Stand: 09.09.2018 15:57 Uhr

Kühne: "Will meine HSV-Anteile loswerden"

Bild vergrößern
"Ich muss mich jetzt selbst disziplinieren. Deshalb will ich meine Anteile loswerden", sagte Kühne der "Welt am Sonntag".

Im Juni hatte er angekündigt, den Hamburger SV nicht weiter finanziell zu unterstützen, jetzt geht Mäzen Klaus-Michael Kühne einen Schritt weiter: "Ich muss mich jetzt selbst disziplinieren. Deshalb will ich meine Anteile loswerden", sagte der Logistik-Milliardär in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". Einen Käufer habe er noch nicht gefunden.

"Ich bleibe aber ein Fan"

"Es ist ein Drama, wie der Verein in sich zusammengefallen ist. Ich bleibe aber ein Fan, auch nach dem Abstieg in die zweite Bundesliga", sagte der 81-Jährige. Der Verein müsse jetzt erst einmal kleinere Brötchen backen.

Verteilung der Anteile an der HSV Fußball AG

  • Hamburger Sport-Verein e. V.: 76,19 %
  • Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne: 20,57 %
  • Familie Burmeister: 1,35 %
  • Agrarunternehmer Helmut Bohnhorst: 1,22 %
  • Erben von Weinhändler Alexander Margaritoff: 0,67 %

Kühne, der 20,57 Prozent der Anteile hält und größter Einzelinvestor der HSV-Fußball-AG ist, hatte seit 2010 rund 100 Millionen Euro in den Verein gesteckt. Die sportliche Talfahrt konnten die Investitionen aber nicht aufhalten. Anfang des Sommers hatte Kühne angekündigt, den HSV nicht weiter zu fördern, weil sein Wunsch, seine Anteile langfristig aufstocken zu können, nicht respektiert werde. Auch damals hatte er einen Verkauf seiner Anteile nicht ausgeschlossen, "zu einem von mir bezahlten Einstandspreis und ohne Gewinn". Bei den HSV-Wertpapieren handelt es sich um sogenannte vinkulierte Namensaktien. Dadurch ist es enorm schwierig für einen Aktionär, diese auf einen anderen Aktionär zu übertragen. Dafür müsste die Aktiengesellschaft erst ihre Zustimmung geben.

Keine Unruhe beim HSV

Beim HSV lösten die neuen Kühne-Ankündigungen indes keine Unruhe aus. Die Führung des Zweitligisten reagierte gelassen: "Wir sind in regelmäßigen und guten Gesprächen mit Herrn Kühne, und es gibt keine Absicht, sich zu trennen", sagte Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann über den Investor, der sich im Interview mit der "Welt am Sonntag" eine Hintertür offenließ: "Ich schließe aber auch nicht aus, dass ich irgendwann einmal zurückkomme".

Weitere Informationen

Kühne-Rückzug beim HSV - Hoffmann gelassen

Klaus-Michael Kühne beendet die finanzielle Unterstützung für den HSV. "Ich werde den Verein nicht weiter fördern", erklärte der Milliardär. Clubchef Bernd Hoffmann reagierte gelassen. (27.06.2018) mehr

Hoffmann: Keine weiteren HSV-Anteile für Kühne

Investor Klaus-Michael Kühne will dem Hamburger SV finanziell unter die Arme greifen. Doch HSV-Clubchef Bernd Hoffmann lehnte ab: Es werden keine weiteren Anteile an den Milliardär verkauft. (10.06.2018) mehr

HSV: Kühne will weitere Anteile

Investor Klaus-Michael Kühne will seine Beteiligung an der HSV Fußball AG aufstocken und so weitere Transfers ermöglichen. Allerdings bedarf es dazu einer Satzungsänderung. (09.06.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 09.09.2018 | 13:00 Uhr

Mehr Sport

01:56
NDR 2

Glandorf: "Ist überragend gelaufen"

19.11.2018 21:30 Uhr
NDR 2
01:60
NDR Info

Die Super-Serie der Flensburger

19.11.2018 22:38 Uhr
NDR Info
01:58
NDR//Aktuell

ATP-Finale: Zverev schreibt Tennis-Geschichte

19.11.2018 14:00 Uhr
NDR//Aktuell