Wolfsburgs Sportchef Marcel Schäfer © IMAGO / regios24 Foto:

Marcel Schäfer: Super Bowl als Vorbild für die Bundesliga

Stand: 04.02.2021 11:40 Uhr

Fast 25.000 Zuschauer sind in der Nacht zum Montag beim Super Bowl zugelassen, rund ein Drittel davon arbeitet im amerikanischen Gesundheitswesen und erhält Freikarten. Sportchef Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg gefällt die Idee, Corona-Helden des Alltags mit einem Stadionbesuch zu belohnen.

"Das ist eine tolle Geste", sagte der 36-Jährige im NDR 2-Bundesligashow-Podcast. Man dürfe die "Leute in den Krankenhäusern nicht vergessen, die Mediziner, die seit einem Jahr auf Hochtouren arbeiten, in den Laboren, in den Altenheimen. Das gehört sich, dass man das honoriert. Diese Dankbarkeit könnte man in Form von Stadionbesuchen ein Stück weit ausdrücken."

Marcel Schäfer © imago/regios24
AUDIO: Marcel Schäfer im NDR 2-Bundesligashow-Podcast (48 Min)

NFL-Boss: "Wir schulden ihnen unsere Dankbarkeit"

Rund 7.500 geimpfte Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen erhalten Freikarten für das NFL-Finale zwischen den Tampa Bay Buccaneers und Titelverteidiger Kansas City Chiefs in Florida. Das Gros kommt aus dem Großraum Tampa. Aber auch aus allen anderen Städten mit einem NFL-Team werden Ärzte und Krankenpfleger extra eingeflogen. "Diese engagierten Arbeiter setzen ihr eigenes Leben aufs Spiel, um anderen zu helfen, und wir schulden ihnen unsere anhaltende Dankbarkeit", sagte NFL-Boss Roger Goodell.

Schäfer, der 2017 in Florida als Fußballprofi spielte und zudem Manager-Praktika bei den Buccaneers, dem NHL-Club Tampa Bay Lightning und dem Baseball-Team Tampa Bay Rays absolvierte, empfiehlt, das Modell für Deutschland zu übernehmen. "Warum sollte man den Impuls vom Super Bowl nicht mitnehmen und zumindest darüber nachdenken, ob man das nicht in der Bundesliga umsetzen kann?" So wie die Fußball-Bundesliga im vergangenen Jahr als weltweit erste Sportliga den Betrieb wieder auf- und damit eine Vorreiterrolle eingenommen habe, könne man jetzt in die USA schauen und prüfen, ob das Konzept funktioniere.

Fans in den Stadien nicht unumstritten

Dass überhaupt Fans in den Stadien erlaubt sind, ist allerdings auch in den USA nicht unumstritten. Zuschauer gab es in der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL trotz hoher Infektionszahlen schon während der Saison - mehr als eine Million Menschen verfolgten die Spiele in den Stadien. Die Regelungen waren von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich - und standen immer auch in der Kritik. Zumal nicht nachverfolgt wurde, ob sich Fans angesteckt haben. 

Florida gilt seit Juni als Pandemie-Hotspot in den USA, Tampa ist mit knapp 60.000 Coronafällen nach Miami, Orlando und Jacksonville die Nummer vier im Bundesstaat. Der Großteil der Zuschauer beim Finale im Raymond James Stadium wird nicht geimpft sein. Die NFL erwähnt auf ihrer Internetseite, dass die bereits während der Saison angewandten "rigorosen Covid-Richtlinien" noch verbessert würden. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" schreibt dagegen, die erlaubte Zahl "könnte eine falsche Botschaft hinsichtlich Covid senden". Und die "USA Today" warnt: "Wir nähern uns 500.000 Covid-Toten - lasst den Super Bowl nicht zu einem Super-Spreader-Sonntag werden."

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 04.02.2021 | 06:00 Uhr

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