Lennard Sowah © IMAGO / Hanno Bode Foto: Hanno Bode

Lennard Sowah: Von der großen Fußballwelt in die Oberliga

Stand: 22.08.2021 10:02 Uhr

Das "Starensemble" des Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf hat weiteren Zuwachs bekommen. Lennard Sowah, einst Profi beim HSV und in halb Europa, unterschrieb am Wendelweg einen Vierjahresvertrag.

2010 wurde sein Name beim damaligen Bundesligisten Hamburger SV in einem Atemzug mit Paolo Guerrero, Heiko Westermann, Dennis Diekmeier, Dennis Aogo und Marcell Jansen genannt: Sowah, zu dem Zeitpunkt gerade einmal 18 Jahre alt, galt als Juwel - HSV-Investor Klaus-Michael Kühne setzte derart große Hoffnungen in den Abwehrspieler, dass er sich neben dem prominenten Quintett auch bei dem Linksverteidiger 33 Prozent der Transferrechte sicherte.

2010 fünf Einsätze in der Premier League

In der Tat war die Vita des Hamburgers mit ghanaischen Wurzeln, der in der Jugend beim SC Urania und dem FC St. Pauli spielte, bis dahin vielversprechend. Von den Kiezkickern war er 2007 nach London zum FC Arsenal gegangen, ein Jahr später zum FC Portmouth. Beim Verein aus der südenglichen Hafenstadt feierte er 2010 sein Debüt in der Premier League. Es reichte in Englands Top-Liga immerhin zu fünf Einsätzen (drei sogar über die volle Distanz), ehe er in seine Heimatstadt zurückkehrte. Beim HSV blieb ihm unter Trainer Armin Veh allerdings der Durchbruch verwehrt: Sowah schnürte die Fußballschuhe lediglich für die Zweitvertretung der "Rothosen" - 49 Mal in der Regionalliga.

Stationen in Schottland, Dänemark und Polen

HSV-Trainer Armin Veh (2.v.r.) mit den Neuzugängen (v.l.) Dennis Diekmneier, Heiko Westermann, Gojko Kacar und Lennard Sowah. © IMAGO / Baering
Lennard Sowah (r.) 2010 als Neuzugang bei den HSV-Profis.

Es begann eine Odyssee quer durch Europa. Sowah wurde an den englischen Zweitligisten FC Millwall verliehen, anschließend an den dänischen Erstligisten FC Vestjaelland. 2016 ging es in die schottische Liga zu Hamilton Academical und Heart of Midlothian, 2017 schloss sich Sowah dem polnischen Erstligisten KS Cracovia an, kehrte aber ein Jahr später zurück nach Hamilton.

Ab dem 1. Juli 2019 war Sowah vereinslos und auf Clubsuche - im Probetraining im Juli 2020 beim damalilgen Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck überzeugte er die Clubverantwortlichen nicht.

Zwei Ligen tiefer und ein Jahr später klappte es nun bei der TuS Dassendorf. Die Schleswig-Holsteiner statteten den 29-Jährigen mit einem Vierjahresvertrag bis 2025 aus. Der Oberligist hat damit sein "Starensemble" weiter vergrößert: Schließlich kicken am Wendelweg bereits weitere Ex-Profis. Der Namhafteste ist Ex-HSV- und Werder-Profi Martin Harnik, der 240 Bundesligapartien und 68 Länderspiele (für Österreich) vorweisen kann. Außerdem stehen in Dassendorf Maximilian Ahlschwede (233 Drittligaspiele unter anderem für Hansa Rostock) und der frühere HSV-Spieler Zhi Gin Lam (20 Bundesligaeinsätze) unter Vertrag.

TuS-Coach Richter: "Herausragender Mensch und Fußballer"

In Sowah ist nun ein weiterer Ex-HSVer dazu gekommen. Jean-Pierre Richter, Trainer des Fünftligisten, freut sich auf den Neuzugang, den er als "herausragenden Menschen und Fußballer" bezeichnet: "Er hat eine super Karriere im Fußball vorzuweisen und wird uns gezielt durch seine Qualitäten verstärken. Dass es mit uns passt, konnten wir bereits im letzten Sommer sowie Herbst schon austesten. Wir werden viel Freude an und mit ihm haben."

Wann Sowah sein Pflichtspiel-Debüt für die TuS feiern darf, ist allerdings noch ungewiss. "Sein Spielerpass liegt noch in Schottland", sagte Dassendorfs Liga-Manager Alexander Knull am Rande des Derbys am Sonnabend beim SV Curslack-Neuengamme, das der Titelfavorit durch Treffer von Lam und Harnik mit 2:0 (0:0) gewann.

Weitere Informationen
Der langjährige Bundesliga-Fußballer Martin Harnik in der Kabine seines neuen Vereins, der TuS Dassendorf © Hanno Bode Foto: Hanno Bode

Martin Harnik: Ghettoblaster und Gerstensaft statt Glamour

Ex-Fußball-Nationalspieler Martin Harnik hat seine Profikarriere nach 13 Jahren beendet. Nun kickt er in Liga fünf. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 22.08.2021 | 11:25 Uhr

Mehr Fußball-Meldungen

St. Paulis Spieler bejubeln einen Treffer. © IMAGO / Nordphoto

St. Pauli zündet Offensivfeuerwerk - 4:1 gegen Ingolstadt

Die "Kiezkicker" spielten gegen den Tabellenvorletzten bis zum Schluss nach vorn und hätten noch höher gewinnen können. mehr