Stand: 30.10.2019 20:20 Uhr

VfL Wolfsburg kann doch verlieren - und wie!

von Johannes Freytag, NDR.de
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Die Wolfsburger Profis gingen erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Platz.

Was für eine Schlappe! 1:6 (0:1) hat Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg am Mittwochabend das Zweitrundenspiel im eigenen Stadion gegen den Ligarivalen RB Leipzig verloren und ist damit aus DFB-Pokal ausgeschieden. Die erste Pflichtspiel-Niederlage für die Niedersachsen in der laufenden Saison war auch in der Höhe völlig verdient. Im ersten Durchgang präsentierte sich die Elf von Trainer Oliver Glasner harmlos, in der zweiten Hälfte sorgten sie nur zu Beginn für etwas Torgefahr. Anschließend spielte sich Leipzig in einen Rausch, konterte den VfL erst aus und dominierte dann nach Belieben. VfL-Stürmer Wout Weghorst sprach dennoch von einer unglücklichen Niederlage: "Ich finde, wir waren 55 Minuten lang die aggresivere und bessere Mannschaft. Und dann bekommst du drei Tore in sechs Minuten - das ist sehr enttäuschend."

Leipzig dominiert, "Wölfe" ohne Ideen

Für den gesperrten Josuha Guilavogui, der beim Erstrundenspiel in Halle die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, stand Maximilian Arnold in der Wolfsburger Startelf. Die Kapitänsbinde durfte Weghorst überstreifen. Wie schon beim 1:1 in der Liga gegen Leipzig vertraute Glasner in der defensiven Dreierkette auf Kevin Mbabu.

2.Spieltag, 30.10.2019 18:30 Uhr

VfL Wolfsburg

1

RB Leipzig

6

Tore:

  • 0:1 Bruma (13., Eigentor)
  • 0:2 Sabitzer (55.)
  • 0:3 Forsberg (58.)
  • 0:4 Laimer (61.)
  • 0:5 Werner (68.)
  • 0:6 Werner (88.)
  • 1:6 Weghorst (89.)

VfL Wolfsburg: Pervan - Tisserand, Bruma, Mbabu - William (76. Knoche), Gerhardt (69. Rexhbecaj), Arnold, Steffen - Victor, Brekalo (64. Nmecha) - Weghorst
RB Leipzig: Mvogo - Mukiele, Upamecano (72. Ampadu), Orban (26. Ilsanker), Halstenberg - Laimer, Demme - Sabitzer (65. Nkunku), Forsberg - Poulsen, Werner
Zuschauer: 17705

Weitere Daten zum Spiel

Und wie schon vor eineinhalb Wochen handelte sich Mbabu früh eine Gelbe Karte ein (6.) . Dadurch machte er sich das Leben unnötig schwer. Ähnlich unglücklich agierte wenige Minuten später sein Mitspieler Jeffrey Bruma, der ein Eigentor fabrizierte: Leipzigs Willi Orban schoss aus kurzer Distanz VfL-Keeper Pavao Pervan an, der Abpraller landete an Brumas Hüfte und kullerte hinter die Linie (13.). Auch danach waren die Sachsen die bessere Mannschaft, wirbelten die VfL-Defensive ein ums andere Mal durcheinander. Timo Werner (16., 44.) und Emil Forsberg (27.) hatten weitere Gelegenheiten.

Der Angriff der "Wölfe" hingegen blieb blass, ein Distanzschuss von Joao Victor, der das Leipziger Gehäuse jedoch weit verfehlte, war die einzige Torannäherung der ersten Spielhälfte (18.). Auch aus der frühen Verletzung von Gäste-Kapitän und -Abwehrchef Orban (26.) konnten die Niedersachsen kein Kapital schlagen.

Nur kurzes Aufbäumen des VfL

Die Pause tat den VfL-Profis gut, denn zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigten die Wolfsburger nun ein ganz anderes Gesicht. Josip Brekalo hatte schon nach knapp einer Minute die beste Torchance der Gastgeber, sein Schuss wurde aber noch von Stefan Ilsanker zur Ecke abgefälscht (46.). Kurz darauf war RB-Keeper Yvon Mvogo vor dem einschussbereiten Weghorst am Ball (47.), und Victor drosch knapp über das Tor (51.).

Leipzig spielt sich in einen Rausch

Mitten hinein in diese Drangphase setzte Leipzig die entscheidenden Nadelstiche und machte mit drei Treffern binnen sechs Minuten alles klar: Werner spielte Doppelpass mit Marcel Sabitzer, der Österreicher schoss aus kurzer Distanz zum 2:0 ein - wieder war Bruma als Letzter am Ball (55.).

Kurz darauf schloss Forsberg einen Konter über Yussuf Poulsen und Werner zum 3:0 ab - die Wolfsburger Proteste wegen eines vorherigen Handspiels von Poulsen, durch das Werner überhaupt nur an den Ball kam, verhallten ungehört (58.). Drei Minuten später erhöhte der völlig frei stehende Konrad Laimer auf 4:0 (61.).

Die Gäste waren aber noch nicht satt, fast wie im Trainingsspiel nahmen sie die Wolfsburger Defensive auseinander. Forsberg (65.) und Poulsen (67.) vergaben beste Torchancen, Werner nicht - der Nationalspieler traf zum 5:0 (68.). Damit hatte der VfL in diesem einen Spiel so viele Gegentore kassiert wie in der gesamten bisherigen Bundesliga-Saison. Pervan verhinderte gegen Marcel Halstenberg (77.) und Christopher Nkunku (81.) zunächst eine noch höhere Niederlage, war dann aber kurz vor Schluss gegen Werners strammen Schuss von der Strafraumgrenze machtlos (88.). Auf der Gegenseite erzielte Weghorst nach Mbabu-Flanke den VfL-Ehrentreffer (89.).

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 30.10.2019 | 23:03 Uhr

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