Davy Klaassen von Werder Bremen © imago images / Nordphoto

Klaassen verlässt Werder Bremen, Rashica bleibt

Stand: 05.10.2020 20:53 Uhr

Davy Klaassen wechselt von Werder Bremen zu Ajax Amsterdam. Einen Ersatzmann konnten sich die Hanseaten nicht leisten - auch weil Milot Rashica bei Werder bleibt.

Über die Modalitäten des Klaassen-Transfers wurde Stillschweigen vereinbart, Werder-Geschäftsführer Frank Baumann betonte am Montagnachmittag aber: "Für uns war klar, dass wir Davy nicht um jeden Preis gehen lassen würden, sondern nur, wenn unsere Vorstellungen erfüllt würden, zumal er bei uns zu den absoluten Leistungsträgern gehört hat. Das ist nun erfolgt." Klaassen sagte: "Ich gehe jetzt wieder nach Hause. Aber ich werde meine Zeit in Bremen nie vergessen, es war mir eine große Ehre, für Werder zu spielen."

Nach übereinstimmenden Medienberichten erhält Werder elf Millionen Euro für den ursprünglich noch bis 2022 vertraglich an die Hanseaten gebundenen Strategen. Durch Bonuszahlungen soll die Summe um weitere drei Millionen Euro steigen können. Die tagelangen Verhandlungen mit dem Champions-League-Teilnehmer über eine Ablösesumme für den 16-maligen Nationalspieler haben sich also gelohnt.

Bremens Davy Klaassen © picture alliance/Carmen Jaspersen/dpa Foto: Carmen Jaspersen

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"Davy war ein absoluter Führungsspieler"

Klaassen war im Sommer 2018 für die Bremer Rekordsumme von 13,5 Millionen Euro vom englischen Premier-League-Club FC Everton an die Weser gewechselt. Seinen Einstand gab er damals in einem Freundschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld. Gegen die Ostwestfalen lief der 27-Jährige nun auch letztmals für den viermaligen deutschen Meister auf. Beim 1:0-Erfolg am Sonnabend gegen den Aufsteiger trug der Niederländer sogar die Kapitänsbinde für den nur auf der Bank sitzenden Niklas Moisander.

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"Auf und neben dem Platz war Davy bei uns absoluter Führungsspieler. Ich habe das enge Vertrauensverhältnis zu ihm sehr geschätzt", sagte Cheftrainer Florian Kohfeldt und lobte auch "seinen vorbildlichen Einsatz". Klaassen bestritt für Werder 81 Pflichtspiele und erzielte dabei 16 Treffer. Für Ajax spielte er bereits von 2004 bis 2017, bevor er es ihn nach Liverpool zum FC Everton zog.

"Finanzielle Situation" erlaubt keinen Transfer

Einen Nachfolger verpflichteten die Bremer nicht mehr. "Das ist in erster Linie unserer finanziellen Situation geschuldet. Das wird vielleicht unterschätzt, aber wir leiden unter den Auswirkungen der Pandemie", erklärte Baumann am Abend. Die Coronavirus-Pandemie hat nach Angaben der Bremer ein 30-Millionen-Loch gerissen.

Milot Rashica © imago images / Nordphoto
Alle Transferverhandlungen über Milot Rashica sind gescheitert.

Während den Club auch noch Johannes Eggestein verließ, bleibt Milot Rashica. "Wir wollten den Spieler nicht unter Wert abgeben", sagte Baumann. "Am Ende haben die Verhandlungen über eine Leihe mit möglicher Kaufverpflichtung dazu geführt, dass wir nicht rechtzeitig eine Einigung erzielen konnten." Zuletzt war nach gescheiterten Verhandlungen mit Leipzig und englischen Clubs am Montag noch Bayer Leverkusen als Interessent auf den Plan getreten. Rashica war schon aus Bremen abgereist, um den Transfer perfekt zu machen. Die Rheinländer wollten den Kosovaren aber offenbar zunächst mit Kaufoption ausleihen, während Werder auf eine Kaufverpflichtung pochte. Schließlich lief den Beteiligten die Zeit davon.

Zumindest größte Probleme gelöst

Immerhin lösen die Klaassen-Millionen die größten Probleme. Der Geschäftsführer erklärte: "Wir müssen weiterhin Einsparungen vornehmen und haben mit dem Abgang von Davy unsere Ausgaben aus den Kaufverpflichtungen des Vorjahres (Anm.d.Red.: Werder musste nach dem Klassenerhalt Leonardo Bittencourt und Ömer Toprak fest verpflichten) decken können und das Gehaltsgefüge reduziert."

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NDR 2 Sport | 05.10.2020 | 23:03 Uhr

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