Stand: 05.11.2018 22:22 Uhr

Lasogga entscheidet Spitzenspiel - HSV nun Erster

von Hanno Bode, NDR.de
HSV-Angreifer Pierre-Michel Lasogga (2.v.l.) entschied das Duell der Aufstiegsfavoriten mit dem 1. FC Köln.

Pierre-Michel Lasogga hat den Hamburger SV an die Tabellenspitze der zweiten Fußball-Bundesliga geschossen. Der Angreifer entschied am Montagabend das Duell der Aufstiegsfavoriten mit dem 1. FC Köln durch ein Abstaubertor in der 86. Minute. Der 1:0-Sieg der Hausherren war verdient. Der HSV zeigte beim Heim-Debüt des neuen Trainers Hannes Wolf eine gute Leistung und war über weite Strecken überlegen. Einzig die schwache Chancenverwertung war aus Sicht der Norddeutschen zu beanstanden. "Ich glaube, dass wir als Mannschaft überragend aufgetreten sind. Vor allem im zweiten Durchgang haben wir das Ruder übernommen, haben gezeigt, dass wir die drei Punkte unbedingt hierbehalten wollen. Ich glaube, wir haben mehr als verdient gewonnen", sagte Lasogga im Interview mit dem NDR Hörfunk. "Das war in jedem Fall ein gutes Spiel von uns", befand Wolf.

Wolf-Team überzeugt in Hälfte eins

Die HSV-Fans stimmten wenige Minuten vor dem Anpfiff ein lautstarkes "Happy Birthday" für Vereinsikone Uwe Seeler an, der am Montag 82 wurde. "Uns Uwe", der die Partie von der Tribüne aus verfolgte, hatte sich von seinem Herzensverein keine Blumen oder anderen Schnick­schnack zu seinem Geburtstag gewünscht, sondern drei Punkte: "Dann schmeckt das Bier auch besser." Der Hamburger Ehrenbürger durfte rasch zufrieden registrieren, dass sein HSV alles daran setzte, für das ersehnte Präsent zu sorgen. Das Wolf-Team war im ersten Abschnitt überlegen. Die Basis für einen überzeugenden Auftritt bildeten dabei eine gute Raumaufteilung sowie die konzentrierte Defensivarbeit. Nach Fehlpässen gelang es den Hausherren nahezu immer, zügig im Kollektiv hinter den Ball zu kommen.

Top-Torjäger Terodde ein Phantom

So wurde der Kölner Offensivabteilung überwiegend die Möglichkeit genommen, ihre zweifellos vorhandene Kreativität gewinnbringend einzusetzen. Leidtragender davon war insbesondere Zweitliga-Toptorjäger Simon Terodde (13 Treffer). Er war in den ersten 45 Minuten ein Phantom. Die Rheinländer kamen vor der Pause lediglich zu einer Halbchance durch Jonas Hector, dessen Direktabnahme Keeper Julian Pollersbeck aber vor keinerlei Probleme stellte (45.+1).

Narey scheitert an Horn, Arp am Pfosten

12.Spieltag, 05.11.2018 20:30 Uhr

Hamburger SV

1

1. FC Köln

0

Tore:

  • 1:0 Lasogga (86.)

Hamburger SV: Pollersbeck - G. Sakai, Lacroix, van Drongelen, Douglas Santos - Mangala - Narey, Hunt (88. Jatta), L. Holtby (82. C. Moritz), Arp (68. Hwang) - Lasogga
1. FC Köln: T. Horn - Risse, Mere, Czichos, Hector - Höger - Schaub (87. Sörensen), Drexler, S. Özcan (73. J. Horn), Guirassy (81. Cordoba) - Terodde
Zuschauer: 53876

Weitere Daten zum Spiel

Auch die Hamburger hatten ihren erfolgreichsten Schützen von Beginn an aufgeboten. Der heißt Lasogga, ist nicht ganz so drahtig wie Terodde und hatte bis dato auch erst fünfmal getroffen. Und wie der "Effzeh"-Stürmer spielte der Mann, dem ein Boulevard-Blatt derzeit eine eigene Soap widmet, im ersten Durchgang eine maximal untergeordnete Rolle. Die auffälligste Szene des 26-Jährigen war ein hartes Einsteigen an der Außenlinie gegen Louis Schaub (21.). Während Lasogga vergeblich versuchte, Bindung zu seinen Nebenleuten zu finden, sorgten zwei seiner Teamkameraden für die einzigen beiden Offensiv-Höhepunkte vor dem Seitenwechsel: Khaled Narey scheiterte mit einem Flachschuss an Torwart Timo Horn (15.), und Youngster Fiete Arp traf nur den Außenpfosten (28.). Hinzu kam eine diskussionswürdige Entscheidung von Referee Christian Dingert zu Ungunsten des HSV. Der Unparteiische wertete eine Abwehr von Kölns Innenverteidiger Rafael Czichos mit dem Arm nicht als Handspiel - es gab lediglich Eckstoß (16.).

Pollersbeck einmal schon geschlagen

Weitere Informationen

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Auch nach dem Wiederanpfiff waren die Hamburger zunächst die aktivere Mannschaft, ohne dabei jedoch zu einer klaren Gelegenheit zu kommen. Eine solche hatte dann in der 56. Minute der Gast. Nach einem kurz ausgeführten Eckstoß kam Marco Höger aus wenigen Metern frei zum Abschluss. Pollersbeck war bereits geschlagen, für ihn konnte aber der sehr auffällige Narey artistisch auf der Linie retten. Bald darauf versuchte es der vormalige Fürther auf der Gegenseite mit einem Fallrückzieher (65./vorbei), bevor Douglas Santos 120 Sekunden später aus spitzem Winkel an Horn scheiterte. Der Linksverteidiger hätte in diesem Fall vielleicht besser in die Mitte gepasst, wo in Arp und Lasogga zwei seiner Teamkameraden nach einer brauchbaren Vorlage lechzten.

Santos scheitert, Lasogga staubt ab

Arps Arbeitstag war kurz darauf beendet. Für den mit Ausnahme seines Pfostenschusses kaum in Erscheinung getretenen Youngster kam Hee-chan Hwang auf den Naturrasen (68.). Und der Südkoreaner besaß sechs Minuten nach seiner Einwechslung die Riesenchance zur Führung, fand mit einem Heber seinen Meister jedoch auch im starken Horn. Einmal war dann aber auch Kölns bester Mann an diesem Abend geschlagen: Santos tankte sich auf links ein weiteres Mal durch, den Schuss des Brasilianers konnte der Keeper nur vor die Füße von Lasogga abwehren, der sich diese Gelegenheit nicht nehmen ließ - die Entscheidung. "Du musst halt bis zum Schluss immer an diese Chance glauben, dass du ein Tor machst. Und das habe ich", freute sich der Matchwinner.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 05.11.2018 | 22:40 Uhr

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