Stand: 26.04.2019 12:52 Uhr

Bitter für Bremen: Elfmeter-Entscheidung "nicht korrekt"

Die spielentscheidende Szene im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Bremen und München.

Einen Tag nach dem hitzigen DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München, das durch einen strittigen Elfmeter-Pfiff von Referee Daniel Siebert entschieden wurde, hat sich nun auch der DFB zu Wort gemeldet. Mit einer bitteren Erkenntnis für die Bremer. Jochen Drees, Chef der Videoschiedsrichter, räumte in einer Mitteilung ein, dass in dieser Szene die Kommunikation zwischen dem Schiedsrichter und dem Videoassistenten nicht gut abgelaufen sei.

Aspekte für und gegen einen Strafstoß

"Einerseits gibt es Aspekte, die auf fachlicher Ebene gegen einen Strafstoß sprechen. Andererseits gibt es allerdings auch einen Aspekt, der für ein strafstoßwürdiges Vergehen spricht", führte Drees aus, kommt letztlich aber zu einer eindeutigen Einschätzung: "Aus schiedsrichterfachlicher Sicht halten wir die Strafstoßentscheidung für nicht korrekt." Werder-Coach Florian Kohfeldt erklärte: "Sie haben klargemacht, dass es ein Fehler war. Es ist besser, als irgendetwas zu konstruieren. Es ist eine ehrliche Aussage."

Gebre Selassie drückt, Coman geht dankend zu Boden

In der 78. Minute der umkämpften Partie hatte Werder-Verteidiger Theodor Gebre Selassie den an diesem Abend kaum zu stoppenden Wirbelwind Kingsley Coman im Strafraum leicht geschoben. Der Franzose im Bayern-Trikot ging dankend zu Boden und holte so den Strafstoß heraus, den Robert Lewandowski zum 3:2-Sieg des Rekordmeisters sicher verwandelte.

Kovac: "Wenn er nicht pfeift, können wir uns nicht beklagen"

"Neun von zehn Schiedsrichtern hätten da nicht gepfiffen", betonte Kohfeldt hinterher. "Da gibt es keine große Diskussion. Das war im Leben kein Elfmeter", befand auch Bremens Sportchef Frank Baumann. Bayern-Trainer Niko Kovac hingegen sprach lediglich von einer harten Entscheidung: "Wenn er nicht pfeift, können wir uns nicht beklagen. Der 'King' (Coman) fällt nicht von allein. Der Ellbogen von Gebre Selassie war schon da, den hätte er besser weglassen sollen."

Ärger auf den Videoassistenten

Kohfeldts Ärger richtete sich weniger gegen Schiedsrichter Siebert, der nach Rücksprache mit seinen Assistenten bei seiner Entscheidung geblieben war, als vielmehr gegen den Videoassistenten Robert Kampka. Der hätte stärker intervenieren müssen, meinte der Werder-Coach. "Ich bin normal ein großer Freund des Videobeweises, aber mit diesem Elfmeterpfiff könnte ich besser leben, wenn es keinen Videoschiedsrichter gegeben hätte", sagte Kohfeldt. Kampka sollte ursprünglich am Sonnabend bei der Bundesliga-Partie zwischen Düsseldorf und Werder als Vierter Offizieller eingesetzt werden. Der DFB ersetzte ihn jedoch durch Florian Heft

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 25.04.2019 | 18:25 Uhr

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