Stand: 18.08.2018 20:26 Uhr

Mit viel Mühe - der HSV gewinnt beim Fünftligisten

von Thorsten Schettle, NDR.de
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Khaled Narey (v.l.), Douglas Santos, Torschütze Lewis Holtby und Jann-Fiete Arp feiern das 2:0 für den HSV.

Fußball-Zweitligist Hamburger SV ist mit viel Mühe in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Bei dem in der Oberliga Westfalen beheimateten TuS Erndtebrück gewann die Mannschaft von Trainer Christian Titz am Samstagabend mit 5:3 (2:1). Zwar dominierten die Hanseaten über weite Strecken die Partie, allerdings unterliefen ihnen auch zu viele Fehler, die der Fünftligist immer wieder bestrafte. Die Partie wurde im Stadion in Siegen ausgetragen, und vor allem in der zweiten Spielhälfte bot sich den Zuschauern dort ein echter Pokalfight. Erst ein Treffer in der Schlussminute von HSV-Neuzugang Orel Mangala brachte für die Norddeutschen die Erlösung.

HSV geht früh mit 2:0 in Führung

In den vergangenen sechs Jahren waren die Hamburger gleich drei Mal in der ersten Pokalrunde gescheitert, insbesondere die Niederlage beim VfL Osnabrück in der vergangenen Spielzeit ist noch in frischer Erinnerung. Die Anfangsphase der Partie unterstrich allerdings, dass der Zweitligist eine weitere Negativ-Erfahrung vermeiden wollte: Innenverteidiger Stephan Ambrosius besaß gleich die erste HSV-Chance (5.), und nur zwei Minuten später brachte ein Foulelfmeter die schnelle Führung: Lewis Holtby verwandelte, nachdem zuvor Mangala im Strafraum gefoult worden war. Erndtebrück leistete sich prompt auch noch einen Fehler im Aufbauspiel. Khaled Narey passte zum Balleroberer Jann-Fiete Arp, und der Youngster, der zuletzt lediglich Spielpraxis in der U21 gesammelt hatte, schob mühelos zum 2:0 ein (10.).

Im Tor der Hamburger hatte Tom Mickel für dieses Spiel den Vorzug vor Stammkeeper Julian Pollersbeck erhalten. Die Nummer zwei im Tor hatte im Testspiel unter der Woche gegen Bayern München (1:4) ein gutes Spiel gezeigt - und erlebte beim Fünftligisten lange eine ruhige erste Halbzeit. Das Titz-Team kontrollierte das Geschehen, versäumte es aber den dritten Treffer nachzulegen. Die beste Chance vergab Narey sechs Minuten vor der Pause. Noch ärgerlicher: Die hanseatische Sorglosigkeit wurde mit einem Gegentor bestraft, dem zwei strittige Szenen unmittelbar vorausgingen. Ein hartes Einsteigen gegen Mangala im Mittelfeld wurde nicht als Foul geahndet, zudem stand Lukas Rösch wohl (knapp) aktiv im Abseits, ehe Tatsuya Yamazaki freistehend das 1:2 aus Sicht der Hausherren gelang (43.).

Pokalfight nach der Pause, Erlösung durch Mangala

1.Spieltag, 18.08.2018 18:30 Uhr

Erndtebrück

3

Hamburger SV

5

Tore:

  • 0:1 L. Holtby (7., Foulelfmeter)
  • 0:2 Arp (10.)
  • 1:2 Yamazaki (43.)
  • 2:2 Hunold (48.)
  • 2:3 Lasogga (64.)
  • 2:4 Lasogga (65.)
  • 3:4 Hilchenbach (71.)
  • 3:5 Mangala (90.)

Erndtebrück: Schünemann - Mißbach, Hunold, Terzic, Schmitt, Yamazaki - Reichert - Tomita (74. Yazar), Saka (69. Hilchenbach) - Böhmer (67. Ruzgis), Rösch
Hamburger SV: Mickel - G. Sakai (46. Knost), Ambrosius, van Drongelen, Douglas Santos - Mangala - Narey (72. Samperio Bustara), L. Holtby, Janjicic, Tat. Ito - Arp (61. Lasogga)
Zuschauer: 13588

Weitere Daten zum Spiel

Wie wackelig das Gebilde beim Bundesliga-Absteiger noch ist, zeigte sich auch kurz nach Wiederanpfiff. Niklas Hunold schloss eine geschickte Ablage von Lösch mit einer Direktabnahme ab. Erneut hatte Mickel keine Abwehrchance (48.). Wie reagierte der HSV auf das 2:2? Er ergriff wieder die Initiative und kurbelte das Angriffsspiel an. Die Abschlüsse von Arp (55.) und Mangala (57.) brachten noch keinen Erfolg, erst der kurz zuvor für Arp eingewechselte Pierre-Michel Lasogga sorgte mit einem Doppelschlag für vermeintliche Beruhigung. Erst traf der Angreifer per Kopf (64.), dann drückte er das Leder aus kurzer Distanz über die Linie (66.).

Doch der TuS hatte die nächste Antwort schon parat. Dieses Mal war es Till Hilchenbach, der nach einem Freistoß per Kopf auf 3:4 verkürzte (71.). Chancen hatten danach beide Teams. So zum Beispiel Lasogga per Kopf (78.), die Gastgeber konnten einen erneuten Fehler im Spielaufbau des HSV durch Murat-Kaan Yazar (85.) nicht nutzen. Das Pokalspektakel endete mit dem erlösenden Treffer zum 5:3. In der Schlussminute schlug ein Schuss von Mangala flach im rechten Eck ein.

Dieses Thema im Programm:

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