Stand: 18.04.2019 14:12 Uhr

Osnabrücks Girth: "Party-Gerede lenkt nur ab"

Tore pflastern seinen Weg: Auch für Osnabrück trifft Benjamin Girth regelmäßig.

Der VfL Osnabrück steht kurz vor dem Aufstieg in die Zweite Liga. Der lila-weiße Tabellenführer könnte schon gegen den VfR Aalen am Sonnabend (14 Uhr/live im NDR Fernsehen und im Livecenter) den Aufstieg perfekt machen, wenn zeitgleich mindestens einer der Verfolger, Karlsruher SC oder Wehen Wiesbaden, patzt. Osnabrücks Benjamin Girth will aber nicht rechnen, sondern die eigenen Hausaufgaben machen. Der Vollblutstürmer spricht im Interview über einen Wegweiser für seine Karriere, eine Zukunft in lila-weiß und Tore, Tore, Tore.

So steigt der VfL Osnabrück in die Zweite Liga auf

  • Bei einem Sieg gegen Aalen, wenn zeitgleich Karlsruhe gegen Meppen oder Wehen Wiesbaden in Jena nicht gewinnt.
  • Bei einem Remis gegen Aalen, wenn Wehen Wiesbaden in Jena verliert und Halle gegen 1860 nicht gewinnt.
  • Bei einem Remis gegen Aalen, wenn Karlsruhe nicht gewinnt und Wehen Wiesbaden verliert. Der KSC und Halle spielen am letzten Spieltag gegeneinander und könnten so nicht mehr beide am VfL vorbeiziehen.

Herr Girth, lassen Sie uns an Ihren Gefühlen teilhaben. Wie fühlt es sich an, wenn Sie ein Tor schießen?

Benjamin Girth: Jedes Tor löst aufs Neue eine große Freude in mir aus. Jedes einzelne macht mich sehr glücklich. Und da gewöhnt man sich nicht dran.

Spielen Sie deshalb Fußball?

Girth: Ich spiele Fußball, weil ich Bock aufs Kicken habe. Aber es hat sich so entwickelt, dass ich als Stürmer unter anderem für die Tore zuständig bin.

Fühlt sich denn jedes Tor gleich an, oder gibt es da Unterschiede?

Girth: Nein, nein, da gibt es klare Unterschiede. Zum Beispiel späte Tore, die zu einem Last-Minute-Sieg führen, oder Treffer gegen besondere Gegner sind schon etwas Besonderes - auch wenn letztlich jedes Tor den gleichen Wert für meine Mannschaft hat.

War ihr 1:0 für Meppen am 31. Spieltag der Saison 2016/2017 gegen den HSV II so ein Tor? Mit dem 4:1-Sieg war die Regionalliga-Meisterschaft perfekt.

Girth: Mein Tor war der Dosenöffner dafür, dass wir uns für das belohnen konnten, was wir uns über die Saison erarbeitet hatten. Aber auch meine Tore gegen unsere Verfolger Lüneburg und Lübeck fallen mir ein. Das waren richtungsweisende Spiele und meine Tore deshalb wichtiger und auch emotionaler als andere.

Bild vergrößern
Kurzes Zweitliga-Gastspiel: In Kiel saß Benjamin Girth (r.) meist auf der Bank.

Sie haben in Plauen, Kassel und Meppen Regionalliga-Fußball gespielt. Erst mit 25 Jahren ging es in die Dritte Liga. Konnten Sie da schon vom Kicken leben?

Girth: Ich habe mit 16 Jahren eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann angefangen. Damit war ich aber fertig, als es in den Herrenfußball ging. Seitdem habe ich im Profifußball Fuß gefasst, ich konnte mein Hobby zum Beruf machen.

Hat die Saison 2016/2017 mit dem Drittliga-Aufstieg trotzdem Ihr Leben verändert?

Girth: Das Leben verändert, würde ich nicht sagen. Aber mit dem Aufstieg habe ich mir ein kleines Ziel erfüllt, er war ein Wegweiser für meine weitere Karriere, in der ich Fortschritte machen will. In Meppen habe ich mich in den Fokus gespielt und konnte mich für höhere Aufgaben empfehlen.

Ihre Karriere hat in den vergangenen Jahren stetig an Fahrt aufgenommen. Torschützenkönig in der Regionalliga mit 20 Toren, in Ihrem ersten Drittliga-Jahr waren es auch prompt 19. Es folgte der Wechsel zu Zweitligist Holstein Kiel. Aber an der Förde hat es nicht so recht gepasst. Wieso haben Sie die "Störche" schon nach einem halben Jahr wieder verlassen?

Girth: Erst mal war es natürlich schön, dass es so schnell mit dem nächsten Sprung nach oben geklappt hat. Aber manchmal passen Trainerphilosophie und der Spieler nicht zu 100 Prozent zusammen. Kiels Coach Tim Walter setzt nicht so auf einen Boxstürmer wie mich. Aber ich habe in der wenigen Spielzeit, die ich hatte, ja trotzdem gezeigt, dass ich in der Zweiten Liga Tore schießen kann. Mit meinem Wechsel nach Osnabrück wollte ich meinen Fortschritt aus dem Vorjahr nicht stagnieren lassen. Ich finde, das hat bisher gut geklappt.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 20.04.2019 | 14:00 Uhr

Mehr Sport

02:17
Hamburg Journal