Stand: 09.12.2018 10:00 Uhr

Holstein: "King" Schindler macht den Unterschied

Kingsley Schindler beeindruckte zuletzt als Torschütze und Vorbereiter.

Viel fehlte nicht, und aus dem "Storch" wäre ein "Kanarienvogel" geworden. Der englische Zweitligist Norwich City, die "Canaries", waren im vergangenen Sommer ganz nah dran an der Verpflichtung von Kingsley Schindler. Fabian Wohlgemuth, Sportchef des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel, sperrte sich schließlich mit den Worten "Kingsley bleibt in Kiel" gegen einen Transfer. Schindler schmollte, blieb in den ersten Partien der neuen Saison unter seinen Möglichkeiten. Doch jetzt, zum Ende der Hinrunde, hat sich längst wieder gezeigt, welch großen Wert der in Hamburg geborene Sohn einer ghanaischen Mutter für das Team von Holstein-Trainer Tim Walter hat. Der 25-Jährige hat in den vergangenen Wochen mit herausragenden Leistungen viel zum Aufschwung der Kieler "Störche" beigetragen. Der "King" ist in Kiel der gefeierte Mann.

Starke Bilanz in den vergangenen Spielen

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Die Statistik weist deutlich aus, warum der linke Flügelflitzer für sein Team so wichtig ist - und was ihn so begehrt bei anderen Clubs macht. In den vergangenen vier Spielen erzielte Schindler fünf Treffer, hinzu kommen genauso viele Torvorlagen in den vorherigen drei Partien. Der Offensivspieler genießt die wiedererlangte Leichtigkeit des Seins. "Ich bin im Moment so von mir selbst überzeugt, dass - auch wenn ich mal einen nicht reinmache - ich noch eine Chance bekomme. Ja, das Glück liegt gerade auf meiner Seite", sagte Schindler dem NDR.

Komplimente gibt es auch aus der Mannschaft und vom Chef. Auf die Frage, wie er Schindler und dessen Bedeutung für das Team am besten beschreiben könnte, muss Angreifer Janni Serra nicht lange überlegen: "Top-Spieler, ein wichtiger Spieler für uns, unersetzbar momentan." Und Walter, dem durchaus ein Hang zum Perfektionismus zu unterstellen ist, urteilte sehr positiv: "Er macht es gut, er hat den Kopf frei. Die Jungs unterstützen ihn, er kriegt die Freiheiten, die er braucht, und bei ihm hat es einfach Klick gemacht. Da freuen wir uns sehr darüber."

Verlässt Schindler im Winter die KSV?

Bleibt nur die Frage, ob dieses gute Gefühl auch von Dauer sein wird. Am 30. Juni 2019 läuft Schindlers Vertrag aus. Die kommende Transferperiode im Winter wäre somit die letzte, in der Holstein für den "King" noch eine Ablösesumme kassieren würde. Vor allem die Bundesligisten Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Nürnberg sollen Interesse haben. Die wirtschaftliche Seite bei dieser Abwägung wiegt schwer. Andererseits: Ein Verkauf ihres Topspielers würde die KSV Holstein, die dank einer Erfolgsserie mit jetzt 24 Punkten dem Kreis der Aufstiegskandidaten beigetreten ist, erheblich schwächen.

"Ich treffe, ich spiel gut, ich bekomme es mit"

Schindler weiß, dass viele Clubs - auch englische - auf ihn aufmerksam geworden sind. "Das kann sein. Ich treffe, spiele gut, ich bekomme es mit, aber ich blende es aus. Ich konzentriere mich einfach auf das, was hier ist. Über meine Zukunft mache ich mir zurzeit nicht so Gedanken", sagt er. Die nächsten Aufgaben seien entscheidend - in Dresden, danach gegen Bielefeld. Gelängen Schindler und seinen Teamkollegen dort zwei weitere Siege, würden sie Walters Wunsch wahr werden lassen. Der Coach hofft auf ein "echtes Top-Spiel gegen den Hamburger SV", am Tag vor Heiligabend.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 09.12.2018 | 15:20 Uhr

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