Stand: 29.09.2019 15:59 Uhr

Holstein Kiel gelingt in Fürth Befreiungsschlag

von Hanno Bode, NDR.de
Makana Baku (M.) traf doppelt beim Kieler Sieg in Fürth.

Holstein Kiels Zweitliga-Fußballer haben ein eindrucksvolles Statement für eine langfristige Zusammenarbeit mit Interimscoach Ole Werner abgegeben. Die Schleswig-Holsteiner zeigten am Sonntagnachmittag in der Auswärtspartie bei der SpVgg Greuther Fürth ihre beste Saisonleistung und gewannen auch in der Höhe vollkommen verdient mit 3:0 (1:0). Janni Serra (26.) und zweimal Makana Baku (49., 61.) waren im zweiten Spiel nach der Entlassung von Trainer André Schubert für die "Störche" erfolgreich. Sie verbesserten sich auf den 15. Tabellenplatz.

"Wenn du auswärts drei Tore machst und keinen kriegst, brauchst du nicht dem vierten oder fünften nachtrauern. Das wäre, glaube ich, vermessen", sagte Kiels Johannes van den Bergh dem NDR. "Wichtig war, dass wir nach einem schlechten Start den zweiten Dreier nachlegen konnten."

KSV von Beginn an dominant

8.Spieltag, 29.09.2019 13:30 Uhr

Greuther Fürth

0

Holstein Kiel

3

Tore:

  • 0:1 Serra (26.)
  • 0:2 M. Baku (49.)
  • 0:3 M. Baku (61.)

Greuther Fürth: Burchert - Sauer, M. Caligiuri, Mavraj, Max. Wittek (69. Raum) - Sarpei - Seguin (46. H. Nielsen), Green - Hrgota, T. Mohr - Keita-Ruel (60. Leweling)
Holstein Kiel: Gelios - Todorovic, Schmidt, Wahl, van den Bergh - Meffert - Mühling, J. Lee (83. Lauberbach) - M. Baku, Atanga (75. Khelifi) - Serra (67. S. Özcan)
Zuschauer: 9350

Weitere Daten zum Spiel

Viel los war am Sonntag im Sportpark Ronhof. Und das gründete nicht einzig auf dem Duell der gastgebenden Fürther mit der KSV. Der dreimalige deutsche Meister lud auch zum "Kärwa-Familienspieltag". Groß und Klein durften sich ab 12 Uhr an vielen Spielestationen austoben. Und eine Hüpfburg gab es auch. Es wäre wohl kaum einem der Zuschauer des Fußballspiels aufgefallen, wenn sich Holstein-Keeper Ioannis Gelios in Hälfte eins zwischendurch mal auf dieser vergnügt oder sich andersweitig seine Langeweile vertrieben hätte. Denn der Mann zwischen Kiels Pfosten war 45 Minuten lang beschäftigungslos. Kein einziger Torschuss schlug zur Halbzeit für die Franken zu Buche. Auf Seiten der "Störche" waren es neun, was eigentlich bereits alles über die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen aussagt.

Serra beendet Torflaute

Nicht die SpVgg agierte wie eine Heimmannschaft, sondern die bis dato in dieser Serie in der Fremde noch punktlose KSV. Es hatte Hand und Fuß, was die Schleswig-Holsteiner machten, und sah phasenweise richtig gut aus.

Griffig im Zweikampf, schnörkellos im Angriffsspiel und taktisch sehr diszipliniert präsentierte sich die Werner-Elf und ging verdient mit einer Führung in die Kabine. Serra rannte nach einem langen Ball von Hauke Wahl am herausstürzenden Keeper Sascha Burchert vorbei und erzielte aus spitzem Winkel das zu diesem Zeitpunkt bereits überfällige 1:0. Es war der erste Treffer des Angreifers seit dem 23. Februar dieses Jahres. Damals war der 21-Jährige beim 3:1-Auswärtssieg beim VfL Bochum erfolgreich. Dass Serra bis zur Fürth-Partie an Ladehemmungen litt, war gewiss auch ein Grund für das bisher schwache Kieler Abschneiden - wenn auch bestimmt nicht der Hauptgrund.

Baku-Doppelpack sorgt für Entscheidung

Die "Bude" tat dem langen Schlacks sichtlich gut. Er war ein absoluter Aktivposten bei Holstein und auch am 2:0 maßgeblich beteiligt. Seinen Steilpass legte David Atanga quer auf Baku, der aus der Nahdistanz keine Mühe mehr hatte zu vollenden. Und es war noch nicht der letzte "Streich" von "Rudi", wie der Linksaußen gerufen wird. Nach einem Ballverlust von Nunoo Sarpei legte Alexander Mühling für den Linksaußen auf, der Burchert mit einem strammen Rechtsschuss bezwang. Fürth hatte zu diesem Zeitpunkt übrigens noch immer keinen einzigen Torschuss abgegeben.

Erst in der 69. Minute kamen die Franken durch den eingewechselten Havard Nielsen zu ihrer ersten Möglichkeit. Aber auch nur, weil der bis dahin arbeitslose Gelios einen Eckball unterlief. Folgen hatte dieser Patzer nicht: Nielsen verfehlte per Kopf deutlich das Ziel. Auf der Gegenseite verpasste es "Joker" Salim Khelifi freistehend, auf 4:0 zu erhöhen. Er scheiterte an Burchert (81.). Doch diese vertane Großchance konnte den hervorragenden Gesamteindruck, den die KSV im zweiten Spiel unter Werner hinterließ, nicht schmälern.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 29.09.2019 | 19:30 Uhr