Stand: 08.05.2020 16:15 Uhr

Mäurer: Wollten Bundesliga-Neubeginn verhindern

Porträtbild von Ulrich Mäurer, SPD, Senator für Inneres in Bremen. © Imago Foto: nordphoto / Ewert
Sieht die Fortsetzung der Bundesliga kritisch: Ulrich Mäurer.

Die Fußball-Branche ist erleichtert, dass die Saison in den ersten beiden Ligen fortgeführt werden darf - dank der Genehmigung durch die Politik. In Bremen wird der Wiederbeginn hingegen sehr kritisch gesehen, wie Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) im Podcast "Die NDR 2 Bundesligashow" noch einmal deutlich betonte: "Wir haben sehr viel versucht, um diesen Neubeginn zu verhindern. Unser Bürgermeister (Andreas Bovenschulte, Anm. d. Red.) hat in der Runde mit der Kanzlerin sehr deutliche Worte gefunden", unterstrich Mäurer.

Distanziertes Verhältnis zum Profi-Fußball

Der Innensenator ist bekannt dafür, dass er zum Profi-Fußball ein distanziertes Verhältnis hat, anders als viele seiner Vorgänger in der Bremer Politik, die eng mit Werder verbunden waren. Seit Jahren schwelt ein Rechtsstreit zwischen der Stadt Bremen und der Deutschen Fußball Liga (DFL) um die Beteiligung der Clubs an zusätzlichen Kosten für Hochsicherheitsspiele.

"Auch mal Nein zu sagen, zeichnet Bremen aus"

In der Corona-Krise schloss sich die Bremer Regierung, anders als beispielsweise Bayern und Nordrhein-Westfalen, nicht den Befürwortern eines möglichst schnellen Neustarts an. "Ich finde, man muss auch mal gegen den Strom schwimmen", sagte Mäurer über seine Rolle: "Es ist immer leichter mit der Herde zu laufen. Und sich für die DFL zu engagieren, bringt Ruhm und Anerkennung. Aber auch mal Nein zu sagen, das zeichnet Bremen aus."

Nach wie vor ist der SPD-Politiker skeptisch, dass die restlichen neun Spieltage plus die Nachholpartie Werder - Eintracht Frankfurt nach den Vorgaben des DFL-Hygiene- und Sicherheitskonzepts reibungslos über die Bühne gehen können. Die ursprüngliche Austragung als Geisterspiel am Anfang März hatte der Bremer Innenbehörde untersagt, um eine Ansammlung von Fans vor dem Stadion zu verhindern. "Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die nicht abwägbar sind: Wir wissen nicht, wie sich die Situation in den Vereinen entwickelt. Wir wissen nicht, wie sich die Fans verhalten", gab der Innensenator zu bedenken.

Kein Verständnis für frühen Wiederbeginn

Kein Verständnis hat Mäurer dafür, dass die DFL den 16. Mai als Termin für den Wiederbeginn festgelegt. Ursprünglich sollten die Clubs vor einem Neustart zwei Wochen in Quarantäne. Außerdem sollte so halbwegs Chancengleichheit für die Clubs gewährleistet werden. Werder hielt sich streng an das Trainingsverbot in größeren Gruppen. Anderenorts war dies wohl nicht immer der Fall, vermutet Mäurer. "Fair ist das nicht. Dass die DFL den frühestmöglichen Termin genommen hat, spricht Bände."

Klassenerhalt? "Werder schafft das!"

Bald geht es also trotz der Widerstände in Bremen wieder los - Werder droht als Tabellen-17. der Bundesliga-Abstieg. "Das wäre eine Katastrophe. Obwohl unser Verhältnis nicht ganz einfach ist, gilt unsere Sympathie der Mannschaft", sagte Mäurer und sagte voller Überzeugung mit Blick auf den Klassenerhalt: "Werder schafft das!"

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 09.05.2020 | 15:30 Uhr

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