Stand: 04.07.2020 06:31 Uhr

Neidharts leiser Ausstand beim SV Meppen

Bei Drittligist SV Meppen endet mit dem Spiel gegen Aufsteiger Eintracht Braunschweig die Ära von Trainer Christian Neidhart. Er hinterlässt sehr große Fußstapfen.

Der SV Meppen tut sich an diesem Nachmittag des 27. Juli 2013 in seiner Erstrundenpartie im niedersächsischen Verbandspokal beim VfL Oldenburg zunächst schwer. Erst kurz vor der Pause geht der Favorit im Hans-Prull-Stadion durch Hedon Selishta mit 1:0 in Führung. Danach ist der Bann gebrochen. In Abschnitt zwei kann der Regionalligist noch auf 5:0 erhöhen und verschafft seinem neuen Trainer Christian Neidhardt somit ein perfektes Pflichtspiel-Debüt. Der gebürtige Braunschweiger war wenige Wochen zuvor vom SV Wilhelmshaven zu den Emsländern gewechselt, von denen er eigentlich als Sportlicher Leiter verpflichtet worden war. Nach der Trennung von Coach Heiko Flottmann übernahm Neidhart dann zusätzlich das Traineramt an der Lathener Straße. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Der 51-Jährige führte den SVM 2017 in die Dritte Liga und etablierte den Club anschließend dort.

"Zeigen, dass ich nicht nur Meppen kann"

Erfolg weckt bekanntlich Begehrlichkeiten. In Rot-Weiss Essen buhlte einer dieser viel zitierten "schlafenden Riesen" im deutschen Profifußball um Neidhart, der dem Werben letztlich auch nachgab, "weil ich zeigen möchte, dass ich nicht nur Meppen kann", wie er dem NDR sagte. Und so gibt der Coach am Sonnabend im Nordduell mit Eintracht Braunschweig nach sieben Jahren seinen Ausstand beim SVM. "Er hat dort überragende Arbeit geleistet", zollte BTSV-Coach Marco Antwerpen seinem Kollegen im Vorfeld der Partie großes Lob.

Nachfolger noch nicht gefunden

Der Abschied des Erfolgstrainers hätte unter normalen Umständen vermutlich eine sehr emotionale Note gehabt. Doch in Corona-Zeiten ist die 270. Partie Neidharts als SVM-Coach ein Geisterspiel gegen die bereits als Aufsteiger feststehenden "Löwen". Dem Meppener Anhang bleibt es also verwehrt, sich von dem Mann gebührend zu verabschieden, der maßgeblich für den Aufschwung der vergangenen Jahre verantwortlich war. Die eine oder andere Träne wird am Sonnabend aber wohl trotzdem kullern - bei Neidhart selbst und den Clubverantwortlichen, die noch keinen Nachfolger für ihn gefunden haben.

Fakt ist: Die Fußstapfen, die Neidhart hinterlässt, sind groß. Zumal der neue Coach zwar ein funktionierendes Umfeld vorfinden wird, jedoch nicht mehr mit derselben Mannschaft wie sein Vorgänger arbeiten kann. In Torjäger Deniz Undav, den Verteidigern Hassan Amin und Marco Komenda sowie Offensivmann Marius Kleinsorge verlassen vier Leistungsträger die Emsländer. Sie adäquat zu ersetzen, wird für den Club eine Herkulesaufgabe.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 04.07.2020 | 14:00 Uhr