Stand: 30.01.2019 15:06 Uhr

St. Pauli holt Sohn von HSV-Ikone Hoogma

St. Paulis Sportchef Uwe Stöver (l.) mit Leihgabe Justin Hoogma.

Als Nico-Jan Hoogma den HSV 2004 nach 200 Pflichtspiel-Einsätzen in Richtung niederländischer Heimat verließ, war sein Sohn Justin sechs Jahre alt. Er hat das fußballerische Talent offenbar in die Wiege gelegt bekommen. Denn auch der Filius ist inzwischen Profi. Und auch er sucht sein sportliches Glück nun in der Elbmetropole. Allerdings nicht beim Ex-Club seines Papas, sondern dem FC St. Pauli.

Immer mal wieder stand Nico-Jan Hoogma nach dem Ende seiner Laufbahn als Profifußballer vor einer Rückkehr nach Hamburg. Wurde bei seinem früheren Arbeitgeber, dem HSV, ein Sportchef gesucht, galt der Niederländer stets als einer der aussichtsreichsten Anwärter auf den Posten. Und das nicht nur wegen seiner 200 Pflichtspiel-Einsätze für die Hanseaten von 1998 bis 2004, sondern auch ob seiner erfolgreichen Arbeit als Manager beim kleinen Club Heracles Almelo. Einigung konnten der ehemalige Verteidiger und das Bundesliga-Gründungsmitglied aber jeweils nicht über eine Zusammenarbeit erzielen. Und so ging schließlich jeder seiner Wege - der HSV in Liga zwei und Hoogma zum niederländischen Fußballbund. Dort arbeitet der 50-Jährige seit dem vergangenen Jahr als Sportdirektor.

Verteidiger bis Saisonende ausgeliehen

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Justin Hoogma (l.) sucht sein sportliches Glück wie Vater Nico-Jan einst in Hamburg - allerdings nicht beim HSV.

Hamburg dürfte für ihn ab sofort dennoch wieder häufiger eine Reise wert sein. Denn sein Sohn Justin sucht nun in der Elbmetropole sein sportliches Glück. Um ihn live spielen zu sehen, muss das Familienoberhaupt allerdings ins Millerntorstadion statt in den Volkspark fahren: Nicht der HSV, sondern Stadtrivale FC St. Pauli hat den niederländischen U21-Nationalspieler verpflichtet. Der 20-Jährige wird bis zum Saisonende vom Bundesligisten TSG Hoffenheim ausgeliehen. Der Kiezclub sah nach dem Kreuzbandriss von Philipp Ziereis in der Innenverteidigung offenbar Handlungsbedarf. "Justin ist ein sehr talentierter Innenverteidiger, der neben Kopfballstärke Ruhe am Ball und ein gutes Passspiel mitbringt. Damit haben wir die entstandene Lücke geschlossen", erklärte St. Paulis Coach Markus Kauczinski.

Früh in die Geschichtsbücher gespielt

Dass Hoogma Junior über den Sommer hinaus oder gar ähnlich lange wie sein Papa in Hamburg bleiben wird, erscheint jedoch eher unwahrscheinlich. Die TSG-Verantwortlichen halten große Stücke auf den Abwehrmann. "Justin ist ein hochveranlagter Verteidiger, der als Linksfuß über einen herausragenden Spielaufbau verfügt und in seinem jungen Alter schon Geschichte im niederländischen Spitzenfußball geschrieben hat", sagte Alexander Rosen, Direktor Profifußball, nach dessen Verpflichtung im Sommer 2017. Hoogma junior ist der jüngste Spieler in der Historie der Ehrendivision, der in allen 34 Ligaspielen über die gesamte Distanz auf dem Platz stand.

Die Kraichgauer sollen dem Vernehmen nach seinerzeit zwei Millionen Euro Ablöse an Heracles Almelo überwiesen haben. Sie statteten das Talent mit einem Vertrag bis 2021 aus.

Nur zwei Erstliga-Einsätze in eineinhalb Jahren

Der Durchbruch im Hoffenheim-Trikot blieb Hoogma bis dato allerdings verwehrt. Nach eineinhalb Jahren im deutschen Profifußball schlagen lediglich zwei Bundesliga-Einsätze für den 20-Jährigen zu Buche. Einmal durfte der Sohn der HSV-Ikone auch in der Champions League für die TSG auflaufen. Im Gruppenspiel gegen Manchester City (1:2) stand der Niederländer in der Startelf und deutete gegen das Starteam aus der Premier League an, warum ihm allerorts eine große Zukunft vorausgesagt wird. Diese liegt nun erst einmal in der Stadt, in der einst sein Papa ein populärer Mann war.

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Hamburg Journal | 29.01.2019 | 19:30 Uhr