Die Holstein-Profis Mikkel Kirkeskov, Benedikt Pichler, Alexander Mühling nud Fiete Arp (v.l.). © IMAGO / Claus Bergmann Foto: Claus Bergmann

Teamcheck Holstein Kiel: Oben dabei oder nur Mittelmaß?

Stand: 07.07.2022 12:11 Uhr

Nach langem Abstiegskampf hatte Holstein Kiel die vergangene Zweitliga-Saison auf Platz neun beendet. Für die neue Spielzeit erwartet Trainer Marcel Rapp mehr, der Bundesliga-Aufstieg ist aber offiziell kein Thema - auch, weil die Vorbereitung unter erschwerten Bedingungen ablief. Der Teamcheck.

So lief die vergangene Saison

Nach einem Fehlstart mit drei 0:3-Niederlagen in Folge fingen sich die Schleswig-Holsteiner zwischenzeitlich, nach einem erneuten 0:3 im Spiel gegen Hannover 96 folgte Ende September dennoch der Rücktritt von Trainer Ole Werner.

Nachfolger Marcel Rapp begann mit einem 1:1 beim FC Ingolstadt und führte die "Störche" in der Rückrunde unter anderem mit fünf Spielen in Folge ohne Niederlage peu à peu aus dem Keller. In der Schlussphase der Saison gelang den Kielern mit beeindruckenden Siegen gegen den HSV (1:0) und beim späteren Bundesliga-Aufsteiger Werder Bremen (3:2) der vorzeitige Klassenerhalt.

Wer kommt, wer geht?

Auf dem Transfermarkt ist die KSV zurückhaltend. Prominentester "Neuer" ist Fiete Arp, den die Kieler nach einem Leihjahr fest vom FC Bayern München verpflichteten. Auch Hauke Wahl kann als Neuzugang durchgehen, der Kapitän hatte wegen seiner Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber seit Januar gefehlt. In Mittelfeldspieler Marvin Schulz (FC Luzern) und Verteidiger Timo Becker (Schalke 04) kommen zwei Profis mit Erstliga-Erfahrung an die Förde.

Erst 20 Jahre alt sind Torwart Tim Schreiber (RB Leipzig) und Linksaußen Marvin Obuz (1. FC Köln): Beide Leihgaben sollen bei der KSV den berühmten "nächsten Schritt" in ihrer Entwicklung machen - ebenso wie der gleichaltrige Mittelfeldspieler Lucas Wolf, der aus dem eigenen Nachwuchs stammt.

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Jubel bei Fiete Arp von Holstein Kiel © picture alliance/dpa | Frank Molter

Arp wechselt von Bayern München fest zu Holstein Kiel

Der 22 Jahre alte Stürmer hat in der vergangenen Saison auf Leihbasis für die "Störche" gespielt, nun erhält er einen Vertrag bis 2024. mehr

Verlassen haben die Kieler Keeper Ioannis Gelios (Bandirmaspor), Abwehrmann Phil Neumann (Hannover 96), Mittelfeldspieler Ahmet Arslan (verliehen an Dynamo Dresden) und Stürmer Joshua Mees (verliehen an Jahn Regensburg). Der aktuelle Kader von 30 Spielern soll aber nach Aussage von KSV-Sportchef Uwe Stöver noch verkleinert werden. Er gehe davon aus, "dass sich auf der Abgangsseite noch etwas tut", sagte der 55-Jährige während des Trainingslagers in Österreich.

KSV-Coach Rapp: "Da anknüpfen, wo wir aufgehört haben"

Rapp möchte, dass seine Mannschaft besser abschneidet als in der vergangenen Spielzeit und dabei "daran anknüpfen, wo wir aufgehört haben". Der 43-Jährige hatte bereits in seiner Saisonbilanz die positive Entwicklung seines Team gelobt. "Wir haben eine gute Mentalität und sind fußballerisch variabel geworden." Er setzt auf einen eingespielten Kader, der nur punktuell verändert wurde: "Das macht es für einen Trainer natürlich einfacher."

Gleichwohl schränkt Rapp ein: "Wir glauben nicht, dass wir durch die Decke schießen. Aber wir werden an den Themen dranbleiben, die wir angegangen sind, werden einige Themen noch vertiefen und hoffen, dass wir die nächste Saison positiv gestalten können."

Oberes Drittel möglich, aber wohl kein Aufstiegskandidat

Die Saisonvorbereitung litt allerdings sehr unter den zahlreichen personellen Ausfällen. So reisten die Kieler nach einem Corona-Ausbruch ohne neun Profis ins Trainingslager. Die Testspiel-Bilanz kann sich angesichts dieser Schwierigkeiten mit drei Siegen - darunter ein 2:0-Erfolg gegen Liga-Konkurrent FC St. Pauli - und einem Remis dennoch sehen lassen.

Trotzdem ist ein Fehlstart wie im Vorjahr nicht ausgeschlossen: Nach dem Liga-Auftakt am 16. Juli (13 Uhr) beim Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth haben es die Norddeutschen nacheinander mit den Aufsteigern 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Magdeburg und Eintracht Braunschweig zu tun - und Liga-Neulinge sind erfahrungsgemäß vor allem zu Saisonbeginn äußerst undankbare Gegner.

So bleibt abzuwarten, ob Holstein Kiel über die gesamte Spielzeit betrachtet tatsächlich eine bessere Rolle spielt als im vergangenen Jahr. Für ganz oben dürfte es aber wohl nicht reichen.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 07.07.2022 | 11:17 Uhr

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