Stand: 19.12.2018 12:27 Uhr

Keiner will Holstein Kiels neue Tribüne bauen

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Das Holstein-Stadion braucht für die Zweite Liga aktuell eine Ausnahmegenehmigung.

Schlechte Nachrichten für Holstein Kiel: Auch die zweite europaweite Ausschreibung für den Neubau der Osttribüne ist ohne Erfolg geblieben. Der Fußball-Zweitligist findet einfach keinen Bauunternehmer. "Wir sind bis zuletzt davon ausgegangen, dass diesmal Angebote abgegeben werden. Entsprechende Signale hat es gegeben", sagte Holstein-Präsident Steffen Schneekloth. Die Frist war am Dienstagmittag ausgelaufen. Wann das Bauvorhaben umgesetzt werden kann, ist damit weiter völlig offen. "Im Moment bewegen wir uns in der Saison 18/19 - und dafür haben wir ja die Ausnahmegenehmigung", betonte Holstein Kiels Geschäftsführer Wolfgang Schwenke in NDR Schleswig-Holstein.

 

Zeitraum zu knapp bemessen?

Derweil rätseln Stadt und Bauwirtschaftsverband, warum sich kein Bauunternehmer für das Unternehmen gefunden hat. Die Stadt Kiel vermutet, dass Unternehmen wegen des Baubooms einfach keine Zeit für neue Aufträge haben. Der Bauwirtschaftsverband Schleswig-Holstein merkt dagegen an, dass das auch an den Bedingungen der Ausschreibung liegen könnte, so könnte zum Beispiel der Fertigstellungszeitraum zu knapp bemessen sein.

Holstein-Stadion zu klein für Liga zwei

Ursprünglich war die Fertigstellung der 5.000 Zuschauer fassenden Tribüne, auf der auch die Gästefans ihren Platz finden sollen, für den Beginn der Saison 2019/2020 anvisiert worden. Überraschenderweise war allerdings Anfang Oktober das erste Ausschreibungsverfahren erfolglos geblieben. Die Lizenz für die aktuelle Zweitliga-Saison hatten die "Störche" nur unter der Auflage erhalten, dass die neue Tribüne rechtzeitig fertig wird.

Das Holstein-Stadion ist gemäß den Vorgaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu klein. Es fasst aktuell knapp 12.000 Zuschauer, gefordert sind 15.000. Die DFL hatte im Oktober allerdings noch erklärt, dass die Lizenz trotz der gescheiterten Ausschreibung nicht in Gefahr sei. Die alte Tribüne ist längst abgerissen, sodass das Stadion im Osten offen ist.

"Situation in Ruhe überdenken"

"Die Situation müssen wir nun in Ruhe überdenken und prüfen", erklärte Kiels Sportdezernent Gerwin Stöcken (SPD). Das Stadion ist Eigentum der Stadt. Stöcken kündigte an: "Im Januar werden wir uns mit dem Verein und dem Land zusammensetzen und dann gemeinsam entscheiden, wie wir weiter vorgehen werden."

Sportlich geht es im Holstein-Stadion am Sonntag weiter. Dann empfängt der Tabellenfünfte von der Förde den Spitzenreiter Hamburger SV zum Zweitliga-Topspiel (13.30 Uhr, im NDR Livecenter).

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