Stand: 16.05.2018 19:56 Uhr

Kiel selbstbewusst: Nichts stört die "Störche"

Holstein Kiels Profis strotzen vor Selbstbewusstsein.

Die monatelangen Wechselgerüchte um Trainer Markus Anfang (geht zum 1. FC Köln) haben die Fußballer von Holstein Kiel erfolgreich ausgeblendet und stehen als Zweitliga-Aufsteiger vor dem Durchmarsch in die Bundesliga. Zwei Spiele gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg müssen die "Störche" noch bestreiten, dann könnte der erstmalige Aufstieg eines Clubs aus Schleswig-Holstein in die Beletage des deutschen Fußballs feststehen. Los geht's am Donnerstag (20.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) in Wolfsburg, vier Tage später bitten die Kieler zum entscheidenden Rückspiel ins Holstein-Stadion.

Lösung in der Stadionfrage

Innenansicht des Holstein-Stadions in Kiel © imago/Jan Huebner Fotograf: Jan Huebner

Von Holzbein zu Holstein Kiel

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Holstein Kiel - wer denkt da nicht an den "Werner"-Film? Im Comedy-Klassiker hat der Club als "Holzbein Kiel" seinen Platz. Nun soll echte Geschichte geschrieben werden.

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Genau rechtzeitig vor den Relegationsspielen haben die Kieler eine Ausnahmegenehmigung für ihr Stadion von der Deutschen Fußball Liga (DFL) bekommen. Dort dürfte jetzt doch Bundesligafußball gespielt werden. Die Partie am Pfingstmontag würde also nicht wie zwischenzeitlich befürchtet für längere Zeit das letzte Heimspiel der KSV sein. Das Thema Stadion hatte Trainer Anfang versucht auszublenden. "Die Mannschaft konzentriert sich auf das, was wir beeinflussen können. Die Stadiondiskussion können wir nicht beeinflussen", sagte der 43-Jährige am Dienstag auf der Pressekonferenz zum Relegationsspiel. Anfang sieht zudem sein Team in einer komfortablen Situation: "Wir haben keinen negativen Druck. Wir sind nicht in der Pflicht, aufzusteigen. Wir wollen diese Situation einfach genießen."

Czichos: "Verschiedene Welten treffen aufeinander"

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Mit Interesse haben die Kieler Profis die Äußerungen aus Wolfsburg vernommen. VfL-Stürmer Divock Origi gab zu, noch nie von Holstein Kiel gehört zu haben, Mittelfeldspieler Josuha Guilavogui konnte nichts mit den Namen Marvin Ducksch - immerhin Zweitliga-Torschützenkönig - und Dominick Drexler anfangen. "Das zeigt, was für verschiedene Welten aufeinandertreffen. Hier Spieler, die bei Weltmeisterschaften spielen oder von Liverpool kommen. Und dann wir, die den Fußball von einer etwas anderen Seite kennen", sagte KSV-Kapitän Rafael Czichos dem "sportbuzzer". In der Tat: Als Wolfsburg vor zwei Jahren in der Champions-League gegen Real Madrid (2:0) ein rauschendes Fußball-Fest erlebte, krebste Kiel noch in den Tiefen der Dritten Liga herum.

Van den Bergh weiß, wie es geht

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Wer setzt sich in der Relegation durch?

Nun begegnen sich beide Teams auf Augenhöhe und Trainer Anfang blickt den beiden Duellen mit viel Selbstvertrauen entgegen: "Wir sind bislang in jedes Spiel gegangen, um es zu gewinnen. Und das wollen wir gegen Wolfsburg auch. Wir gehen mit Demut, aber auch mit Mut und Freude in das Spiel. Wir können Historisches leisten." Die zuletzt angeschlagenen Drexler, Patrick Hermann (beide Kapselriss), Dominik Schmidt (Muskelfaserriss) und Christopher Lenz (Infekt) waren am Dienstag wieder im Training. Anfang sagte: "Alle sind auf dem Weg der Besserung, aber ob es für einen Einsatz reicht, kann man noch nicht sagen."

Auch Czichos sieht den Zweitligisten nicht als Außenseiter: "Wir werden vielleicht den Vorteil haben, dass wir eine eingespielte Mannschaft sind, die als Team sehr viele positive Momente erlebt hat. Von der individuellen Qualität her sind die Wolfsburger natürlich Favorit." Einer, der weiß, wie man sich in der Relegation durchsetzt, ist Johannes van den Bergh. Der Verteidiger war 2012 dabei, als Düsseldorf als bis heute letzter Zweitligist gegen Hertha BSC den Sprung in die Erste Liga schaffte.

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