Stand: 27.09.2017 15:18 Uhr

Nazi-Parole: Teutonia trennt sich von Manager Ehm

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Bert Ehm ist seit Jahrzehnten im Hamburger Amateurfußball tätig.

Der Hamburger Fußball-Oberligist FC Teutonia 05 hat die Zusammenarbeit mit seinem Manager Bert Ehm endgültig beendet. Der Club teilte am Mittwoch mit, dass er sich mit sofortiger Wirkung von dem 70-Jährigen trenne. Am vergangenen Freitag hatte sich Ehm auf der Pressekonferenz nach Teutonias 1:2-Pleite in Dassendorf mit den Worten "Sieg Heil!" verabschiedet und damit die Anwesenden schockiert. Daraufhin hatte Teutonia seinen Manager zunächst beurlaubt.

Der Satz sei ihm "so rausgerutscht"

Ehm, seit 1979 als Trainer und Manager bei unterschiedlichen Vereinen in Hamburg tätig, hatte sich am Dienstag für seine Entgleisung entschuldigt und darauf gehofft, weiter für den Oberligisten arbeiten zu dürfen. Der Satz sei ihm "so rausgerutscht" und auch ohne jeden politischen Hintergrund, es tue ihm sehr leid, hatte der 70-Jährige bei einer Pressekonferenz gesagt. "Das ist auch überhaupt nicht mein Gedankengut, ich habe damit nichts am Hut." Er habe in seiner bald 40-jährigen Trainerlaufbahn "mit einem Drittel farbigen Spielern" zusammengearbeitet. Ehms Aussage ist durch eine Videoaufnahme belegt:

Teutonia distanziert sich "auf Schärfste"

Der FC Teutonia 05 stehe für Integration, Soziales und Gemeinschaft und sei mehrfach dafür ausgezeichnet worden, hieß es in einer Erklärung des Teutonia-Vorsitzenden Diddo Ramm: "Der Vorstand des FC Teutonia 05, seine Spieler, Trainer und Betreuer, sein ganzes Team und seine Förderer und Sponsoren distanzieren sich auf Schärfste von Rassismus, Faschismus und nationalistischem Gedankengut in Wort und Bild." Ehm habe zwei Wörter verwendet, die in unserer Gesellschaft, unserem Sport und im friedlichen Miteinander nichts verloren haben. Diese Worte stehen entgegengesetzt zu den Werten des FC Teutonia 05.

"Wenn ich das von jemand anders hören würde, würde ich sagen: 'Das gibt es doch gar nicht.' Aber jetzt trifft es einen, den man kennt. Mit dem man über ein Jahr zusammengearbeitet hat. Und man wundert sich, wie kommt jemand auf die Idee, sowas zu sagen?", sagte Ramm dem NDR.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 26.09.2017 | 19:30 Uhr

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