Stand: 15.11.2019 14:15 Uhr

96-Coach Kocak: "Nicht kleiner machen, als wir sind"

Hannovers neuer Trainer Kenan Kocak möchte den Fußball-Zweitligisten mit "aktivem" Fußball aus der Krise führen und setzt dabei auch auf die Unterstützung der 96-Fans. "Es macht mir Spaß, wenn Zuschauer das Stadion verlassen und sich mit der Mannschaft identifizieren", sagte der 38-Jährige bei seiner offiziellen Vorstellung am Freitag in Hannover. Die Spieler könnten sich auf einen "kommunikativen Trainer freuen, der sie mitnimmt. Ich bin jemand, der fördert, aber auch fordert. Ich möchte einen frechen, ehrlichen und leidenschaftlichen Fußball sehen."

Beim ersten Training stiller Beobachter

Kocak war am Donnerstag als Nachfolger von Mirko Slomka bei 96 verpflichtet worden und leitete tags darauf das erste Training mit seinem neuen Team. Wegen eines Staus war er erst nach Mitternacht aus Mannheim in Hannover angekommen. Zehn Stunden später präsentierte er sich bei seiner ersten Einheit weitgehend als stiller Beobachter.

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"Ich muss mir erst einmal ein Bild von allem machen. Es geht nun in erster Linie darum, die Situation zu analysieren und dann werden wir uns einen Plan zurechtlegen, wie wir die kommenden Wochen angehen wollen", sagte er und betonte. "Ich freue mich auf die Herausforderung und die kommenden Aufgaben. Die Jungs waren sehr engagiert und fokussiert. Ich habe sehr gute erste Eindrücke gewinnen können. Ich hoffe, dass wir auf diesem Level weitermachen können."

"96 dorthin zu bringen, wo es hingehört"

Er stehe für Werte wie Bescheidenheit und Demut, erklärte Kocak, der bis vor gut einem Jahr den SV Sandhausen trainiert hatte: "Aber nichtsdestotrotz wollen wir uns nicht kleiner machen, als wir sind. Wir sind Hannover 96 und das sollten auch die Gegner von Woche zu Woche spüren. Wir werden tagtäglich versuchen, unser Bestmögliches rauszuhauen, um Hannover 96 dorthin zu bringen, wo es hingehört."

Vorerst ist Kocaks Rolle bei den Niedersachsen die des Ersthelfers, über einen Vertrag über das Saisonende hinaus wird vorerst noch nicht gesprochen. "Es geht erst einmal darum, die Mannschaft sportlich zu stabilisieren", erklärte Sportdirektor Jan Schlaudraff. Mit längerfristigen Kontrakten hat man an der Leine in den vergangenen Jahren keine guten Erfahrungen gemacht und viel Geld zahlen müssen.

Es wartet viel Arbeit

Auf Kocak, der bereits im Sommer mit 96-Boss Martin Kind über die Übernahme des Trainerjobs verhandelt hatte, dann aber zunächst Slomka den Vortritt lassen musste, wartet viel Arbeit. Der Erstliga-Absteiger liegt derzeit in der Zweiten Bundesliga nur auf Rang 15 und hat nur einen Punkt Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz. Sein Pflichtspieldebüt mit seinem neuen Club gibt Kocak, der die Slomka-Assistenten Lars Barlemann und Asif Saric übernimmt, am 25. November im Heimspiel gegen Darmstadt 98.

Die Trainer von Hannover 96

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 15.11.2019 | 15:25 Uhr