Stand: 03.06.2020 10:43 Uhr

Hansa Rostock zwischen Ärger und Hoffnung

von Ines Bellinger, NDR.de

Jens Härtels ganze Enttäuschung entlud sich, als er die Bilder der spielentscheidenden Szene noch einmal studiert hatte. "Ganz klar kein Foul. Der schmeißt sich hin", entfuhr es dem Trainer von Hansa Rostock in breitestem Sächsisch, als er Waldhof Mannheims Jan-Hendrik Marx zu Boden sinken sah. Härtels Ärger war verständlich, denn der Strafstoß fünf Minuten vor dem Ende des Heimspiels gegen den starken Aufsteiger (0:1) war umstritten, und er entschied eine Partie, in der die Rostocker einen Riesenschritt in Richtung Zweitliga-Aufstieg hätten machen können. Der Grund für Härtels geballten Zorn aber lag tiefer.

Härtel: "Das reicht nicht"

Schon zum Neustart der Dritten Liga in Zwickau drei Tage zuvor hatte Rostock stark begonnen - und stark nachgelassen. 2:2 nach 2:0-Führung: "Das reicht nicht", lautete Härtels Urteil. Und leider sah er sich nach dem Spiel gegen Mannheim bestätigt. Rostock bestimmte das Spiel, hatte die besseren Chancen und ging dennoch als Verlierer vom Platz - zum ersten Mal in diesem Jahr im heimischen Stadion und obwohl sie "brutal viel investiert" hatten (Härtel).

Vollmann: "Einfach sehr ärgerlich"

"Wenn man zusammenrechnet, wie viele Punkte uns flöten gegangen sind in den ersten beiden Spielen, dann ist das einfach sehr ärgerlich", sagte Korbinian Vollmann nach dem Schlusspfiff dem NDR. Er gehörte bis zu seiner Auswechslung zu den auffälligsten Spielern der Hanseaten, vergab allerdings auch eine Riesenchance (15.). Hätten die Rostocker das Spiel gewonnen, wären sie an Mannheim vorbei auf Platz fünf vorgerückt. Nun sind sie auf Rang elf abgerutscht. Allerdings trennen sie nur vier Punkte von den Aufstiegsrängen.

Hansa-Trainer desillusioniert

In der Dritten Liga geht es in dieser Saison dermaßen eng zu, dass sich von Platz eins bis elf tatsächlich noch alle Teams Chancen im Aufstiegrennen ausrechnen dürfen.

Die ersten Drei trennte nach den Dienstagspielen nur die Tordifferenz. Ein Sieg im Nordduell am Sonnabend beim SV Meppen (14 Uhr / im Livecenter bei ndr.de) und Hansa könnte schon wieder Morgenluft wittern. Zumal die Rostocker einen vergleichsweise gut und breit besetzten Kader haben. Härtel hörte sich angesichts des sieglosen Re-Starts erst mal jedoch ein bisschen desillusioniert an: "Da brauchen wir nicht groß zu reden von irgendwas", sagte er. "Wir haben nur einen Punkt geholt, das ist zu wenig."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 02.06.2020 | 23:03 Uhr

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