Holstein Kiels Co-Trainer Dirk Bremser © IMAGO / Claus Bergmann

Holstein Kiel: "Keine Deadline" bei der Trainersuche

Stand: 21.09.2021 13:19 Uhr

Nach dem Rücktritt von Chefcoach Ole Werner will sich Fußball-Zweitligist Holstein Kiel bei der Nachfolger-Suche Zeit lassen. "Wir haben uns keine Deadline gesetzt", sagte Sportchef Uwe Stöver.

Es habe auch noch keine Gespräche mit potenziellen Kandidaten gegeben, versicherte Stöver. Der bisherige Co-Trainer Dirk Bremser werde am Sonnabend (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) im Spiel beim Tabellenführer SC Paderborn "zu 99 Prozent" verantwortlich für die Mannschaft sein. Der 55-Jährige besitzt allerdings keine Fußballlehrer-Lizenz und darf maximal zwei Wochen als Cheftrainer agieren - also anschließend nur noch beim Heimspiel gegen Hansa Rostock. Danach ist Länderspielpause.

Stöver: "Mannschaft brauchte keine neuen Impulse"

Die Kieler hatten am Montagabend den freiwilligen Abschied von Werner bekannt gegeben. "Die nach der turbulenten und anspruchsvollen letzten Saison vereinbarten neuen Reize haben leider bis zum heutigen Tag nicht den erhofften, nachhaltigen Effekt gehabt", war der 33-Jährige in der Mitteilung zitiert worden. Die Holstein-Führung hatte vergeblich versucht, ihn umzustimmen. "Wir sind nicht seiner Meinung gewesen, dass die Mannschaft neue Impulse braucht", sagte Stöver.

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Kiels Trainer Ole Werner steht an der Seitenlinie. © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter/dpa

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Bekannte Zweitliga-Größe oder einer aus den eigenen Reihen?

Namen möglicher Werner-Nachfolger kursieren bereits rund um das Holstein-Zentrum, Stöver lehnte Kommentare dazu ab. Markus Kauczinski, den Stöver bestens aus der gemeinsamen Zeit beim FC St. Pauli kennt, oder auch Uwe Neuhaus könnten mit ihrer Zweitligaerfahrung wuchern. Auch eine Kontaktaufnahme zu Daniel Thioune (zuletzt Hamburger SV) würde nicht groß überraschen. Gespräche mit Kalibern wie Florian Kohfeldt (zuletzt Werder Bremen) oder Domenico Tedesco (zuletzt Spartak Moskau) schon eher.

Gute Erfahrungen haben die Kieler aber auch mit der Beförderung eines Coaches aus den eigenen Reihen gemacht. Aktuell sorgt Sebastian Gunkel, Trainer der zweiten Mannschaft, als Tabellenführer in der Regionalliga Nord durchaus für Aufsehen.

Bremser will nicht "alles umkrempeln"

Wer es letztlich auch wird, muss einen Umbruch bewältigen. Wohl auch aufgrund der unklaren Perspektive hatte Werner in den vergangenen Monaten gezögert, das Angebot einer Vertragsverlängerung anzunehmen. Mit Janni Serra, Jae-sung Lee und Jonas Meffert hatten die Schleswig-Holsteiner vor der Saison Leistungsträger abgeben müssen, die neue Mischung inklusive der Neuzugänge Lewis Holtby, Steven Skrzybski und Fiete Arp passt noch nicht.

Vorerst ist jedoch der bisherige Werner-Assistent Bremser gefordert. "Es wird jetzt nicht so sein, dass ich alles umkrempele, sondern an Altbewährtem auch festhalten werde. Denn viele Dinge waren richtig, richtig gut. Deswegen ist der Rücktritt ja auch ein Stück weit überraschend", sagte der Interimscoach. Es gelte jetzt, Werners Entscheidung "zu akzeptieren" und "wieder eine Stimmung hineinbekommen, in der jeder an seine Qualitäten glaubt".

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Sport aktuell | 21.09.2021 | 16:25 Uhr

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