Pyro-Ausschreitungen im Stadtderby gegen den HSV kommen den FC St. Pauli teuer zu stehen. Das DFB-Sportgericht verurteilte den Club zu einer Strafe in Höhe von 100.000 Euro. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 26.11.2019 | 12:00 Uhr